2022-08-07 Kein WhatsApp

tl;dr

WhatsApp benutze ich so gut wie überhaupt nicht. Statt dessen bin ich per

erreichbar.

WhatsApp nur sehr eingeschränkt

Auf meinem persönlichen Smartphone habe ich kein WhatsApp installiert. Wer meine Mobilnummer kennt, kann mich daher auch nicht per WhatsApp erreichen. 😱

Damit ich mich aber nicht komplett ins soziale Abseits stelle, habe ich in meiner Schreibtischschublade noch ein altes Smartphone liegen, auf dem ich WhatsApp unter einer Festnetznummer verwende. Dies benötige ich, um an bestimmten Gruppenchats teilnehmen zu können. Denn viele Sportvereine, Schul- und Kitaelterngruppen kommunizieren nur noch über WhatsApp. Wer kein WhatsApp hat, kann auch nicht an dem Austausch teilnehmen.

Warum kein WhatsApp?

Technisch und funktional gesehen ist WhatsApp ein wunderbares Kommunikationssystem, ein Messenger. In Europa und anderen Regionen unserer Erde hat sich dieser Messenger zum de-facto-Standard entwickelt und die Art, wie wir Menschen miteinander kommunizieren, stark beeinflusst.

Dass ich WhatsApp nicht nutzen mag, liegt vor allem an meiner Überzeugung und Anforderung, dass Infrastruktur in öffentliche Hand gehört. Beispielsweise werden Infrastrukturen wie Wasser- und Stromversorgung in Deutschland durch öffentliche Einrichtungen betrieben. Das Internet und das Telefonnetz dagegen nicht, diese Netze sind aber standardisiert und reglementiert. Unternehmen steht es frei, eigene Dienste anzubieten, sofern sie sich an die technischen und regulatorischen Standards halten. Und so ist es eine Selbstverständlichkeit, dass eine Person mit einem O2-Mobilfunkvertrag eine Person mit einem Telekom-Festnetzanschluss anrufen kann. Oder das eine Person mit einer Web.de-E-Mail-Adresse eine Person mit einer GMail-E-Mail-Adresse per E-Mail erreichen kann.

WhatsApp dagegen ist ein geschlossenes System. Eine Kommunikation funktioniert hier nur von WhatsApp-Account zu WhatsApp-Account. Und damit ist eine weltweit bedeutende Kommunikationsinfrastruktur in der Hand eines einzigen Unternehmens, das seine ganz eigenen Ziele verfolgt.

Statt dessen

Wie es die standardisierte E-Mail gibt, so gibt es auch ein standardisiertes Messenger-System:

Daneben nutzen immer mehr öffentliche Einrichtungen in Europa das relativ junge Messenger-System Matrix/ Element. Sowohl für XMPP wie auch für Matrix stehen eine Vielzahl von Apps zur Verfügung.

Darüber hinaus positionieren sich seit einigen Jahren die beiden Anbieter Threema (Schweizer Unternehmen) und Signal (gemeinnützige Stiftung in den USA) als sichere und datenschutzfreundliche Alternativen zu WhatsApp. Insbesondere in sozialen und medizinischen Einrichtungen werden auf Grund der dortigen hohen Anforderungen an Persönlichkeits- und Datenschutz diese Apps verwendet.

Das Problem mit Meta (ex Facebook)

Schon in der Vergangenheit ist WhatsApp durch willkürliche Eingriffe in die Kommunikation aufgefallen. Auf Wikipedia wird unter anderem beschrieben, dass

Mit dem Kauf von WhatsApp musste Facebook der EU-Kommission zusagen, dass Nutzerprofile nicht abgeglichen werden. Aber schon zwei Jahre später wollte sich Facebook durch Änderungen in den AGBs dieses Recht einräumen.

Facebook beziehungsweise Meta Platforms ist kein vertrauenswürdiges Unternehmen.

Im Gegenteil.

Facebook/ Meta Platforms ist böse

Seit den Enthüllungen der ehemaligen Mitarbeiterin Frances Haugen, die interne Dokumente der Presse zur Verfügung stellte, haben wir dies auch schwarz auf weiß. Über diese Enthüllungen ist viel berichtet worden, die Süddeutsche Zeitung hat das Thema gut zusammengefasst:

Und darum kein WhatsApp

Ganz grundsätzlich ist es selten für eine Gesellschaft förderlich, wenn Infrastruktur von öffentlichem Interesse von einem einzigen Unternehmen betrieben wird. Das haben WhatsApp und Facebook in der Vergangenheit mit ihrem Handeln nachdrücklich bestätigt.

Wenn ihr jetzt denkt: „Mensch, das muss sich ändern!“, dann holt euch einen Account bei einem XMPP- oder Matrix-Server, bei Signal oder Threema.

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