E-Learning-Blog

Learntec 2011: Ein World Café zum Web 2.0


Auf der kommenden Learntec werde ich am 02. Februar 2011 einen netten, kleinen Workshop in Form eines World Cafés anbieten. Führungskräfte, Personaler und Trainer haben im Rahmen des Workshop die Möglichkeit, Web 2.0-Anwendungen auszuprobieren und ihre Erfahrungen in Kleingruppen zu diskutieren. Die Resonanz aus einem ähnlichen Workshop war trotz WLAN-Probleme so gut, dass ich diese Veranstaltung unbedingt wiederholen wollte.

Aus dem Proposal: Weiterlesen …

IGEL gegründet – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage


Wie will man ein Online-Lernen-Projekt aufsetzen, wenn selbst Presseüberschriften in Zukunft nicht mehr zitiert werden dürfen, ohne eine Urheberrechtsverletzung zu begehen? So unwahrscheinlich das im ersten Moment erscheint, so erschreckend nah ist ein solches Urheberrecht, das mit dem sogenannten 3. Korb weiter überarbeitet werden soll.

Im Juni hatte ich noch nicht geglaubt, dass die Verleger die Idee eines Leistungsschutzrechts durchbekommen werden. Doch mittlerweile sieht es düster aus, Jan Mönikes schreibt dazu in seiner umfangreichen FAQ:

Wird das Leistungsschutzrecht für Verlage kommen?

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagt: Ja. Es sei nur noch eine Frage des Wie, nicht des Ob. Schließlich steht das Leistungsschutzrecht (LSR) im Koalitionsvertrag.

Ich muss zugeben, ich bin derzeit ernüchtert, was mein politisches Online-Engagement angeht. Vor ein, zwei Jahren war ich noch der Meinung, dass das Internet eine neue Form der politischen Partizipation ermöglichen würde und dies von der Politik auch erwünscht sei. Aber bis auf eine kleine Erschütterung namens Piratenpartei hat sich doch nicht viel verändert, dafür bekommt man nun das ganze Elend der sogenannten politischen Willensbildung ohne filternde Kamingespräche mit.

Ich will aber meine Hoffnung nicht verlieren. Vielleicht besinnt man sich doch noch und zumindest dieses Mal geht der Krug an Schulen, Hochschulen und all den vielen anderen Bildungsstätten vorüber. Damit dem so wird hat Till Kreutzer von iRights.info IGEL ins Leben gerufen, die Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht. Ich werde IGEL unterstützen, denn ein Leistungsschutzrecht wäre für unser Bildungssystem ein weiteres Desaster.

Erste Blogs offline wegen des neuen Jugendmedienstaatsvertrags (JMStV)


Heise berichtet gerade, dass die ersten deutschen Blogger angekündigt haben, dass sie ihre Blogs wegen des Jugendmedienstaatsvertrags (JMStV) schließen werden. Sehr schade ist es beispielsweise um Kris Köhntopps Website. Ihn zu lesen war immer sehr informativ und kurzweilig, mit seinem Blog gehen eine Menge spannender politische und technische Inhalte verloren. Da er die Nutzer vorgewarnt hat, werden seine Inhalte wahrscheinlich vielfach kopiert werden und tauchen irgendwann wieder in P2P-Netzen und auf dubiosen ausländischen Servern auf.

Der JMStV schreibt Websites (und darunter fallen eben auch private Blogs) eine Altersklassifierzung sämtlicher Inhalte vor. Bei Inhalten ab 16 oder ab 18 muss ein wirksames System der Alterskontrolle und Zugangsregelung verwendet werden. Unsere Qualitätsmedien sind hiervon übrigens ausgenommen (Quelle: YuccaTree Post):

Bild.de darf also weiterhin sexistische Tittenbildchen für ein Publikum ab 0 Jahren ins Netz stellen, während ein kleines Blog mit erotischen Inhalten – und seien diese noch so romantisch und unsexistisch – sich mindestens ein “ab 16″ einhandelt.

Im Januar hatte ich darüber gebloggt und auf die impliziete Marktschranke hingwiesen. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es tatsächlich so weit kommen wird.

