Seitensammlung für ^2022-08

2022-08-07 Archiv der alten Website mit Recoll durchsuchbar gemacht

Als ich 2004 das Bloggen für mich entdeckte, kam auch die Frage nach dem passenden Blogging-System. Ich war schon vorher ganz angetan von Drupal, nachdem ich dann WordPress ebenfalls getestet hatte, entschied ich mich, Drupal auch als Blogging-Plattform zu verwenden. Ich war damals von der Performance, der Code-Güte sowie dem ziemlich einmaligen Tagging-System angetan.

Und so blieben Drupal und ich 14 Jahre lang beste Freunde. Begonnen mit Version 4.5 war ich viele Jahre sehr glücklich mit diesem CMS. Aber ab Version 7 haben wir uns dann auseinandergelebt, die Funktionalitäten wie auch die verwendeten Module veränderten sich immer mehr in eine Richtung, die für meinen Verwendungszweck nicht mehr passten. Und so habe ich 2018 beschlossen, Drupal abzureißen und durch etwas neues zu ersetzen.

Jetzt wird diese Website durch einen anderen Liebling von mir angetrieben, von Oddmuse.

Die in Drupal erstellten Inhalte habe ich nicht nach Oddmuse überführt, sondern als statische Webseiten hier unter /backup-site abgelegt. Und unabhängig von externen Suchmaschinen zu sein, habe ich vor ein paar Tagen https://lesbonscomptes.com/recoll/Recoll mit dem Web-Frontend recoll-webui installiert.

Die Suchfunktion kann von der Startseite des Archivs über das Suchformular oder über diesen direkten Link verwendet werden.


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2022-08-07 Kein WhatsApp

tl;dr

WhatsApp benutze ich so gut wie überhaupt nicht. Statt dessen bin ich per

erreichbar.

WhatsApp nur sehr eingeschränkt

Auf meinem persönlichen Smartphone habe ich kein WhatsApp installiert. Wer meine Mobilnummer kennt, kann mich daher auch nicht per WhatsApp erreichen. 😱

Damit ich mich aber nicht komplett ins soziale Abseits stelle, habe ich in meiner Schreibtischschublade noch ein altes Smartphone liegen, auf dem ich WhatsApp unter einer Festnetznummer verwende. Dies benötige ich, um an bestimmten Gruppenchats teilnehmen zu können. Denn viele Sportvereine, Schul- und Kitaelterngruppen kommunizieren nur noch über WhatsApp. Wer kein WhatsApp hat, kann auch nicht an dem Austausch teilnehmen.

Warum kein WhatsApp?

Technisch und funktional gesehen ist WhatsApp ein wunderbares Kommunikationssystem, ein Messenger. In Europa und anderen Regionen unserer Erde hat sich dieser Messenger zum de-facto-Standard entwickelt und die Art, wie wir Menschen miteinander kommunizieren, stark beeinflusst.

Dass ich WhatsApp nicht nutzen mag, liegt vor allem an meiner Überzeugung und Anforderung, dass Infrastruktur in öffentliche Hand gehört. Beispielsweise werden Infrastrukturen wie Wasser- und Stromversorgung in Deutschland durch öffentliche Einrichtungen betrieben. Das Internet und das Telefonnetz dagegen nicht, diese Netze sind aber standardisiert und reglementiert. Unternehmen steht es frei, eigene Dienste anzubieten, sofern sie sich an die technischen und regulatorischen Standards halten. Und so ist es eine Selbstverständlichkeit, dass eine Person mit einem O2-Mobilfunkvertrag eine Person mit einem Telekom-Festnetzanschluss anrufen kann. Oder das eine Person mit einer Web.de-E-Mail-Adresse eine Person mit einer GMail-E-Mail-Adresse per E-Mail erreichen kann.

WhatsApp dagegen ist ein geschlossenes System. Eine Kommunikation funktioniert hier nur von WhatsApp-Account zu WhatsApp-Account. Und damit ist eine weltweit bedeutende Kommunikationsinfrastruktur in der Hand eines einzigen Unternehmens, das seine ganz eigenen Ziele verfolgt.

Statt dessen

Wie es die standardisierte E-Mail gibt, so gibt es auch ein standardisiertes Messenger-System:

  • XMPP (früher auch als Jabber bekannt).

Daneben nutzen immer mehr öffentliche Einrichtungen in Europa das relativ junge Messenger-System Matrix/ Element. Sowohl für XMPP wie auch für Matrix stehen eine Vielzahl von Apps zur Verfügung.

Darüber hinaus positionieren sich seit einigen Jahren die beiden Anbieter Threema (Schweizer Unternehmen) und Signal (gemeinnützige Stiftung in den USA) als sichere und datenschutzfreundliche Alternativen zu WhatsApp. Insbesondere in sozialen und medizinischen Einrichtungen werden auf Grund der dortigen hohen Anforderungen an Persönlichkeits- und Datenschutz diese Apps verwendet.

Das Problem mit Meta (ex Facebook)

Schon in der Vergangenheit ist WhatsApp durch willkürliche Eingriffe in die Kommunikation aufgefallen. Auf Wikipedia wird unter anderem beschrieben, dass

  • Links zur Website eines Konkurrenzsystems blockiert wurden und
  • Anwender:innen, die in Gruppen mit bestimmten Begriffen im Titel waren, aus WhatsApp gesperrt worden sind.

Mit dem Kauf von WhatsApp musste Facebook der EU-Kommission zusagen, dass Nutzerprofile nicht abgeglichen werden. Aber schon zwei Jahre später wollte sich Facebook durch Änderungen in den AGBs dieses Recht einräumen.

Facebook beziehungsweise Meta Platforms ist kein vertrauenswürdiges Unternehmen.

