e-learning 2.0

PLENK2010


Dies ist der erste Eintrag von mir zum offenen Online-»Kurs« Personal Learning Environments, Networks, and Knowledge 2010 . Dieser »course« ist ist ein Weiterbildungsprojekt, das sich in seiner didaktischen Konzeption auf den Konnektivismus stützt. Ganz nebenbei ist dieser Kurs auch Teil eines kanadischen Forschungsprojekts zu Personal Learning Environments.

Im Prinzip funktioniert der Kurs so, dass die Moderatoren Themen vorgegeben werden, mit denen sich die Teilnehmer dann in ihren Blogs, Twitter-Accounts und anderen Webdiensten auseinandersetzen sollen. Die PLENK2010-Website versucht diese Informationen zu sammeln und zusammen zu fassen. Es gibt auch eine Moodle-Installation, aber ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich keine Lust hatte, mich dort einzuloggen.

Das hier ist nun mein PLENK2010-Blog. Die Kurssprache ist englisch, darum werde die folgenden Beiträge alle in englisch verfassen. Das wird für native speaker mitunter nicht einfach zu lesen sein, dafür entschuldige ich mich dann schonmal vorsorglich.

Die Hompage zu PLENK2010 ist unter folgender Adresse zu erreichen: connect.downes.ca

Die Moderation des Kurses übernehmen George Siemens, Stephen Downes, Dave Cormier und Rita Kop, das Programm sieht wie folgt aus:

12th September 2010   A tour of PLEs and PLNs - diagrams, discussions, examples
19th September 2010 Contrasting personal learning with institutional learning, PLEs with LMSs
26th September 2010 Understanding the neXt/eXtended Web
3rd October 2010 PLE/PLN and learning theories
10th October 2010 Evaluating Learning in PLE/Ns
17th October 2010 Using PLEs successfully - skills, mindsets, and critical literacies
24th October 2010 PLE/N Tools - What Exists, What is Being Built?
31st October 2010 PLE/Ns and personal knowledge management
7th november 2010 PLE/Ns in the classroom (PLE/Ns and blended learning)

Termine


Termine und Veranstaltungen

  • 02. Mär 2011 CeBIT: [Podiumsdiskussion] Webciety: E-Learning 2.0
  • 02. Feb 2011 Learntec: [Workshopleitung] Web 2.0 zum Anfassen - Ein World Café mit Microblogs, Wikis und Weblogs
  • 13. Okt 2010 Zukunft Personal: [Vortrag] E-Learning für KMU: zwei Beispiele aus der Praxis
  • 13. & 14. Aug 2010: Mit-Organisator BarCamp Kiel
  • 13. Jun 2010 Personalleiterwerkstatt Denkfabrik am See: [Workshop] Web 2.0 für Personalleiter
  • 10. Jun 2010: Gründungsveranstaltung Fachforum E-Learning IT
  • 02. Mär CeBIT Forum Learning & Knowledge Solutions: [Podikumsdiskussion] Lernende Organisationen
  • 02. Mär CeBIT Forum Learning & Knowledge Solutions: [Podikumsdiskussion] E-Learning für Vertrieb und Partner
  • 24. Sep 2009 Zukunft Personal: [Vortrag] Voneinander lernen: Online-Zusammenarbeit in Unternehmen
  • 07. Mär 2008 CeBIT Forum Learning & Knowledge Solutions: [Vortrag] Informelle Lernprozesse mit Hilfe von Social Software etablieren.

Einsatzmöglichkeiten von (Micro-) Blogging in der Weiterbildung


Ralf Appelt beschreibt in einem Beitrag für das Buch »E-Learning in Hochschule und Weiterbildung« (Holten & Nittel 2010) die Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung, die er im wesentlichen in Ansätzen des informellen Lernens sieht und dazu verschiedene Ansätze skizziert:

  • Blogs als Lerntagebücher (Repräsentation von Wissen erster und zweiter Ordnung)
  • Blogs als Feedbackkanal (Transformation von Informationen in Wissen)
  • Blogs als Medium zum Wissenstransfer (Lernen als aktiver, kollaborativer und selbstgesteuerter Prozess)
  • Persönliche Blogs (Erfahrungsaustausch, bedarfsorientiertes Lernen in einem sozialen Rahmen)

Neben diesen theoretischen Möglichkeiten beschreibt Ralf auch ganz praktische Einsatzszenarien, wie man als Organisation Blogs nutzen kann (spontan fallen mir dazu gerade der Volkshochschulverband Schleswig-Holstein und der Weiterbildungsverbund Segeberg ein, die seit geraumer Zeit Twitter unter @VHS_SH und @WBVSegeberg nutzen). Auch als Lehrender sind Blogs spannend, wenn es geht, versuche ich als Berater und Trainer Blogs und Wikis ebenfalls einzusetzen. Für einen Teilnehmer, als einen Lerner, sind solche Aspekte aber natürlich auch sehr interessant. Gerade die Volkshochschulen könnten davon provitieren, da deren Weiterbildungsangebote nicht so streng formalisiert sind wie beispielsweise IHK-Kurse.