Ich selbst kann noch nicht einschätzen, ob ich diese Website hier weiter betreiben kann. Als freiberuflicher E-Learning-Berater könnte ich mir jedenfalls weder die Altersklassifizierung leisten noch das Risiko möglicher Abmahnungen. Andereseits kann ich auf das eigene Blog auch nicht verzichten.

Vielleicht gehe ich einfach wieder zurück in die Landwirtschaft.

PDF zum Webinar »Wie Firmen-Wikis (informelle) Lernprozesse unterstützen«


Gestern habe ich auf Einladung von time4you im Rahmen eines Webinars über den Einsatz von Firmen-Wikis berichtet. Zwar hatte ich die mir zugedachte Redezeit ein wenig überzogen, aber es blieb doch noch genügend Raum für die Beantwortung einige Fragen.

Screenshot Webinar Startseite

Es hat mir großen Spaß gemacht und ich hoffe, für die Teilnehmer war es eine interessante Veranstaltung.

Die PDF-Datei zum Webinar kann jetzt aus dem E-Learning-Wiki heruntergeladen werden.

Budgets im Forschungsfördergelderdschungel


Christiane Schulzki-Haddouti hat auf KoopTech wieder einmal ein schönes Stück Recherchearbeit veröffentlicht: Zahlenrätsel zum Innovationsstandort Deutschland. Sie wollte ermitteln, welche Forschungen mit welchen Budgets gefördert werden und dann an Hand der Budgegröße versuchen, eine politische Priorität zu ermitteln. Allerdings geben die Bundeshaushalte eine solche Aufschlüsselung nicht her und auch die Forschungsgemeinschaften haben nichts vergleichbares veröffentlicht:

Einen Überblick über das Wirken der Forschungsgemeinschaften gibt der so genannte “Monitoring-Bericht 2010” des Pakts für Forschung und Innovation. Merkwürdigerweise vermeiden es die Wissenschaftsorganisationen dort tunlichst, ihr Wirken monetär nach Forschungsbereichen aufzuschlüsseln. Man erfährt eine Menge über Frauenförderung, Zitationshäufigkeiten oder Personalentwicklung. Über einzelne Projekte wird berichtet – aber sie werden nicht in ein Forschungsprofil der jeweiligen Organisationen eingeordnet. Es wird nicht klar, wie viel Gelder in welchen Forschungsbereich fließen! Als sollte die Gebietsaufteilung zwischen den Organisationen unverhandelbar und damit unantastbar bleiben.

Christiane beschreibt in ihrem Posting, wie sie sich in journalistischer Fleißarabeit durch verschiedenste Berichte durchgearbeitet hat, um am Beispiel Energiepolitik herausbekommen zu können, wie groß die Budgets der einzelnen Bereiche sind. Am Ende sind dann zwei anschauliche Grafiken enstanden, die die deutliche Priorisierung der Kerntechnik aufzeigen:


Grafiken von Christiane Schulzki-Haddoutin/ KoopTech, Copyright: CC-by-NC-SA.

Es ist schon erstaunlich, wie schwierig es ist, eine solche Übersicht zu erhalten. Und die Vermutung, dass da Absicht dahinter stehen könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Eine Debatte über die Forschung, politische Priorisierung und die Forschungsbudgets ist so nur schwer möglich.

Fragen, die man nicht mehr beantworten sollte


Obviously there are numerous questions that need to be addressed in terms of social/relational impact of technology, how individuals connect and create information with participative tools, and so on. But many of the previously “hot” questions about technology in education no longer interest me.

George Siemens beschreibt in seinem Posting Questions I’m no Longer Asking, dass die Beantwortung vieler Fragen wenig Sinn macht. Beispielsweise die Frage, ob E-Learning effektiver sei als Präsenzunterricht. Egal, wie die Antwort ausfallen mag, sie ist im Grunde irrelevant, da die ständige Nutzung der Online-Medien mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert und schlicht nicht mehr wegzudenken ist.

Über eine Frage, die nicht mehr beantwortet werden sollte, habe ich mich besonders gefreut, weil ich mich über dieses Thema seit dessen Auftauchen geärgert habe:

Does technology use vary by age? Nonsensical. It would only matter if people couldn’t learn new skills. They can. They do. And most software is easier to use today than it was ten years ago. Motivation, not age, is key.

