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Technology Review zu Enterprise 2.0


Es gibt in Technology Review einen Artikel zum Thema Web 2.0 in Unternehmen: Soziale Betriebswirtschaft von Christian Buck. Der Autor hat dazu mit einigen Experten gesprochen und stellt Beispiele aus der Praxis vor.

Willms Buhse, der sich als Enterprise 2.0-Berater selbständig gemacht hat, wird zum Thema Blogs in Unternehmen zitiert, wie auch Michael Koch von der Universität der Bundeswehr in München. In dem Artikel heißt es, dass neben Blogs vor allem Wikis in Unternehmen weit verbreitet sind – eine missverständliche Formulierung. Meiner Erfahrung nach sind in Unternehmen Blogs bei weitem nicht so verbreitet wie Wikis. Blogs sind wichtig, aber um ein Blog zu betreiben, muss man Lust zum Schreiben und zur Selbstoffenbarung haben, während man Wikis für die Dokumentation unternehmenstypische Vorgänge nutzt und so weniger selbstoffenbarend agieren muss.

Als Wiki-Beispiel werden Alcate-Lucent und die Deutsche Presse-Agentur genannt. Über die Erfahrungen bei der dpa berichtet Meinolf Ellers:

Wir mussten in kurzer Zeit eine Innovationsstrategie und ein gemeinsames Verständnis für das Projekt entwickeln. Das ist uns mithilfe eines Wikis sehr gut gelungen: Durch das kollektive Erstellen der Inhalte konnte das Team schnell Meilensteine und Schwerpunkte der künftigen Arbeit definieren.

Im letzten Drittel des Artikels werden dann die Probleme bei der Einführung von Social Web-Prinzipien in Unternehmen besprochen. Willms Buhse spricht eine Erfahrung an, die man auch schon bei der Einführung von klassischem E-Learning seit Ende der 90-er Jahre gemacht hat:

Als ein Nadelöhr bei der Einführung von Enterprise 2.0 erweist sich allerdings oft das mittlere Management, das einerseits von den Mitarbeitern und andererseits vom Top-Management unter Druck gesetzt wird.

Praxisbeispiele Social Media in Unternehmen


Bisher gibt es nicht viele Erfahrungsberichte über den Einsatz von Social Software in Unternehmen. Jane Hart hat sich die Mühe gemacht und veröffentliche Praxisberichte, vor allem solche mit einem Fokus auf Weiterbildung, zu sammeln.

Bisher hat Jane 20 Beispiele zusammengetragen, so erfährt man, dass Agilent Technologies bei der Führungskräfteentwicklung auf Blended Learning mit Wikis als tragende Rolle setzt und dass OCÉ Microblogging für den internen informellen Wissensaustausch nutzt.

Weiterlesen:

Kleine Marktübersicht Web 2.0 in Unternehmen


Christiane Schulzki-Haddouti weist zu Recht auf einen lesensenswerten Beitrag von Jörg Wittkewitz hin:

Jörg Wittkewitz, der seit kurzem als Nachfolger von Steffen Büffel für die Blogpiloten redaktionell verantwortlich ist, gibt in einer “Marktübersicht” einen umfangreichen Einblick in Social Software für Unternehmen

Den Open Source-Abschnitt halte ich allerdings für etwas unglücklich. Spürt man da ein leichtes fremdeln? Dabei geht es bei Web 2.0 und Enterprise 2.0 gerade um Open Source-typische Offenheit, vor allem um freie APIs und offene Standards.

Erfahrungsbericht der T-Systems Multimedia Solutions: Ein Jahr Social Intranet


Frank Wolf berichtet über das erste Jahr des internen Confluence-Wikis bei T-Systems Multimedia Solutions:

Ein wichtiger Teil unserer Social Media „Weltanschauung“ resultiert aus unserem eigenem Social Intranet. Es basiert auf dem Enterprise Wiki Confluence von Atlassian und heisst bei uns intern einfach nur „Teamweb“. Das Teamweb ist jetzt über ein Jahr alt und mit etwas Abstand zu den Feierlichkeiten möchte ich im Folgenden unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Jahr beschreiben.

Offen wird über positive und einige negative Aspekte berichtet. Die Online-Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen ist wesentlich erleichtert worden und eine »neue Öffentlichkeit« verschafft mehr Transparenz und stellt zwischenmenschliche Nähe und Vertrautheit her. Gelernt hat man im vergangenen Jahr, dass beispielsweise zu einem sozialen Intranet eine effektive Suchfunktion genauso gehört wie ein funktionierendes Dashboard, also etwas wie eine persönliche, cockpitartige Start- und Übersichtsseite.

Microsoft Office Sharepoint Server als Wiki und Social Networking-Plattform?


