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Kleine Unternehmen mit Wikis managen


Marguerite Manteau-Rao berichtet in Ihrem Blog »La Marguerite« über Ihre Erfahrungen mit Wikis im eigenen Start-Up: 10 Reasons to Start Up With a Wiki. Kurz gesagt ist sie begeistert, wie hilfreich das Wiki für ihr Unternehmen ist:

  1. Wikis sind kostenlos.
  2. Wikis sind einfach zu installieren.
  3. Wikis sind einfach zu benutzen.
  4. Wikis sind fehlertolerant (»It's oh so forgiving.«)
  5. Wikis bieten virtuelle (dynamische) Strukturen.
  6. Wikis bieten die Möglichkeit der Aufgabenplanung.
  7. Wikis sind ein Wissens-Repository.
  8. Wikis sind ein Such-Werkzeug.
  9. Wikis sind ein sicherer Speicherort.
  10. Wikis sind ein großes Versuchsfeld.

[via Stuart Mader]

Symposium »Wikis in Unternehmen«


Letze Woche war in Bamberg bei einm Expertensymposium »Wikis in Unternehmen«:

In einem von der Volkswagenstiftung geförderten interdisziplinären Forschungsprojekt erkunden Wissenschaftler an der Forschungstelle für Neue Kommunikationsmedien und am Lehrstuhl für Angewandte Informatikin den Kultur-, Geschichts- und Geowissenschaften seit Mai 2007 genau diese Bedingungen und Konsequenzen, die Wikis in Organisationen zu einer erfolgreichen Innovation machen.

Die Forschungsgruppe hat nach Bamberg eingeladen, um ihre Ergebnisse vorzustellen. Da vor allem Wikiianer eingeladen worden sind, kam sehr schnell ein spannender, informeller Austausch zu stande. Für mich war es beispielsweise sehr schön zu erfahren, dass auch in anderen Organisationen meine Einstellung geteilt wird, dass so eine Wiki-Einführung weniger ein technisches sondern ein Organisationsentwicklungsprojekt ist. Und so habe ich nebenbei erfahren können, dass in einem gorßen Unternehmen das Wiki nun unter der OE aufgehängt ist, und da gehört sie meiner Meinung nach auch hin.

Microblogging ist aber natürlich auch bei dieser Veranstaltung direkt und indirekt Gesprächsthema gewesen. Gezwitscher zum Symposium ist mit #WiO getaggt worden …

Zurück zu den Forschungsergebnissen beziehungweise den Vorträgen. Mir gefällt die Wiki-Defenition, mit der die Wissenschaftler gearbeitet haben, sehr gut, da man auch auf das Buzz Word Collaboration verzichtet hat:

Eine Wiki ist eine Sammlung untereinander verlinkter Webseiten, die mit Hilfe eines Webbrowsers editiert werden können. Ein Wiki ist damit ein Kommunikationsmedium der Organisation.

Im Rahmen des Forhschungsprojekt hat man Wikis in vier verschiedenen Unternehmen/ Organisationen untersucht: Das »blaue Wiki« ist in einem kleinen Start-Up im Einsatz, dass im Untersuchungszeitraum von 2 auf 26 Mitarbeiter gewachsen ist. Das »gelbe Wiki« wird in einer Unternehmensberatung mit ca. 80 Mitarbeitern verwendet. Das »rote Wiki« steht dagegen in einer Online-Redaktion und das »grüne Wiki« schließlich wird von Studenten genutzt.

Die Forschungsgruppe hat sich nun die Art der Nutzung angesehen und dabei weitere Netzwerkstrukturen ausgemacht:

  • Hyperlinknetzwerke beschreiben die Beziehungen der Wikiseiten
  • Autorennetzwerke beschreiben die Beziehungen zwischen den Autoren
  • Themennetzwerke beschreiben die Wikiseiten, die sich zu Themen zusammenfassen lassen

Um diese Netzwerke visualisieren zu können, hat man sich ein Tool programmiert, dass die einzelnen Unternehmenwikis auswerten kann. Herausgekommen sind dann so schöne Grafiken wie diese, die das blaue Wiki beschreibt:

Visualisierung der Netzwerke im blauen Wiki
Quelle: http://www.kinf.wiai.uni-bamberg.de/WiO/index.php/Symposium

Und dann noch für uns »Businessmenschen« so herrliche Animationen, die die Dynamik einer gemeinschaftlichen Arbeit im Wiki demonstrieren: Weiterlesen …

Wikipedia: Rekursion und Selbstreferenzialität


Bei der Wikipedia gibt es ein schönes Beispiel für Rekursion und Selbstreferenzialität. Ein Witzbold hat dem Wikipedia-Eintrag zu Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg einfach einen weiteren Vornamen hinzugefügt. Dieser frei erfundene Name fand sich dann sehr schnell bei Handelsblatt, heute und Spiegel Online wieder.

Einigen Wikipedianern ist das Hinzufügen des Namens zwar aufgefallen. Aber da der Name auch bei Spiegel Online & Co. zu lesen war, galt das als Einzelnachweis für die Richtigkeit des Namens.