Im Gegenteil.

Facebook/ Meta Platforms ist böse

Seit den Enthüllungen der ehemaligen Mitarbeiterin Frances Haugen, die interne Dokumente der Presse zur Verfügung stellte, haben wir dies auch schwarz auf weiß. Über diese Enthüllungen ist viel berichtet worden, die Süddeutsche Zeitung hat das Thema gut zusammengefasst:

  • Facebook war sich entgegen der veröffentlichten Darstellungen schon früh über die Schattenseiten, Risiken und Nebenwirkungen des eigenen Gebarens bewusst. Man hat nichts geändert, um den Profit nicht zu gefährden. Aus dem gleichen Grund hat man auch öffentlich die Unwahrheit gesagt.
  • Der Gründer, Marc Zuckerberg, hat ebenfalls die Öffentlichkeit belogen.
  • Facebook hat in Kauf genommen, dass Instagram bei einem signifikanten Anteil der Nutzer:innen gesundheitsgefärdend ist. Bis hin zu Suiziden.
  • Facebook ignoriert rechtliche Normen außerhalb der USA.
  • Facebook nimmt billigend in Kauf, dass demokratische Wahlen durch deren Algorithmen beeinflusst werden.

Und darum kein WhatsApp

Ganz grundsätzlich ist es selten für eine Gesellschaft förderlich, wenn Infrastruktur von öffentlichem Interesse von einem einzigen Unternehmen betrieben wird. Das haben WhatsApp und Facebook in der Vergangenheit mit ihrem Handeln nachdrücklich bestätigt.

Wenn ihr jetzt denkt: „Mensch, das muss sich ändern!“, dann holt euch einen Account bei einem XMPP- oder Matrix-Server, bei Signal oder Threema.

Kontakt aufnehmen

Siehe Kontakt aufnehmen.

Weitere Links


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2022-08-17 So schnell kann ein Computer ein Passwort knacken

Ist schon etwas älter, aber doch hilfreich.

Hive Systems hat einmal in einer verständlichen Matrix dargestellt, wie schnell (oder langsam) Passwörter mit einem einzelnen Computer und einer speziellen Software (Hashcat) geknackt werden können.

Um ganz sicher sein zu können, sind wir mittlerweile bei Passwörtern mit Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen bei einer Länge von17 Zeichen angekommen.

HiveSystemsPasswordMatrix


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2022-08-18 BarCamp Kiel 2022 (nach Corona)

Nach einer längeren Pause – die Not hat ein Ende! – wird es endlich wieder ein BarCamp Kiel geben. Wie schön ist das denn?!?

Sobald ich die Nachricht gelesen hatte, habe ich sogleich barcamp-kiel.de angesurft und mich direkt angemeldet. Danach habe ich einmal in einem Anflug von Nostalgie im Archiv meines alten Blogs nach BarCamp-Kiel-Artikel gesucht. Dabei bin ich auf alte Logos gestoßen, zum Bespiel dem ersten veröffentlichten Entwurf überhaupt:

Quelle: BarCamp Kiel: Ein erster Entwurf für das Logo.

Zum finalen Logo war es dann nur noch ein kurzer Weg:

Quelle: BarCamp Kiel am 13. und 14. August 2010.


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2022-08-22 Google ... Brazil

Infrastruktur gehört in öffentliche Hand. Unter anderem auch, um Rechtssicherheit zu haben.

Die New York Times macht in einem Artikel zwei Fälle von Google-Kunden öffentlich, was es bedeuten kann, sich den allgemeinen Geschäftsbedinungen eines Unternehmens beugen zu müssen.

nytimes-google-surveillance-toddler-photo

Zum Beispiel der Vater, der sich sorgen um sein kleines Kind macht: Dessen Penis war angeschwollen schien zu schmerzen. Also hat der Vater Fotos von dem Penis gemacht. Die Fotos hat er mit seinem Android-Smartphone erstellt.

Seine Frau hatte mit einer Arztpraxis gesprochen und sie wurde gebeten, im Vorwege die Fotos an den Arzt per Web-Upload zu schicken. Um dem nachzukommen, hat sie die Fotos von dem Android-Gerät an ihr iPhone gesendet.

Die Folge: Googles System hat die Fotos in einem automatisiertem Prozess als Kinderpornographie klassifiert. So etwas stellt einen Verstoß gegen die AGBs dar, daher wurde der Account des Vaters gesperrt. Und damit war auf einmal ganz viel verloren:

  • die Telefonnummer, da er einen Vertrag direkt über Google geschlossen hatte (Google Fi)
  • sämtliche E-Mails
  • seine sämtlichen Kontakte
  • der gemeinsame Kalender von seiner Frau und ihm
  • alle Fotos, die in der Google Cloud gespeichert waren (beispielsweise auch alle Fotos des Kindes)

With help from the photos, the doctor diagnosed the issue and prescribed antibiotics, which quickly cleared it up. But the episode left Mark with a much larger problem, one that would cost him more than a decade of contacts, emails and photos, and make him the target of a police investigation. Mark, who asked to be identified only by his first name for fear of potential reputational harm, had been caught in an algorithmic net designed to snare people exchanging child sexual abuse material.

Und wie reagiert Google? Die Tech-Konzerne investieren bekanntlich nicht sehr gerne in Mitarbeiter:innen, die sich um den Support kümmern. Wenn die künstliche Intelligenz mit einem Bann zuschlägt, ist es schwierig da wieder herauszukommen. In diesem Fall ist es nicht anders gewesen:

A few days after Mark filed the appeal, Google responded that it would not reinstate the account, with no further explanation.

Mark didn’t know it, but Google’s review team had also flagged a video he made and the San Francisco Police Department had already started to investigate him.


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