In den Kommentaren hat das Chris Atherton dann noch mal schön auf den Punkt gebracht.

I second Chris Lott’s comment – the digital native/immigrant debate is as dead as the proverbial dodo to me. I work every day with kids of a generation widely held up as de facto digital natives, and many are staggeringly info- and tech-illiterate.

MathML-Unterstützung in Chromium und Firefox


Da Brian Kelly gerade über die Verabschiedung des Standards MathML in der Version 3 gebloggt hat, habe ich mir auch mal die MathML-Unterstüzungen in Chromium 9.0.565.0 (nigthly build) und Firefox 4.0b8pre angesehen. Der Firefox hat traditionell eine gute MathML-Unterstützung. Für die kommende Version 4 haben die Entwickler nochmal nachgelegt, so dass die MathML-Testseite fast so schön wie mit TeX gerendert wirkt.

Chromium als Webkit-Browser braucht dagegen noch ein wenig mehr Entwicklungsarbeit, wie die Screenshots zeigen:

Chromium Firefox
Screenshot MathML Chromium Screenshot MathML Firefox

Screenshot MathML, links Chromium, rechts Firefox

Mit einem Klick auf die Grafik erhält man den Screenshot mit den Browsern als Originaldatei (2395x969 Pixel.)

Scoyo update


Nach der vielen Aufregung um Scoyo bin ich gebeten worden, auch mal der aktuell guten Entwicklung des Online-Lernportals Rechnung zu tragen. Ich habe darum die etwas veraltete Wikiseite überarbeitet und auf einen Beitrag bei Gründerszene hingewiesen, in dem SuperRTL stolz vermeldet, dass Scoyo erstmals (zeitweise) profitabel arbeiten würde.

Schön, dass es in Hamburg wieder aufwärts geht.

Weiterlesen bei Gründerszene: Dumm gelaufen Bertelsmann: Scoyo ist unter Super RTL erstmals profitabel.

John Stewart und Barack Obama


John Stewart muss ein ganz schön großes Ego haben, wenn er so locker, souverän und amüsant mit Barack Obama plaudern kann.

Video ansehen: The Daily Show, October 27, 2010.

iTunes U: alles toll?


Mit dem Blogpost I Don't Like iTunes U hatte ich meine Einstellung zu diesem Dienst wohl relativ klar dargestellt.

Eine positive Sichtweise auf das Thema hat dagegen Brian Kelly von der University of Bath, UK. In seinem Beitrag iTunes U: an Institutional Perspective beschäftigt er sich mit einer Reihe von Argumenten gegen iTunes U:

  • iTunes U is a closed ecosystem
  • It is expensive to run
  • It is PR fluff
  • What wider and innovative uses could be made of the system in future?
  • Will institutional users regret lack of flexibility if Apple move in a different direction?
  • Those who don’t buy into the ecosystem are 2nd class citizens
  • The content has poor discoverability

Brians Schlussfolgerung lautet:

So…

… is there a cost-saving to adopting iTunes U as opposed to creating custom portals? Certainly the development grunt is removed and the system offers students who come to us with their own devices (another saving as I argued at the recent FOTE10 event) having bought into the ecosystem access to our content. For those of us committed to the distribution of media content whatever the channel the issue remains that the content has to be created and managed and therein lies the cost. I believe therefore that our efforts should lie in keeping the creation process efficient and demonstrating the value of the content to our users and paymasters. Content is, after all, still king – but as noted at the Munich Conference:

@thStamm: RT @jeremyspeller … content is king or there’s no point … I agree but we all want king arthur not king richard II #itunesuconf2010

Natürlich ist iTunes U ein schönes System, wenn die Leute iTunes-Software benutzen. Da erinnert man sich doch gerne an eine Zeit zurück, in der Webseiten auf den Internet Explorer 6.0 optimiert worden waren, weil gefühlte 100% der User diesen Browser benutzten. Und, so populär iTunes auch sein mag, es bleibt ein Walled Garden, in den man sich ohne Not begibt. Brian schreibt dazu in seinem Posting, dass man als Universität natürlich immer auch einen alternativen Distributionsweg anbieten sollte.

[via Stephen Downes]

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