Second Life

SL: Das zweite Leben in den Medien


Ich habe ja mit Second Life so meine Probleme, wenn es um den Bildungsbereich geht. Ich sehe dort einfach nicht die rasend tollen Anwendungsmöglichkeiten. In näherer Zukunft. Aber das gilt eben auch nur für meinen, ganz eingeschränkten Bereich der Weiterbildung und Kompetenzentwicklung.

Dennoch, ein wenig Beschäftigung mit dem Thema lohnt sich. Und im Gegensatz zum Medienrummel um Second Life berichtet Markus Breuer unaufgeregt überzeugend über die virtuelle Welt. Diese Woche zum Beispiel. Ruhe in Frieden, Second Life!:

Und ein rundes Dutzend Blätter übernahm die Story unkommentiert. Das passt natürlich wunderbar in den aktuellen Antihype der Presse um Second Life - und ist völliger Blödsinn. Tatsächlich schwächt sich das Wachstum von Second Life momentan ab. Tatsächlich habe ich da schon im Mai drüber geschrieben. Wenn das WACHSTUM einer Population langsamer wird, dieser gleich das Aussterben vorherzusagen, ist schon ... na ja, sagen wir mal "ein wenig spekulativ".

Virtuelle Welten (auch) für den Unternehmenseinsatz


Über Einsatzmöglichkeiten von Second Life in der Geschäftswelt gab es hier ja gerade erst eine interessante Diskussion. Nun tritt StageSpace mit einem Konzept einer reduzierten virtuellen Welt an, das auch für den Einsatz im Unternehmensumfeld interessant sein könnte:

Was StageSpace machen will ist übrigens kein zweites SecondLife, sondern customized 3D-Welten für Communities. Diese Idee macht jede Menge Sinn, wenn man will, dass die eigene Community sich auch in einer 3D-Welt treffen kann, aber eben nicht bei einem Knopfdruck auf eine andere Insel hüpfen soll

Weiterlesen bei Nico Lumma: StageSpace - 3D-Welt, Avatare, Community, Beta.

Second Life (und E-Learning)


Zu Second Life (Wikipedia-Eintrag) wollte ich schon immer mal was geschrieben haben, es fehlte mir dann aber doch immer das letzte Quentchen Motivation. Nun sehe ich gerade, dass Alexander Greisle seine ersten Erfahrungen zusammengefasst hat.

Was ist dran an Second Life? Es ist ein Lieblingsthema in den klassischen Medien. Dabei ist es wohl eher so, dass nur ein sehr geringer Teil der Internet-Nutzer diesen Dienst tatsächlich nutzt. Meiner Meinung zurecht, denn in erster Linie ist das nämlich ein ungeheurer Zeitfresser. Während wir E-Mail, Jabber, Blogs und Wikis dazu nutzen, Kommunikation und Informationsmangement zu verbessern und unser Wissen zu mehren, ist Second Life erst einmal ein grobes Abbild unserer physischen Welt – mit ähnlich "behäbigen" Zeitabläufen. Als Second Life-Bewohner liest man darum Zeitung, aber keine Weblogs oder Mitmach-Wikis. Ich denke, das ist ein Grund für die Liebe der Medien zu Second Life: Dort gibt es kein Internet für die Bewohner, kein Web 2.0 und keine Krise der klassischen Medien. Für die Werbetreibenden und die Marketinger scheint es eine Art Eldorado zu sein.

Aber man findet doch auch als Bildungsberater einige interessante Aspekte an Second Life. Dank der Medienaufmerksamkeit ist eine gewisse Akzeptanz für solche virtuelle Welten gewachsen. So gibt es mittlerweile Menschen, die "... Events und nachhaltige Trainings in Second Life ..." für einen durchführen. Das ist meiner Meindung jedoch der falsche Weg. Trainings, also klassenraum- und kursbasierte Unterrichtseinheiten, sind schon in der realen Welt, was ihre dadaktische Ausprägung angeht, meist ziemlich rückständig. Das wird auch mit Second Life nicht besser.

Second Life wird Open Source


Ach ja, das sollte nicht unerwähnt bleiben: Second Life bzw. die dazugehörige Client Software ist als Open Source freigegeben worden. Das ergibt einige neue, spannende Möglichkeiten. Nicht nur wird es auch für andere Systeme ab des Mainstreams bald Clients geben. Vor allem wird es nun Unternehmen möglich sein, sich maßgefertigte Software für ihre ganz speziellen Bedürfnisse bauen zu lassen.

Mehr zu diesem Thema bei Graham Attwell: Second Life goes Open Source.

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