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Wikis in Schulen einsetzen


Diese Woche war ich viel in Sachen Wiki unterwegs. Zum Abschluss hatte ich Freitag Gelegenheit, am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg einen Vortrag über die Mögichkeiten zur Nutzung von Wikis im Schulunterricht zu halten. Das ganze war in einer »Schulbuchausstellung für berufliche Schulen« eingebettet.

Im Schulbereich werden zum Teil schon Wikis eingesetzt, die in der Regel auf Initiative Einzelner zurückzuführen sind. Ich unterstütze zum Beispiel gerade jemanden aus einem Schulamt einer anderen Stadt bei der Entwicklung und Realisierung eines Wiki-basierten Unterrichtsszenarios. Und an einigen Hamburger Schulen soll es auch schon Wikis geben. Dennoch, das Thema ist nicht wirklich präsent und daher waren wir auch nur ein kleine Gruppe bei meinem Vortrag. Aber damit war es dann auch kein Vortrag mehr sondern ein Austausch und ein erfrischendes Brainstorming. Die Teilnehmer haben mir das Gefühl gegeben, dass ich sie mit meiner Wiki-Begeisterung ein wenig anstecken konnte. Vielen Dank, es hat mir großen Spaß gemacht! Und vielleicht hören wir ja in naher Zukunft von ganz praktischen Wiki-Szenarien an Hamburger Schulen.

Wikis, RSS und andere Dinge in Unternehmen


Das Jahr beginnt mit einem Haufen Arbeit. Was ja nicht schlecht ist. Unter anderem hatten wir am 17. Januar unseren Kunden-Workshop zum Thema »Wikis in Unternehmen einführen«. Diesmal war auch ein lieber Bloggerkollege mit dabei: Stephan List, der das Blog Interessante Zeiten und das Toolblog betreibt. Stephan hat mich mit seinen Überlegungen zu unserem Wiki-Workshop dazu hingerissen, nochmal selbst ein paar Gedanken um das Thema Wikis in Unternehmen kreisen zu lassen.

E-Learning im Allgemeinen kann gerade dann seine Vorteile im Unternehmensalltag ausspielen, wenn den Mitarbeitern gewisse Freiheitsgrade im Arbeitsalltag ermöglicht werden. Und das gilt noch viel mehr für die Gestaltung von informellen Lernprozessen, beispielsweise mit Hilfe von Social Software. Allerdings lässt sich so etwas nicht über Nacht und auch nicht auf Knopfdruck realisieren. Wede auf struktureller noch auf menschlicher Ebene (das ist schließlich der Grund, warum es Menschen wie mich gibt, die Unternehmen in diesen Dingen unterstützen).

Was man als Blogger, Early Adopter, Information Worker oder begeisterter Onliner auf jeden Fall nicht übersehen sollte: Außerhalb des eigenen Elfenbeinturms haben die Menschen in Unternehmen durchaus etwas besseres zu tun, als neueste Anwendungen, Dienste und sozialen Netzwerke auszuprobieren. RSS ist auch nur einem Bruchteil der Studenten auf StudiVZ ein Begriff. In Unternehmen sieht es damit selbstverständlich nicht anders.

Die Diskussion um RSS hat mich auf die Idee gebracht, eine neue Umfrage zu starten: RSS in Unternehmen. Die Umfrage ist auch über das rechte Menü hier auf tschlotfeldt.de erreichbar.

Morgen Stuttgart/ Esslingen


So, das Material ist nach Esslingen verschifft, äh verschickt. Zweit-Laptop ist auch eingepackt, dann kann es ja morgen früh zum Wiki-Workshop nach Stuttgart gehen. Der Januar ist ein guter Zeitpunkt für Kundenveranstaltungen. Die Terminkalender sind in der Regel noch nicht so dicht gepackt, und so ware die Teilnehmerliste für den Wiki-Workshop noch nie so schnell geschlossen wie diesmal.