Danke Ralf, dass du deinen Artikel online gestellt hast.

Weiterlesen bei Ralf Appelt: Artikel “Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung” online verfügbar.

Debatte: Ist informelles Lernen nur eine Modeerscheinung?


Der britische E-Learning-Anbieter Epic veranstaltet auch in diesem Jahr wieder eine E-Learning-Debatte. Die These am 6. Dezember 2010 lautet:

This house believes that technology-based informal learning is more style than substance.

Diese These bietet viel Stoff für eine emotinale Debatte. Als Fürsprecherin wird Dr. Allison Rossett, Professor of Educational Technology at San Diego University, auftreten, als Gegensprecher hat sich kein geringerer als Jay Cross angekündigt.

[via Clive on Learning]

3. Korb Urheberrecht und Leistungschutzrecht — Online-Lernen könnte damit unmöglich gemacht werden


Wie will man ein Online-Lernen-Projekt aufsetzen, wenn selbst Presseüberschriften in Zukunft nicht mehr zitiert werden dürfen, ohne eine Urheberrechtsverletzung zu begehen? So unwahrscheinlich das im ersten Moment erscheint, so erschreckend nah ist ein solches Urheberrecht, das mit dem sogenannten 3. Korb weiter überarbeitet werden soll. netzpolitik.org ist ein angebliches Strategiepapier der Verlagsbranche mit Grußworten von von Christoph Keese (Springer) und Prof. Robert Schweizer (Burda), zugespielt worden. Es ist nicht klar, ob das Dokument authentisch ist, es würde allerdings zur derzeitigen Debatte nach einem Leistungsschutzrecht passen:

Um einen effektiven Rechtsschutz zu gewährleisten, sollten nicht nur Teile des Presseerzeugnisses wie einzelne Beiträge, Vorspänne, Bilder und Grafiken geschützt werden. Schutzwürdig sind beispielsweise auch Überschriften, Sätze, Satzteile etc., soweit sie einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen.

Weiterlesen bei netzpolitik.org: Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren.

Von einem persönliches Reboot der Online-Kommunikation


Ich mag das Internet, ich liebe Open Source und ich finde die neuen Formen der Online-Zusammenarbeit und der Kommunikation einfach großartig. Darum ärgere ich mich natürlich über Kulturpessimisten wie zum Beispiel Schirrmacher, die in der neuen vernetzten Welt den Untergang des Abendlandes sehen. Aber tatsächlich ist das Internet, das Social Web, eine neue Welt, die es zu erkunden gilt, und jeder von uns muss den Umgang damit erlernen und entscheiden, welche Rolle es im eigenen Leben einnehmen soll.

Christian Spannagel hat den Stecker gezogen. Ihm ist die allgegenwärtige Kommunikation, das ständige eingebunden sein, zuviel geworden. Darum hat er sich für einen reboot, für einen Neuanfang seiner Online-Kommunkation entschieden.

Christian Spannagel ist Leiter des Instituts für Datenverarbeitung/Informatik an der PH Heidelberg. Er ist einer der bekanntesten Edu-Blogger im deutschsprachigen Raum, er mag das Internet und er ist (oder war es zumindest) von den Kommunikationsmöglichkeiten im Internet begeistert. Und nun macht er sich rar, hat sich von Twitter, Facebook, XING und noch einigen anderen Netzwerken abgemeldet. Sein Blogpost zu seinem Ausstieg hat ein großes Echo hervorgerufen, so dass er in einem Kommentar seine Beweggründe erläuert hat:

, Ich wollte es eigentlich nicht schreiben, und es kostet mich Überwindung, das jetzt hier hineinzuschreiben, weil es an die Substanz geht. Ich habe sehr intensiv im Netz gelebt und mich dabei über den sozialen Austausch definiert. Dieser Austausch wächst mir nun schon seit längerem über den Kopf. Ich habe mich überfordert. Ich bin ausgezehrt.

Ich habe meine persönliche Einheit, meine Zufriedenheit verloren. Mir fehlt die Tiefe des Lebens. Ich sehne mich nach weniger Komplexität und mehr innerer Ruhe. Ich bin in meinen Grundhaltung erschüttert und muss mich wieder neu sortieren.

Wenn man diese Sätze liest, kann man nachvollziehen, wie notwendig dieser Reboot für Christian ist. Zum Glück hat er sich nicht komplett aus dem Netz verabschiedet, er wird weiterhin bloggen, und er wird weiterhin auf Wikiversity aktiv sein.

