UEFI: Der designierte BIOS-Nachfolger bereit Linux Probleme

Seit einiger Zeit lese ich das Blog des Linux-Entwicklers Matthew Garrett. Er hat eine Reihe interessanter Beiträge zum Thema UEFI geschrieben, in der Fallstricke und Abgründe dieser neuen PC-Technik analysiert.

UEFI ist der designierte Nachfolger des guten alten PC-BIOS, das immer öfter an seine technischen Grenzen stößt. MIt UEFI soll der Boot-Vorgang einfacher werden, d.h. es sollen solche Dinge wie Booten von einem bestimmten Medium sowie Booten eines bestimmten Betriebssystems möglich sein, mit einem nett anzusehen User-Interface. Dafür gibt es umfangreiche technische Dokumentationen und Spezifikationen, so dass es theoretisch möglich sein wird, auf beliebigen UEFI-Systemen verschiedene Betriebssysteme von diversen Medien aus zu booten.

In der Praxis funktioniert das dann aber doch nicht, beispielsweise ist der UEFI-Bootloader aktueller Apple Mac-Rechner so fehlerhaft, dass sich Linux nicht installieren lässt. Auch einige Intel Referenzsysteme bereiten große Probleme, da sich deren UEFI-Systeme nicht an die Spezifikationen halten (und Intel ist die treibende Kraft hinter UEFI). Da UEFI anscheinend so schwer zu implementieren ist, sind die Hardwarehersteller dazu übergegangen, anstatt auf die Einhaltung der Spezifikationen zu achten, einfach ihre Produkte nur noch mit Windows bzw. MacOS X testen. Wenn Windows bootet, ist alles okay. Garrett schreibt dazu lapidar:

Anyone who's been following anything I've written lately may be under the impression that I dislike EFI. They'd be entirely correct. It's an awful thing and I've lost far too much of my life to it. It complicates the process of booting for no real benefit to the OS. The only real advantage we've seen so far is that we can configure boot devices in a vaguely vendor-neutral manner without having to care about BIOS drive numbers. Woo.

UEFI ist also noch eine riesengroße Baustelle, was sich in in laufend neuen Spezifikationen niederschlägt. Leider wird dabei auch mal etwas verschlimmert. So hat man jetzt die Möglichkeit implementiert, dass auf jeden Fall Windows bootet, selbst wenn das UEFI-System fehlerhaft konfiguriert ist. Die Folge ist, dass Hardwaresteller noch weniger darauf achten werden, ein den Spezifikationen entsprechendes System zu produzieren. Denn deren Test-Windows bootet ja einwandfrei.

Das nächste Problem ergibt sich aus dem UEFI secure boot protocol. Damit ist es möglich ein PC-System kryptographisch ähnlich abzusichern wie eine Spielekonsole. Ein solches UEFI-System wird dann nur Software starten, die kryptografisch signiert ist. Und wer das Windows 8-Logo von Microsoft erhalten möchte, muss seine Computer mit UEFI secure boot ausliefern. Prinzipiell ist das kein Problem, die Hersteller könnten ihre UEFI-Systeme so konfigurieren, dass dennoch andere Systeme wie Linux davon booten können. Allerdings hat sich ja gezeigt, dass die Hersteller nur minimalen Aufwand in Sachen Kompatibilität betreiben. Wenn Windows bootet, ist alles in Ordnung.

Es gäbe da natürlich eine nette, technisch sehr interessante Alternative zu UEFI

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