Diese Workshops machen mir viel Spaß, weil es bisher jedes Mal zu einem spannenden Austausch über Chancen und Risiken des Wiki-Prinzips in Organisationen kommt.

Social Synaxon


Die Synaxon AG, vielen wohl wie mir durch den Brand eins-Artikel »Die gläserne Firma« ein Begriff geworden, macht mit dem Social Networking richtig ernst. So gibt es neben einigen internen Wikis auch ein öffentliches Wiki: SYNAXON.de Wiki.

Schon länger wird unter blog.synaxon.de gebloggt, was ich leider erst recht spät durch einen Trackback zum Beitrag WikiCreole mitbekommen hatte. Und dann experimentiert (oder ist es schon mehr?) man auch mit einem eigenen Social Network auf Ning.com: synaxon.ning.com. Ich bin sehr gespannt, wie sich das noch weiterentwickeln wird und was dies für das Unternehmen und deren Mitarbeiter letztendlich bedeutet. Ich hoffe, wir werden noch einige Erfahrungs- und Erlebnisberichte geliefert bekommen ;-)

Google Knol: Wozu?


Screenshot Google Knol

Ich habe gerade ein Problem. Ich erkenne nicht den Mehrwert, den mir Google mit der Idee zu Knol geben will. Ich erkenne schon, dass Google ein weiteres cooles Werkzeug anbieten wird, mit dem das Online zur Verfügung stellen noch ein wenig leichter wird. Mit netten Verknüpfungen zu den ganzen anderen Google-Tools. Aber jetzt frage ich mich, welchen Grund ich haben sollte, auf Knol meine Inhalte zu erstellen und zu publizieren? Welchen Vorteil habe ich davon?

Knol ist mitnichten eine Wikipedia-Konkurrenz. Wikipedia lebt vom Wiki-Prinzip, und das bedeutet: Jeder ist eingeladen, seinen Input in die Beiträge mit einzugeben. Bei Knol dagegen geht es um den Autor: Für jeden einzelnen Artikel zeichnet sich ein Autor verantwortlich. Er schreibt ihn allein. Es ist möglich, das andere den Beitrag kommentieren und bewerten. Und es wird die Möglichkeit eines Peer-Reviews geboten.

Damit wird dann auch klar, welchen Nutzen dieser Dienst bringen kann: Eine Plattform für die eigene Eitelkeit, wie Frank Patalong auf Spiegel Online schreibt. Und vielleicht treibt Google damit einen ersten Pflock in den Claim der Wissenschaftspublikationen. Die tradierten Verlage meiden das partizipatorische Web wie der Teufel das Weihwasser und die Open-Access-Initiative dümpelt immer noch naher der Bedeutungslosigkeit. Der Drang zum Online-Publizieren ist aber vorhanden und genau dort könnte Google Knol seinen Erfolg finden.

Weiterlesen:

Podcasts und Wikisophie beim nächsten Webmontag


Für den nächsten Kieler Webmontag (17. Dezember) stehen schon zwei interessante Themen fest. »Podcasts, die man kennen sollte« hat das Ziel, gemeinschaftlich eine Sammlung von netten, guten, schönen, interessanten Podcasts zu erstellen. Thilo Pfennigs Vortrag »Wikisophie - Wie denken Wikis?« verspricht einen spannenden Erfahrungsaustausch. Ich freue mich da schon sehr auf die Diskussion.

Piraten, Urheberrecht und Schulbücher


Heute Morgen habe ich während der Autofahrt den Podcast von NerdAlert gehört. In der Sendung vom 14. November war die Piratenpartei zu Gast, die erstmals in Hamburg zur Bürgerschaftswahl antreten will. Es drehte sich, wie sollte es auch anders sein, um das Urheberrecht. Man streifte dabei auch das Thema Bildung, Schule und Schulbücher. Eine Idee, die im Umfeld der Piratenpartei wohl entwickelt worden ist, hat mich dann förmlich elektrisiert, weil ich sie auch für realisierbar halte. – Wenn man den zu erwartenden Widerstand der Buchverlage außen vor lässt. Die Idee ist, Schulbücher einfach in einem Wiki von den Schülern selbst entwickeln und bearbeiten zu lassen. Der Ansatz macht nicht nur aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht Sinn, sondern ist auch aus der didaktischen Warte her hoch interessant. Auf der WikiSym 2007 haben, wie hier schon mal berichtet, Marija Cubric und ganz besonders Renée Fountain mit einem Ansatz aus dem Communal Constructivism ihre Erfahrungen mit Wiki-Konzepten in der Lehre aufgezeigt.

