Untersuchung: E-Learning in Großunternehmen


Vor über einem Jahr hatte August-Wilhelm Scheer erste Zahlen einer Telefonumfrage zum Einsatz von E-Learning in deutschen Unternehmen präsentiert. Ich hatte mich damals gefreut, dass in den Ergebnissen sich auch Web 2.0-Elemente niedergeschlagen hatten (E-Learning und Web 2.0), gleichzeigt stellte sich bei einer derart plakativen Überschrift (»E-Learning setzt sich durch«) die Frage nach der Methodik. In dem im April veröffentlichten Schlussberichts heißt es dazu:

In der Zeit vom 22. Januar bis 13. Februar 2009 wurden insgesamt 530 Aus- und Weiterbildungsverantwortliche in deutschen Top 500-Unternehmen kontaktiert. 90 dieser Unternehmen waren im Erhebungszeitraum bereit, über die Aus- und Weiterbildung Auskunft zu geben. Von diesen 90 Unternehmen gaben 49 Gesprächspartner an, eLearning einzusetzen und wurden anschließend vertiefend zu weiteren Aspekten des digitalen Lernens befragt.

Man muss die Zahlen zum E-Learning-Einsatz in Großunternhmen also mit ein wenig Vorsicht genießen. Aber sie können dennoch einen Indiez liefern, wie verbreitet E-Learning in Unternehmen ist. Zum Beispiel die gefühlt korrekte Annahme, dass ungefähr die Hälfte aller Großunternehmen kein E-Learning einsetzt:

Kreisdiagramm zur Verteilung: 46% kein E-Learning, 38% E-Learning im gesamten Unternehmen, E-Learning in einigen Unternehmensbereichen

Richtig spannend finde ich ja die Ausgabenverteilung. Wenn ich die Zahlen richtig deute, dann geht auch heute noch der mit Abstand größte Batzen des E-Learning-Budgets für Learning Management Systeme und weitere Softwaresysteme drauf. Lediglich 23% der Ausgaben fließen in die eigentlichen Inhalte:

Kreisdiagramm zu den Ausgaben: 51% Software, 23% Lerninhalte, 20% Softwareanpassungen, 5% Hardware, 1% Beratung

Die weniger als 1% für Beratung mögen auch erklären, warum sich die großen Unternehmensberatungen noch nicht auf diesen Bereich gestürzt haben.

[via Jochen Robes]

Die Studie war mir auch über

Die Studie war mir auch über den Weg gelaufen und ich denke, dass auch der geringe Anteil der Kosten für E-Learning-Inhalte mit Vorsicht zu betrachten sind: Ich vermute, dass die Unternehmen hier nur die Beträge berücksichtigt haben, die für den extern erstellte Lerninhalte investiert worden sind. Die (Lohn-)Kosten, die durch die interne Erstellung von Lernmaterialien entstehen, werden oft vernachlässigt.

In der Studie haben sie auch

In der Studie haben sie auch nach internen und externen Ausgaben aufgeteilt (S. 15):

Frage: Wenn Sie nun einmal die Gesamtausgaben Ihres Unternehmens für eLearning differenzieren - wie verteilen sich diese in etwa prozentual auf folgende Posten? Wir möchten Sie bitten, die von Ihnen benannten Ausgaben jeweils nach externen und internen Kosten zu unterscheiden.
n=11 Unternehmen (Nutzer) | Angaben in Tausend Euro

Die genannten 23% setzen sich aus 1,3 Millionen Euro externen Kosten und 48.000 Euro internen Kosten zusammen. Ob die Lohnkosten nicht mit einbezogen worden sind, ist bei der dünnen Datenlage schwer zu sagen.

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