Beteiligung in Firmen-Wikis vs. Wikipedia


Jakob Nielson hat 2006 seine mittlerweile berühmte 90-9-1-Regel veröffentlicht. Sie beschreibt den Grad der Beteiligung der Nutzer in Online Communities und in sozialen Netzwerken:

  • 90% of users are lurkers (i.e., read or observe, but don't contribute).
  • 9% of users contribute from time to time, but other priorities dominate their time.
  • 1% of users participate a lot and account for most contributions: it can seem as if they don't have lives because they often post just minutes after whatever event they're commenting on occurs.

Diese Regel kann man mit einer gewissen Toleranz auch bei Wikipedia feststellen. Wenn das bei Wikipedia zutrifft, wie sieht es dann in Unternehmens-Wikis aus? Ist eine aktive Beteiligung etwa ähnlich gering?

Auf jeden Fall wäre es stark verkürzt, wenn man von offenen Communities auf firmeninterne Kommunikationsräume schließt. Auf XING oder Facebook stellt man Verbindungen zu anderen Personen her und schreibt ab und zu Kommentare. In Unternehmen dagegn werden beispielsweise in Wikis ganze Kommunikationsprozesse abgebildet, die für das tägliche Arbeiten unabdingbar sind. Da kommt man auf einen ganz anderen Grad der Beteiligung. Stuart Mader beschreibt beispielsweise, dass er die Erfahrung gemacht hat, dass in Unternehmen, die er berät, er eine aktive Beteiligung bei 60% der Nutzer ausgemacht hat. In Deutschland hat zum Beispiel an der Uni Bamberg die Forschungsgruppe »Wikis in Organisationen« eine klassische Pareto-Verteilung ausgemacht, was einen um den Faktor 20 höheren Wert darstellt als man nach der Nielsen-Regel erwarten würde.

Man sollte den Grad der Beteiligung auch nicht daran messen, wie viele Nutzer schreibend beitragen. Natürlich will man als Unternehmen, dass Mitarbeiter Ihr Wissen im Wiki teilen. Aber man will das ja schließlich, damit die Kollegen daraus lernen können. Viel wichtiger ist es darum, dass alle Nutzer die Erfahrung machen, dass sie sowohl geben als auch nehmen können und dass dieses Verhältnis in Einklang zueinander steht. Je nach Unternehmen, Branche und Informationsprozessen kann dieses Verhältnis ganz unterschiedlich aussehen. Nur eins scheint mir sicher: die 90-9-1-Regel wird in Unternehmen im Hinblick auf die aktive Beteiligung weit übertroffen.

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