Dieses Konzept der »Schulbuch«-Entwicklung in einem Wiki (ein Schulbuch kann man das ja eigentlich nicht mehr nennen) fügt sich auch sehr gut ein das Konzept einer gemeinnützigen Schüler- und Azubiplattform, dass ich immer noch umsetzen möchte. Ich werde mal den Kontakt zu ein paar Schulen aufnehmen. Jetzt überlege ich mir aber zunächst, welche Inhalte man in einem ersten Schritt ins Auge fassen sollte. Eventuell solche, in denen die Schulbücher eher schwach sind?

Das Konzept ist übrigens hier im Wiki entwickelt worden. Ergänzungen sind herzlich willkommen. Die Inhalte bzw. das Konzept stehen natürlich unter einer freien Creative Commons Lizenz.

Wie sich die Zeiten ändern


Auf Geschäftsreisen: Früher hat einem das Sekretariat die Besprechungsprotokolle der vergangenen drei Monate der Steering Group fotokopiert, hinterher telefoniert ob alle Informationen vorhanden sind, die Papiere dann in eine Mappe eingelegt und die hat man dann mit vielen anderen Mappen zusammen versucht in die viel zu kleine Aktentasche zu verstauen.

Im hier und jetzt dagegen klappe ich einfach meinen PDA auf und rufe unser Firmen-Wiki auf.

Wikis und Communal Constructivism


Es harren noch einige Proceedings der WikiSym 2007 auf mich. Ein schöner Bericht ist dabei der von Renée Fountain: »Conceptual Enhancement Via Textual Plurality: A Pedagogical Wiki Bow Towards Collaborative Structuration«. Es geht um Communal Constructivism (CC), einem didaktischem Ansatz, der davon ausgeht, dass die Lerner nicht nur ihr persönliches Wissen »konstruieren«, sondern auch aktiven Anteil daran haben, wie sich ihre (Lern-) Gemeinschaften Wissen aneignen:

According to CC, students construct learning “for” as well as “with” others, ideally leaving their imprint in the development of the course, their school or university, and ideally the discipline.

Es ist auch ein schönes praktisches Beispiel für den Einsatz von Wikis in der Hochschullehre.

Weiterlesen: WikiSym 2007 Proceedings: Conceptual Enhancement Via Textual Plurality: A Pedagogical Wiki Bow Towards Collaborative Structuration.

WikiCreole


Wer häufig mit Wikis arbeitet, kennt das Problem: Jedes Wiki-System verwendet seine eigene Syntax. Ein fettes Wort setzt man beispielsweise mal in drei Hochkommas (»'''« - MediaWiki, MoinMoin), mal in Sternchen (»*« - Confluence, SocialText, TWiki) oder in doppelten Anführungszeichen (»"« - TiddlyWiki). Als Alternative bietet sich WikiCreole, ein angestrebter Standard für eine einheitliche Wiki-Syntax. Der Standard deckt derzeit zwar nur die wichtigsten Auszeichnungsformen ab, aber es ist ein Anfang und ich hoffe, dass Creole in viele Wiki-Systeme Einzug halten wird - wenigstens optional.

Einen schönen Überblick zu dieser Thematik lieferten Christoph Sauer, Chuck Smith und Dr. Tomas Benz von der Uni Heilbronn während der WikiSym 2007.

Weiterlesen: WikiSym 2007 Proceedings: C. Sauer, C. Smith, & T. Benz. WikiCreole: A Common Wiki Markup.

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