EduCamp 2010 Hamburg - Tag 2


Am zweiten Tag (Bericht vom ersten Tag) des EduCamps in Hamburg hatte ich bei den Sessions »Twittdidaktik« und »Open Education« mitgemacht. Bei Twittdidaktik war der Ausgangspunkt der Diskussionen der Bericht über eine Vorlesung mit 200-300 Teilnehmern, bei der eine Twitterwall installiert war. Im Großen und Ganzen scheint das auch für Hochschulen mit Massenveranstaltungen ein interessantes Konzept zu sein. Man erreicht damit eine Mehr an Interaktion mit dem Auditium, Rückmeldungen sind für Teilnehmer sehr leicht einzubringen und als Lehrender kann man so auf Fragen und offene Punkte eingehen. Allerdings muss man als Teilnehmer den Umgang mit Vortrag und parallel vorbeilaufendem Twitterstream erst einmal lernen. Und als Lehrender an einer Hochschule sind ein höherer Grad an didaktischer Kompetenz, ähnlich wie in der Gruppenarbeit, erforderlich. Um etwas ganz anderes ging es in der Session Open Education, nämlich um frei verfügbare Inhalte für die Lehre. Frei verfügbar heißt, man benötigt eine Lizenz, die die Veränderung und Wiederveröffentlichung der Inhalte erlaubt (leider ist dafür nicht jede CC-Lizenz geeignet, bei Creative Commons hatte man das näher untersucht). Die bekanntesten Inhlate für Open Educational Resources dürften wohl MIT Open Coursware (OCW), WikiEducator und Wikiversity sein.

Neben den BarCamp-typischen Sessions gab es am zweiten Tag auch eine umstrittene Podiumsdiskussion mit etablierten Vertretern der Schul- und Hochschulszene als Teilnehmer. Organisatorisch stellte sich die Frage, ob eine Podiumsdiskussion (wenn auch als Fish Bowl angelegt) zu einem BarCamp passt. Naja, ich persönlich kann auf so etwas während eines BarCamps gut verzichten, anderseits könnte dies für BarCamp-Neulinge so etwas wie ein vertrautes Element sein, so dass sie nicht ganz so fremdeln müssen. Inhaltlich war da jetzt nichts wirklich neues (Schulmeister hat festgestellt, dass Web 2.0 in der Lehre nicht genutzt wird … das ist jetzt ein Plädoyer wofür?), und dass Lehrmethoden sowie Bildungssystem verbesserungswürdig sind, nun, das wusste man auch schon vor dem Internet.

BarCamps sind etwas tolles, und das EduCamp 2010 Hamburg hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte wieder einen intensiven Austausch mit vielen netten Menschen und habe dabei sehr viel gelernt. Wer bei so etwas noch nie mitgemacht hat, sollte das unbedingt und sofort ausprobieren. Es ist keine Konferenz mit Kinobestuhlung, die uns nach einer dreizehnjährigen Schulsozialisation zur Passivität einlädt, sondern eine Veranstaltung, die vom Engagement der Teilnehmer lebt. Zum Beispiel sollte man nach Möglichkeit selbst eine Session anbieten.

Auf der EduCamp-Mixxt-Plattform gibt es eine Seite mit einer Sammlung aller Reaktionen im Netz. Da findet man sehr interessante Einsichten und Meinungen.

Zum Abschluss noch die acht Regeln für BarCamps:

  • Du sprichst über ein BarCamp.
  • Du bloggst über ein BarCamp.
  • Wenn du präsentieren willst, schreibst du das Thema mit deinen Namen in einen Sessionslot.
  • Du stellst dich mit nur drei Schlagwörtern vor.
  • Es werden soviele Sessions parallel abgehalten wie es die Räumlichkeiten erlauben.
  • Es gibt keine vorher festgelegte Präsentationen und keine Touristen.
  • Präsentationen dauern so lange, wie sie müssen – oder bis sie sich mit dem nachfolgenden Sessionslot überschneiden.
  • Bei deiner ersten BarCamp-Teilnahme musst du eine Session halten. (Okay, du musst nicht unbedingt, aber versuch zumindest jemanden zu finden, um eine gemeinsame Session zu halten oder stell wenigstens Fragen und sei ein aktiver Teilnehmer.)

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