ZDF-Intendant: Google = Walled Garden

Suchmaschinen und Vertriebsplattformen saugen jeden Content auf, ganz egal von wem er stammt – Zeitungen, Verlage, Sender, Produzenten. Unsere Produkte werden zum Gegenstand fremder Geschäftsmodelle. Die heutigen Hersteller und Verbreiter publizistischer und kultureller Inhalte verlieren die Hoheit über ihre Produkte, wenn sie nicht sehr genau aufpassen. Ich sage es nicht zum ersten Mal: Es wird Zeit, dass wir in Deutschland endlich aufhören, die falschen Türen zu bewachen.

Das hat Markus Schächter in einem Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de erzählt. Es ist schon interessant, wie der Medienmann zwei Dinge gleichsetzt, die verschiedener nicht sein können. Ein Schelm, wer da an Strategie denkt.

Schächter hat mit Apple recht. Apple baut tolle Geräte und verknüpft diese mit Services wie iTunes. Leider, leider unternimmt Apple alles erdenkliche, um seine Geräte und seine Services monopolartig zu nutzen. iTunes ist ein Walled Garden, der mir zutiefst unsympathisch ist.

Google dagegen hat überhaupt kein Interesse an solchen Walled Gardens. Nicht, weil das Unternehmen Gutes für die Menschheit will, sondern weil das Suchmaschinen-Werbungs-Geschäftsmodell nur funktioniert, wenn das Unternehmen mit der Suchmaschine andere Sites indizieren kann. Google saugt dabei keinen Content ab. Im Gegenteil profitieren davon sowohl Nutzer als auch Anbieter. Als Nutzer findet man den Content, den man gerade sucht. Und der Anbieter bekommt viele, viele neue Besucher von Google und all den anderen Suchmaschinen.

Schächter sagt auch nicht ganz die Wahrheit zum Thema »publizistische Hoheit«. Natürlich könnte er, wenn er denn wollte, jederzeit jede beliebige Suchmaschine von zdf.de aussperren. Dafür gibt es sogar einen Standard: Robots Exclusion Standard, besser bekannt unter dem Dateinamen robots.txt.

E-Learning-Blog: 

Neuen Kommentar schreiben