Ich beschäftige mich gerade etwas intensiver mit dem Microsoft Office Sharepoint Server (MOSS). Ziel in einem Projekt ist es, mit Hilfe der bestehenen IT-Infrastruktur, und die bietet vor allem den MOSS, eine Art Social Networking-Plattform zu schaffen. Prinzipiell sollte das möglich sein, auch wenn Sharepoint in meinen Augen vor allem ein Dateiverwaltungstool für Microsoft Office ist. Entgegen dem Wiki-Ansatz ist es weniger dafür gedacht, Informationen zu entwickeln, sondern eher dafür, finale Dokumentenversionen zu verteilen und zu archivieren. Das mitgelieferte Wiki ist sehr rudimentär, was aber einem Wiki-Neuling nicht auffallen dürfte. Allerdings, um so etwas wie eine Kommunikation auf Sharepoint zu etablieren, wird man einiges an Energie in die Planung stecken müssen. Den Nutzern muss ein echter Mehrwert zu den anderen etablierten Kommunikationformen wie E-Mail und Telefon geboten werden, damit die Informationsströme über ein Sharepoint-Wiki laufen.

Es gibt übrigens auch Anbieter von speziellen Wiki-Lösungen, die einen Sharepoint-Server mächtig aufbohren können. Zu aller erst ist Atlassians Confluence zu nennen, die in Partnerschaft mit Microsoft einen Sharepoint-Connector anbieten. Und von KWizCom gibt es das SharePoint Wiki Plus.

Auf der WikiSym 2008 hatte Martin Seibert (Seibert Media, ein Foswiki-Entwickler) eine Open-Space-Session zum Thema »How good is MS Sharepoint as a wiki?« durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf WikiSym dokumentiert: How good is MS Sharepoint as a wiki? Martin Seibert hat zusätzlich eine Zusammenfassung der Session veröffenticht und zuletzt, wohl auf Grund der (lesenswerten) Diskussion in den Kommentaren, am 31. Juli 2009 aktualisiert: MS SharePoint als Wiki: Wenig Funktionen, nicht kompatibel.

Hier eine Auswahl an einigen Punkten, warum Sharepoint als Wiki nicht funktionieren könnte (es ist alles aus der Wiki-Perspektive betrachtet):

  • geringe Geschwindigkeit bei Verteilung über mehrere Standorte
  • komplizierte Bedienung
  • standardmäßig sind neue Informationen und Dokumente häufig nur für den einen Nutzer sichtbar, Zugriff für andere muss separat eingestellt werden
  • Dateien können nicht einfach ins Wiki hochgeladen werden sondern müssen erst im Sharepoint-Server ihren Platz bekommen
  • es gibt keine Diffs der Änderungen, das heißt man kann nicht erkennen, was gändert worden ist

Jodie Miners, ein MOSS Consultant, fasst seinen Vergleich von Confluence und Sharepoint Wiki so zusammen:

SharePoint is great for structured, corporate information that are policies and procedures that do not need to be edited regularly [Hervorhebung von mir]. If you are a SharePoint house, then use the Publishing Pages and document libraries for the structured information and allow Wiki’s in smaller team sites where a few people are editing them and they are small and single subject based.

Mmh, Liebe Leser: hat jemand Erfahrung mit Sharepoint als Kommunikationsplattform, als eine Art soziales Netz? Wie haben Sie es geschafft, dass Kommunikation, also echter Austausch, auf einem Sharepoint-Server stattfindet?

Sharepoint 2010

Kollaboratives Arbeiten mit Microsoft Office?


Ich habe leider nicht mehr die Quelle dazu (wahrscheinlich Heise), aber ich meine mich zu erinnern, dass das neue Microsoft Office eine nette neue Funktion bekommt: synchrones, kollaboratives Arbeiten an Dokumenten. Die Idee stammt von Editoren wie Subethaedit, Moonedit und Gobby. Es gibt für so etwas sogar einen kostenlosen Webdienst: Etherpad.com.

Die Möglichkeit zum gemeinsamen Online-Arbeiten in Echtzeit bietet meiner Meinung nach großes Potenzial. Leider sind die bisherigen Ansätze nicht sehr erfolgreich gewesen. Dabei findet man beispielsweise in einigen Messaging-Clients und Grafikprogramme schon lange Whiteboard-Funktionen an. Wenn Microsoft das jetzt tatsächlich in sein neues Office eingeführt hat, dann kann man auf eine gewisse Akzeptanzsteigerung hoffen, die dann wiederum für mehr Dynamik in die Weiterentwicklung der verschiedenen Ansätze sorgen könnte.

