trivialpatente

Blackboard weiter im Fokus

Die Blackboard-Patent-Story ist nun bei Tim O'Reilly angekommen. Während wir in Europa noch den Anfängen der Softwarepatente wehren können, versucht man in den U.S.A wenigstens aus dem Education-Bereich die Patentinhaber und die Patent-Trolle herauszudrängen:

Blackbord wird Softwarepatent zugesprochen

Marco Kalz hat recht, diese Meldung, auf die wohl zuerst Michael Feldstein aufmerksam gemacht hat, gehört gebloggt. Übrigens, hier in Europa probiert derzeit SAP, im E-Learning-Bereich einige Patente durchzubekommen. Seitdem ich die Liste das letzte Mal hier veröffentlicht hatte, sind ein paar neue Patente hinzugekommen. Mit Hilfe der Suchfunktion auf der Website des europäischen Patentamts kann man sich dazu mittels der Suchfunktion schnell einen Überblick verschaffen. Hier ein Auszug der von der SAP angemeldeten Patente zum Thema E-Learning:

  • CONTENT BASED MESSAGING FOR E-LEARNING
  • STRUCTURAL ELEMENTS FOR A COLLABORATIVE E-LEARNING SYSTEM
  • E-LEARNING STATION AND INTERFACE
  • NAVIGATING E-LEARNING COURSE MATERIALS
  • E-LEARNING COURSE EDITOR
  • E-LEARNING AUTHORING TOOL
  • OFFLINE E-LEARNING
  • E-LEARNING SYSTEM
  • E-LEARNING COURSE STRUCTURE
  • E-LEARNING STRATEGIES
  • CONTENT BASED MESSAGING FOR E-LEARNING
  • STRUCTURAL ELEMENTS FOR A COLLABORATIVE E-LEARNING SYSTEM

Urheberrecht: Web 2.0 und informelles Lernen am Ende?

Auf Checkpoint E-Learning ist nun auch erstmals über die Probleme des neuen Patent(un)wesens berichtet:

Betrügerisches Vorgehen?

Aufregung über US-Patent auf Online-Tests

München, April 2006 – Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat beim US-Patentamt einen Antrag auf Nachprüfung eines Patents gestellt, mit dem sich das Unternehmen Test.com Schutzrechte auf die Durchführung von Online-Test gesichert hat. Laut der US-Bürgerrechtsorganisation kommen dadurch auf eLearning-Anbieter und Universitäten illegitime Lizenzforderungen zu.

Seit einigen Jahren versuchen Medienindustrie und Großunternehmen amerikanische Auffassungen zum Urheberrecht und zu Softwarepatenten (den so genannten Trivialpatenten) in Europa einzuführen. Auf der EU-Ebene ist die Einführung dieser Softwarepatente im letzten Jahr gescheitert, allerdings wird immer noch daran gearbeitet, dies zu ändern.

Im letzten Jahr hatte ich mit dem Beitrag »Softwarepatente und E-Learning« meine Meinung zu der Softwarepatentthematik kurz dargelegt und die Folgen für die E-Learning-Branche sehr kritisch beleuchtet. An diesem Standpunkt hat sich nichts geändert. Genauso kritisch sehe ich die Verschärfungen im Urheberrecht. Hier scheint die Medienindstrie schon weiter zu sein als die Patentlobby. Der Heise-Verlag berichtet heute von zwei Ereignissen (übrigens kann ich vor dem Heise-Verlag nur meinen Hut ziehen; es gibt wohl keinen anderen Verlag, der so viel Energie in die Recherche zu diesen Themen steckt):

Softwarepatente und E-Learning

Die Debatte im die Einführung von Softwarepatenten (aka Logikpatente, Trivialpatente) in Europa spitzt sich zu. Zeit, einmal nachzusehen, wie Trivialpatente die Entwicklungen im E-Learning beeinflussen würden und welche Folgen die neuen Patentansprüche von unter anderem der SAP AG nach sich ziehen werden.

Was sind Patente, welchen Sinn haben sie?

Ein Patent ist kein natürliches Recht, das einer Person eben zusteht. Patente wurden vielmehr eingeführt, um ein volkswirtschaftliches Problem zu lösen:

  • Ein Erfinder muß viel Zeit, Mühe und Geld investieren, um eine Idee nutzbar zu machen.

  • Weniger innovative Zeitgenossen sparen den Entwicklungsaufwand, indem sie die fertige Erfindung einmal kaufen und anschließend kopieren.

  • Der Erfinder wird daher alles tun, um die technischen Details seiner Erfindung geheimzuhalten – durch verschleiernde Bauweise und strenges Geheimhalten aller Konstruktionspläne.

  • Irgendwann stirbt der Erfinder und nimmt das gesamte Wissen über seine Erfindung mit ins Grab. Dadurch geht die Erfindung der Gesellschaft wieder verloren.

Um dieses Problem zu lösen, schafft der Staat per Gesetz einen Anreiz zur Offenlegung:

  • Der Staat gewährt dem Erfinder ein zeitlich begrenztes Monopol auf die wirtschaftliche Nutzung seiner Erfindung.

  • Im Gegenzug verpflichtet sich der Erfinder, die technischen Details der Erfindung in einer Patentschrift offenzulegen.

  • Das zeitlich begrenzte Monopol gewährleistet dem Erfinder die Rentabilität seiner Investition.

  • Nach Ablauf dieses Zeitraums kommt die offengelegte Erfindung der Allgemeinheit zugute.

Der Staat bietet einem Erfinder also ein Geschäft an: Mache anderen

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