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2022-09-02 Linux-Anteil auf Steam wächst dank Steam Deck

Auf Phoronix wird in einem Artikel darauf hingewiesen, dass der Anteil der Linux-Nutzer:innen auf Steam stetig steigt. Valve veröffentlicht monatlich Statistiken zur Natzung von Steam. In der Vergangenheit war hier der Linux-Anteil weit unter einem Prozent. Dies hat sich mit dem Steam Deck geändert, da darauf ein Arch Linux werkelt und Valve immer mehr dieser Geräte ausliefern konnte.

In der Steam-Umfrage vom März 2022 ist Linux auf einen Anteil von 1,27% geklettert. Bei geschätzten 150 Millionen aktiven Accounts wären das immerhin fast 2 Millionen Nutzer:innen, die unter Linux zocken. Vor vier Jahren lag der Linux-Anteil noch bei 0,41%.

Die Betriebssysteme verteilen sich wie folgt:

Windows:  96,23%   (-0,80%)
    OSX:   2,50%   (+0,76%)
  Linux:   1,27%   (+0,04%)

Und hier die Verteilung der einzelnen Distributionen:

steam-survey-2022-08-linux.jpeg

Zur aktuellen Steam Hard- und Software-Umfrage: https://store.steampowered.com/hwsurvey/Steam-Hardware-Software-Survey-Welcome-to-Steam


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2022-09-11 Das KiLux 2022 Programm

Kommende Woche beginnen die „20. Kieler Open Source und Linux Tage“. Zeit, sich mit dem Vortragsprogramm auseinander zu setzen.

Der Tag beginnt um 10:00 Uhr mit der Keynote von Sven Thomsen, dem CIO von Schleswig-Holstein. Das Thema ist spannend, da er aufzeigen möchte, dass es für Organisationen heutzutage zwingend ist, auf Open Source zu setzen.

Michael Meinel ist Research Software Engineer beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). In seinem Vortrag „Wissenschaft nachhaltig gestalten – auch dank Open Source“ wird er um 15:00 Uhr darüber berichten, wie und warum beim DLR Open-Source-Software entwickelt und eingesetzt wird.

Am nächsten Tag bietet Felix Kronlage-Dammers von der Open-Source-Business-Alliance e.V. um 13:00 Uhr einen Einblick in das Projekt Sovereign Cloud Stack. Und zum Abschluss um 15:00 Uhr wird von Gabriel Wustmann Gemini behandelt: Gemini - das Anti-Web 2.0.


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2022-09-21 beA und De-Mail - Warum öffentliche IT-Projekte scheitern

Das besondere elektronische Anwaltspostfach, beA, ist ein IT-Projekt in Deutschland, das seinen dauerhaften Platz in den IT-Nachrichten gefunden hat. Grund war ein ziemlich kaputtes Sicherheitsdesign, das nicht zu korrigieren war (Wikipedia). Ich komme darauf, weil es mit der aktuellen Version des beA erneut Probleme gibt (siehe Anwaltsblatt: Fernsi­gnatur beim beA: Alle Anwält:innen brauchen neue beA-Karten).

Bei diesen Problemen muss ich an die De-Mail denken. de-mail-log.png Das war einmal ein vom Bund erdachter Mail-Dienst, dessen Nutzung sicher, vertraulich und nachweisbar sein sollte. Es wurde dafür extra ein eigenes sowie weitere Gesetze verfasst. Es wurden Unternehmen gefunden, die Geld in die Hand genommen haben, um sich als De-Mail-Anbieter zu akkreditieren und die entsprechenden Services aufzusetzen.

Aber, es wurden wie bem beA elementare Fehler bei beim Design des Systems gemacht, die die Hauptziele (Sicherheit, Vertraulichkeit, Nachweisbarkeit) konterkarierten. Es gibt dazu einen sehr lehr- und unterhaltsamen Vortrag von Linus Neumann. Er wurde damals als Sachverständiger in den Bundestag geladen und warnte in dieser Rolle vor den konzeptionellen Problemen. Diese Warnungen wurden nicht weiter beachtet.

beA und De-Mail sind für mich zwei Beispiele für fehlgeleitete IT-Projekte öffentlicher Einrichtungen. In meinen Augen stehen sie exemplarisch für ein Versagen auf Entscheidungsebene solcher Großvorhaben. Offensichtlich ist das Verständnis für IT im Allgemeinen und IT-Sicherheit im Speziellen immer noch nicht verbreitet genug, um Fehlentscheidungen bei konzeptionellen Grundsatzentscheidungen zu vermeiden.

Solche Fehlentscheidungen sind nicht nur teuer. Sie behindern (wenn nicht sogar verhindern) die zwingend notwendige Digitalisierung der Verwaltung. Dies wirft uns als Gesellschaft weit zurück und es führt zu einem Vertrauensverlust in Verwaltung und Politik.

Ergänzung

Volker Weber hat auf heise.de die obskure Variante einer „Fernsignatur“ beim beA beschrieben:

Die von BRAK und BNotK als „hochsicher“ bezeichnete und vom BSI geprüfte Fernsignatur-Lösung der BNotK erinnert in ihrer Konstruktion an die merkwürdige Ausgestaltung der Verschlüsselung des beA. Nachrichten werden nicht etwa mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsselt, sondern mit dem der beA-Server, der sie dann ebenfalls in einer „hochsicheren“ Umgebung umschlüsselt für den eigentlichen Empfänger. Bei beiden Systemen gibt es also eine zentrale Instanz, der man für alle Handlungen vertrauen muss. Und beide werden damit zu einem leicht verletzlichen Glied in unserem Rechtssystem.

Weiterlesen bei heise.de: Besonderes elektronisches Anwaltspostfach: Anwälte sollen unterschreiben lassen.


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