Wiki statt Lernplattform

Aus didaktischer Sicht benötigt man nicht unbedingt ein Learning Management System wie BlackBoard, CLIX, ILIAS oder Moodle. Stewart Mader beschreibt in einem Artikel für den "Web 2.0 Explorer" warum ihm eigentlich ein Wiki ausreicht:

I've used both Blackboard and WebCT in my own teaching, and helped several schools set up both. I initially liked the idea of a single virtual space to enhance and extend a traditional course, but that perception has changed over time. Although the CMS combines everything from discussion board to live chat, file management, assignment submission, online quizzes, etc., you feel like you're spending less time actually using them and more time learning all their quirks and particular ways of doing things. This is my biggest frustration with the CMS.

Then along came the wiki, giving instructors (and me) an incredibly easy tool. Now I was really confused. Why use a CMS when something this easy comes along?

Ein Wiki ist vollkommen ausreichend, um den Lernen einen Raum zum Lernen und zum Informationsaustausch anzubieten. Insofern hat Stewart auch recht, vollkommen recht. Informelles Lernen durch und durch. Allerdings... erwünscht ist ein solcher Ansatz häufig nicht. Ein LMS führt nicht umsonst den Begriff Management im Namen. Für viele Organisationen steht gerade das Verwalten der Lerner, Trainer und Kurse im Vordergrund. Lernzeiten ermitteln, Lernleistung mittels Multiple Choice-Aufgaben bemessen, Zertifikate in die digitale Personalakte transferieren. Vielleicht ist es ja das mit einer der Gründe, warum das Potenzial, das in E-Learning schlummert, noch nicht ausgeschöpft wird. Während man noch fröhlich Trainer in Seminare schickt, die vor 15 Jahren aufgehört haben, ihre didaktischen Fertigkeiten weiter zu entwickeln, will man mit E-Learning erst einmal den Verwaltungskram erschlagen.

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Kommentare

Zum Lernen gehören nicht nur Lerner und Lehrer sondern auch eine Schule. Das darf bei diesem Artikel nicht vergessen werden. Eine Schule braucht Verwaltung und das kann nur ein LMS bieten.

Um zu lernen brauch ich nur einen Virtual Desktop mit Bookmarks (del.icio.us) und einen Calendar und einen RSS-Verwalter und eine DropBox und das war es.

Aber für eine Schule sind Authentifierungen fundamental notwendig. Zensuren verwalten, Portfolios, gesicherte Zugänge, SMS Dienste, Stammdaten usw. sind für einen Lernbetrieb zwingend notwendig. Dadurch können Kosten minimiert und Verwaltung abgebaut werden und Support und Transparenz erhöht werden.

Durch ein schnell aufgesetztes Wiki wird dies aber nicht erreicht, genauso wenig wie bei Moodle. Es müssen Campusweite Netzwerke geschaffen werden. Ein Wiki kann irgendwo im Netz benutzt werden, das ist Web 2.0, ein LMS ist für was anderes da.

Gruss aus dem Norden
Andreas

Ich sehe das genauso wie Andreas. Es ist nicht die Frage ob Wiki oder LMS, sondern die Frage lautet: Was brauche ich für die Organisation meines Lehr/Lernangebots. Ein Wiki kann für einige Personen vollkommen ausreichen, für Andere ist es ein sinnvoller Teil eines LMS und die dritte Personengruppe benötigt gar kein Wiki.

Vergessen darf man aber nicht, dass ein LMS erheblich mehr bietet als ein Wiki. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Verwaltung und Adminstration von Lernenden. Kurz gesagt der Vergleich von Wiki und LMS hinkt.

Auch sollte man nicht vergessen, dass es bereits vor der Wiki-Zeit schon sehr gute Tools für die Realisierung von E-Learning-Szenarien gab, nämlich die Diskussionsforen. Hiermit kann man sehr einfach und schnell E-Learning realisieren. Ich halte die Foren sogar für breiter einsetzbar und einfacher als Wikis, man braucht nur ausreichend Kreativität um sie zu nutzen und daran fehlt es häufig ;-).

Gruss aus der Pfalz

Sabine

Auch sollte man nicht vergessen, dass es bereits vor der Wiki-Zeit schon sehr gute Tools für die Realisierung von E-Learning-Szenarien gab, nämlich die Diskussionsforen. Hiermit kann man sehr einfach und schnell E-Learning realisieren. Ich halte die Foren sogar für breiter einsetzbar und einfacher als Wikis, man braucht nur ausreichend Kreativität um sie zu nutzen und daran fehlt es häufig ;-).

Ja, Communities of Practice (PoC) sind aus meiner Sicht sehr interessant. Wir arbeiten gerade mit einem Kunden an einem sehr schönen Konzept, bei dem dann auch Drupal eine wichtige Rolle spielen wird.

Herzliche Grüße aus dem Norden ;-)
-Tim

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