Schicksalstag

Am 09. November 1989 hatte ich mich mit einem Freund aus den U.S.A in der Studenten-WG meiner Schwester in Berlin einquartiert. Die ganzen Tage über war an der Berliner Mauer eine Art Dauer-Happening. Die Vopos waren zu Scherzen aufgelegt während wir uns großer Teile der Berliner Mauer bemächtigten. Irgend wann sind dann auch zwei Jungs aus Dresden zu uns gestoßen, die Hals über Kopf nach Berlin aufgebrochen waren. Die zwei, der eine hieß glaube ich Rigo, hatten seit zwei Tagen keinen Schlaf gefunden, darum wurden sie kurzerhand mit in unsere Studenten-WG einquartiert.

Es war eine aufregende Zeit, die mich sehr berührt hat und mich auch heute noch berührt. Mit dem Ruf »Wir sind das Volk« hat die Protestbewegung der DDR den Boden für eine friedliche und demokratische Neuordnung geschaffen. Respekt.

Irgendwie schade, dass nun am 09. November 2007, dem deutschen Schicksalstag, die Vorratsdatenspeicherung vom Bundestag beschlossen wird. Mal sehen, wass das Bundesverfassungsgericht dazu sagen wird. Denn es wird eine Sammelklage geben. Schäuble scheint allerdings nicht so begeistert zu sein (laut taz):

Wir hatten den 'größten Feldherrn aller Zeiten', den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten

Nun ja, wenigsten bleiben wir das Volk.

Update: heise hat auch eine Meldung dazu: Schäuble brüskiert Gegner der Vorratsdatenspeicherung.

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