Weiterlesen bei Stefan Niggemeier: Geht sterben (6).

Kleines Beispiel zum Wikieinsatz im Arbeitsalltag


So eine Veranstaltung wie die Learntec bietet immer Gelegenheiten für interessante Gesprächen. Ein Teilnehmer eines unserer Wiki-Workshops hat mir zum Beispiel von einem seiner Kollegen bei der Polizei erzählt, der zur Dokumentation seiner Fallrecherchen ein eigenes Wikis benutzt. Auf diese Idee wäre ich selbst nicht gekommen, im Nachhinein denkt man sich dann aber, dass es ein ziemlich perfektes Szenario für einen Wikieinsatz darstellt.

Wikis - »the glue for the organization«


Dezember ist die Zeit der Listen: die besten Tools des Jahres, die tollsten Start-Ups, die schrägsten Typen … Und so auch bei ReadWriteWeb: Top 10 Enterprise Web Products of 2008. Bemerkenswerter Weise haben es in diese Liste gleich zwei Wiki-System geschafft: Atlassian Confluence und Mindtouch Deki. Der Autor, Bernard Lunn, beschreibt dabei den Markt als »wiki++«:

We added "++" to "wiki" because the leading vendors are rapidly incorporating micro-blogging, social networking, forums, and other collaboration tools. Integration is key, so we see this market moving towards suites, but with wiki at the core.

In Stewart Maders Blog kommentierte das Chris Yeh von PBwiki.com: »I like to describe the wiki as the glue for the organization. It’s the context, the environment, the foundation for collaboration. And it should allow you to glue in additional functionality.«

Bundesarchiv und Wikipedia


Unser Staat tut sich ja mitunter recht schwer, wenn es um Dinge wie das Internet geht. Umso bemerkenswerter ist der Schritt, den das Bundesarchiv gegangen ist. Die Behörde stellt ca. 100.000 Bilder aus ihrer Datenbank der Wikipedia unter einer Creative Commons-Lizenz (CC by SA) zur Verfügung. Das ist ein positiver Schritt, dann bisher haben online verfügbare Fotos des Bundesarchivs richtig Geld gekostet:

Bereits im September 2007 hatte das Bundesarchiv 170.000 digitalisierte Fotos online gestellt, die Nutzung der Bilder war aber bisher kostenpflichtig und die Navigation sehr sperrig.

Bundesarchiv: Zentralbild Köhler 28.2.1952 Knobloch Zum Internationalen Frauentag.

Ich hoffe, es ist ein erster Schritt. Denn die Datenbank des Bundesarchivs umfasst ganze 11 Millionen Einträge, die man irgendwann mal alle unter eine Creative Commons Lizenz stellen könnte. Übrigens hat die Behörde das wohl weniger gemacht, weil es meinte, dass die Bilder der »Öffentlichkeit gehören«, sondern aus eher ganz pragmatischen Gründen:

Für die Bundesbehörde besteht aber auch ein ganz konkreter Vorteil: Da die Wikipedia-Artikel mit der offiziellen Personennamendatei der Deutschen Nationalbibliothek und der Bibliotheksverbünde verknüpft werden, erhält das Bundesarchiv durch die Kooperation weitere Daten, die die Zuordnung der Fotos im offiziellen Archiv verbessern können.

Weiterlesen:

Wer TWiki haben will nimmt in Zukunft wohl NextWiki


TWiki ist ein sehr mächtiges Wikisystem, dass vor allem im Unternehmensumfeld zum Einsatz kommt. Natürlich ist TWiki ein Produkt der Open Source-Welt. Urprünglich von Peter Thoeny (daher das »T« in TWiki) entwickelt, ist das System erst durch die große Zahl freiwilliger Entwickler zur heutigen Größe und Komplexität gewachsen.

TWiki ist in vielen Unternehmen im Einsatz und dort wird man wohl mit etwas Befremden die Abspaltung eines »Forks« aufnehmen. Die Community, die freie Entwicklergemeinde, ist nämlich vom Projektgründer Thoeny ausgesperrt worden. Das geht, weil er die Entwicklungsserver gespendet hatte und darum schlicht die Root-Rechte besitzt. Hintergrund der Geschichte dürfte wohl der Wunsch Thoneys sein, sich finanziell etwas breiter abzusichern. Er gründete laut Bericht im Wikiring Blog vor 12 Monaten die Firma TWIKI.NET und holte sich dafür Kapitalgeber ins Boot. Wichtigstes Gut der Firma TWIKI.NET dürften die Markenrechte am Namen TWiki sein:

During the TWiki Summit in Berlin 4+5 September 2008, it became clear that Thoeny has sold part of his trademark rights to his venture capital funded company. Part of that deal was that while he remains ownership on the trademark itself, TWIKI.NET gained the sole right to exploit the brand on a commercial basis. This created a completely new situation for the Open Source project and all of its already existing commercial eco-system. As a consequence, TWIKI.NET was asked to grant a perpetual license to the community to secure the legal situation for contributors and commercial stakeholders, a license that would only have formalized the way TWiki has been running for more than 10 years with Thoeny promising to "take care of the brand".