Das Internet ist kein Paralleluniversum


Zur Bedeutung des Internets. Und nicht vergessen, die jungen Menschen werden genau dieses Internet auch in ihrer Arbeitswelt haben wollen.

[via Indiskretion Ehrensache: Kapuzenträger]

Studie »Kooperative Technologien«


Ah, endlich online, die KoopTech-Studie zum Thema »Kooperative Technologien - Forschungsprojekt zu internetbasierten Formen der Zusammenarbeit«. Aus dem dazugehöirgen Blogeintrag:

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse geförderten Projekt hat die Kulturpädagogin und IT-Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti “Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft” untersucht. Schulzki-Haddouti war für die 14-monatige Arbeit an dieser Studie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der h_da beschäftigt. Das Projekt wurde zudem von Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer vom Studiengang Online-Journalismus betreut.

Das Dokument ist selbstverständlich unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht worden (CC-by-NC). Neben einen Überblick über mehr als 1.000 Anwendungen wurden 47 Experteninterviews geführt, der gegenwärtige Forschungs- und Kenntnisstand dargestellt sowie fünf Anwendungsszenarien zu den Bereichen Medien, Unternehmen, Forschung, Bildung und Zivilgesellschaft mit Hilfe von konkreten Fallbeispielen aufgezeigt. Ich wurde dabei zum Thema Wikis und Social Software in Unternehmen interviewt. Besonders freue ich mich, dass die Deutschen Werkstätten Hellerau, die ich bei der Einführung ihres Unternehmenswikis als Berater unterstützt hatte, als Fallbeispiel für den Wikieinsatz im Unternehmen näher beschrieben werden.

Weiterlesen bei KoopTech (dort findet sich auch die Studie): KoopTech-Studie ist online.

Google Wave und die Zukunft der Kommunikation


Der Weg in die Zukunft der Kommunikation mit Google Wave dürfte noch lang und steinig sein (zumindest wenn ich mir nochmal den Weg eines kürzlichen Besprechungsprotokolls vergegenwärtige). Ob Google Wave tatsächlich der Weisheit letzter Schluss sein wird, bleibt abzuwarten. Was bei der Präsentation zu sehen war, sieht schon extrem cool aus. Was ich daran vor allem interessant finde, ist der technische Unterbau. Der basiert auf XMPP, dem guten alten Jabber. Nur für den Client wird eine Web-Schnittstelle geschaffen, d.h. eine Webseite, die vom Webbrowser aufgerufen und angezeigt werden kann. Wenn man die Idee nun aber radikal weiterdenkt, könnte man versucht sein, auf diese Web-Schnittstelle ganz zu verzichten und alles direkt im Jabber-Client ablaufen zu lassen. HTTP wäre dann als Transportkanal durch XMPP ersetzt. Das Ende des Webs?

Nein, natürlich nicht. Aber ich finde, es ist ein nettes Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Jabber-Protokollfamilie.

Weiterlesen:

Kollaboratives Lernen in der Erwachsenenbildung


Screenshot Titelfolie

Peter Baumgartner hat einen an der Volkshochschule Meidlingen einen Vortrag vor Projektleitern und Direktoren von Volkshochschulen gehalten und dabei Möglichkeiten und Konsquenzen in der praktischen Arbeit der Erwachsenbildung dargestellt. Vieles aus dem Vortrag wie seine Schlussfolgerungen lassen sich nahtlos auf die betriebliche Weiterbildung übertragen:

  • Die Potenziale des Web 2.0 (Social Software) sind (noch) nicht offensichtlich und für Blended Learning noch weitgehend ungenutzt.
  • Lernen ist überwiegend ein sozialer Prozess und benötigt aktive Teilnahme (Verantwortung) -> Web 2.0 & Social Software nutzen!
  • Produktion von speziellen E-Learning Content ist nicht mehr so extrem wichtig. Inhalte können (auch) in kooperativen (Bildungs)-Situationen (Blended Learning Arrangements) erzeugt werden.
  • Wir müssen neben dem Inhalt auch die Kommunikationsstrukturen gestalten und E-Learning bzw. Blended Learning einbeziehen.

Baumgartner geht davon aus, dass sich die Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen und Öffentlichkeit aufweichen werden. Eine Aufweichung der Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen wird ja auch von anderen vorausgesagt bzw. gefordert. Ganz praktisch bedeutet dies, dass die inselartigen Portallösungen der Vergangenheit gehören und man statt dessen ein Geschäftsmodell entwickeln muss, dass auf offene Standards wie beispielsweise OpenSocial und OpenMicroBlogging setzt. Denn als Lerner will man sich nicht auf vielen verschiedenen Portalen mit jeweils eigenen sozialen Welten einloggen, man will einfach ein soziales Netz haben, nämlich das eigene.

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