Ich wünsche ihm, ich wünsche dir, dass du dich von deinem jahrelangen Online-Experiment erholst und dass du mit deinem Reboot einen neuen, gesunden Weg des (Online-) Miteinanders finden wirst.

Und was ziehe ich persönlich für Schlüsse aus Christians Erfahrung? Eigentlich bestärkt es mich in meinem eigenen Kommunikationsmodell, nämlich mich zu fokussieren. Meine für mich wichtigste Kommunikationsplattform ist meine eigene Website mit Blog und Wiki. Twitter und Identi.ca haben sich zu einem weiteren wichtigen Kommunikationskanal entwickelt. Darum werde ich hier auch demnächst ein eigenes Microblog installieren. Daneben gibt es noch einige kleinere Systeme, auf denen ich unterwegs bin: im IRC, beispielsweise dem E-Learning-Channel auf Freenode, und einigen Mailinglisten.

Auf Facebook und XING bin ich zwar präsent, ich kommuniziere dort allerdings herzlich wenig. Den Account auf Facebook unterhalte ich tatsächlich nur aus professionellem Interesse.

Neben der öffentlichen Kommunikaton gibt es noch eine private. Dafür setze ich ebenfalls auf geschlosseene Wikis und auf Drupal, aber auch auf E-Mail und auf Jabber.

Weiterleseen:

Studie: Mobile Learning auf Smartphones wird anders genutzt als erwartet


Klassische Web Based Trainings auf Smartphones funktionieren nicht. Das kann man aus einer Studie vom Januar der IBM und der Columbia University folgern. Als E-Learning-Entwicker wäre darum eine Orientierung am Beispiel iPhone hilfreich. Vor Apples Smartphone gab es schon viele andere Smartphones, aber erst das iPhone brach mit der bisherigen Bedienungphilosophie, die an klassische Desktop-Computer angelehnt war. Erst mit dem iPhone sind ganz neue Anwendungsformen denkbar geworden.

Jochen Robes macht auf die Konsequenzen aufmerksam, die man bei der IBM daraus gezogen hat:

Zum Schluss noch der Hinweis auf die Konsequenzen, die IBM aus diesen Ergebnissen zieht: “As a result of the study, IBM has shifted its focus for mobile learning from delivering formal learning modules to just-in-time performance support systems.”

Weiterlesen: Nabeel Ahmad und Peter Orton: Smartphones Make IBM Smarter, But Not As Expected. Training & Development, Januar 2010 (BNET).

Studie: Noch kein Web 2.0 in Unternehmen


Diese Woche ging die Studie »Web 2.0 in Unternehmen« durch die Blogoshpäre. Auch "Netzökonom" Holger Schmidt von der FAZ hat einen lesenswerten Artikel dazu geschrieben: Unternehmen tasten sich langsam an das Web 2.0 heran. Wie man schon erahnt, wurde mit einer Umfrage unter ca. 350 Unternehmen festgestellt, dass sich Unternehmen noch sehr schwer tun mit diesem Web 2.0:

Balkendiagramm
Quelle: Daten stammen aus der Studie »Web 2.0 in Unternehmen«

Allerdings kann man an den Fragen auch erkennen, an was die Autoren der Studie interessiert hat: Marketing und Kundenkommunikation. Aber wie die folgende Grafik zeigt, scheinen Unternehmen auch eher auf Social Media fürs Verkaufen Wert zulegen denn auf die interne Kommunikation und das eigene Wissensmanagement:

Digital Restrictions Management funktioniert nicht - Beispiel Kindle


Selbst die Musikindustrie, die nicht gerade als Hort innovativer Geschäftsideen bekannt ist, hat mittlerweile eingesehen, dass Digital Restricted Manamagement (DRM) für Kunden ein Grund ist, Musik nicht zu kaufen. Darum wird Musik mittlerweile wieder ohne DRM-Fesseln angeboten.

Amazon liefert nun ein schönes Beispiel, warum man seinem E-Book-Reader (in diesem Fall Kindle) nicht trauen kann: via Funknetzanbindung sind zwei Bücher von allen Kindles gelöscht worden. Anscheinend hatte der Verlag, der die E-Books zur Verfügung gestellt hatte, nicht die dafür notwendigen Verwertungsrechte. Dennoch, das Problem fasst Peter Sennhauser auf netzwertig.com treffend zusammen:

Was nichts an der orwellschen Horrorvision ändert, dass einem ein Verkäufer Waren, die man gekauft hat, unter irgendwelchen Begründungen nachts wieder aus dem Haus holt und einen Scheck über den Kaufpreis hinterlegt.
Syndicate content