Die freien Entwickler am Open Source-Projekt fühlten sich mit der unklaren Markenrechtssituation und den unklaren Zielen der Firma TWIKI.NET nicht mehr wohl. Als dann Thoeny den Entwicklungsserver dichtgemacht hat, hat er für alle offensichtlich den Stab gebrochen.

Glücklicherweise ist TWiki ein Open Source-Projekt. Wenn alle Stricke reißen, macht man einfach einen Fork des Projekts auf und entwickelt munter weiter. Das ist auch hier der Fall, ein Großteil der Entwickler wird nun am Projekt NextWiki werkeln. An TWiki dagegen wird man sich in fünf Jahren nur noch dunkel erinnern können …

Weiterlesen bei heise online: Twiki.net vs. NextWiki: Freie Entwickler gehen eigene Wege

Synaxon bloggt seit einem Jahr


Die Synaxon AG, vor allem aber die Mitarbeiter dort, bloggen seit einem Jahr. Und das ziemlich erfolgreich. Vielen ist das Unternehmen in den Fokus gerückt worden durch einen Artikel in der Brand eins, in dem die Einführung des Unternehmenswikis beschrieben worden ist.

Bei der Synaxon AG scheint man weiterhin lustvoll die Möglichkeiten des Web 2.0 auszuprobieren und wie es aussieht, ist man dort mit den Ergebnissen hochzufrieden. Und so kommt es, dass das Unternehmen auch in meinen Beratungsprojekten immer mal wieder Gesprächsthema ist, weil viele Klienten die Synaxon AG kennen, wenn es um Social Software in Unternehmen geht.

Don Tapscott: »Unternehmen sind heute nackt«


Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer im Gespräch mit Don Tapscott (Wikinomics).

Am Anfang der schon obligate Hinweis, dass Wikis und Blogs unheimlich viel Zeit sparen können, indem sie nämlich einen großen Teil der E-Mail-Kommunikation obsolet machen:

Handelsblatt: Viele Manager aber fragen: Woher soll ich dafür die Zeit nehmen? Schon mein Blackberry setzt mich unter Druck, ständig E-Mails zu beantworten.

Don Tapscott: Ich kann das gut verstehen. E-Mail kann eine gewaltige Zeitverschwendung sein. Wir müssen über die E-Mail hinweg kommen - in Richtung Social Networks und Wikis und Blogs und kollaborative Filtertechniken. Meine Firma N-Genera organisiert sich vollständig über ein Wiki. Ich weiß nicht mehr, wann wir das letzte Mal ein Meeting des Managements hatten. Jeder geht nur noch auf das Wiki. Und die Nutzung von E-Mail ist dramatisch zurückgegangen. Das spart eine Menge Zeit.

Und dann geht es an den Kern, nämlich Organisations- und Geschäftsenwicklung:

Handelsblatt: Sie fordern, dass Unternehmen sich öffnen sollen. Aber dabei riskieren Sie, dass Rivalen wissen, woran sie gerade arbeiten.

Don Tapscott: Die Leute werden ohnehin vieles mitbekommen. Unternehmen werden heute durchleuchtet und untersucht wie nie zuvor: durch Kunden, Geschäftspartner, Anteilseigner und auch Mitbewerber. Als Unternehmen sind Sie heute nackt. Und wenn sie nackt sind, ist Fitness keine Option, sondern Pflicht: Sie sehen besser echt knackig aus.

Weiterlesen beim Handelsblatt: Web 2.0: „Unternehmen sind heute nackt“.

Corporate Wiki: easy to blame


Alex Schröder, Hauptentwickler hinter dem Wikisystem Oddmuse (das übrigens alle meine Sympathienpunkte bekommt, weil es a) Perl, b) klein, c) erweiterbar und d) der Programmcode einfach veränderbar ist) ist von WikiSym 2008 mit einigen Gedanken zu Corporate Wikis zurückgekehrt. Etwas überzogen, aber doch mit einem wahren Kern, stellt er sich Gespräche über Anforderungen an Wikisystemen für den Unternehmenseinsatz in etwa so vor:

bob
We need an interface to the product database.
fred
Hm, did you actually write about any product yet?
bob
Then we could have a form to describe products in a structured way.
fred
Yeah, but did you write a product description on the wiki?
bob
We could produce a PDF document containing our product catalog.
fred
Yeah, but have you actually started to write anything?
bob
But we need to ensure “security” using identity management and permissions.
fred
Does anybody ever write anything on the wiki!?

Es ist auch mein Anliegen, mit meinen Klienten zunächst einmal herauszuarbeiten, was mit einem Wiki erreicht werden soll und wie man diesen Kulturwandel schafft, dass Informationsverarbeitungsprozesse im Wiki abgebildet werden.

Weiterlesen im CommunityWiki: CorporateWiki.

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