open source

Videocodec H.264 und Lizenzen


Im E-Learning hat die Einbettung von Videos ein lange Tradtion, da Werkzeuge wie Director die Erstellung von CBTs mit Videoelementen ermöglichten. Allerdings war Video dann mit dem Wechsel auf WBTs ein Problem. Es fehlten zum Einen die hochkomprimierten Videoformate und und zum Anderen standardisierte Videoplayer. Der RealPlayer stellte die einzige Mehrplattformlösung dar, konnte sich allerdings nicht gegen Microsoft und Apple durchsetzen. Erst 2007 kam es zu einer nennenswerten Verbesserung der Situation, als Adobe den Flash Player in der Version 9.0.115 veröffentlichte. In einer von Adobe als notwendiges Sicherheitsupdate für eine kritische Lücke bezeichneten Aktion hatte es das Unternehmen geschafft, innerhalb von kurzer Zeit einen universellen Videoplayer mit einem H.264-Codec weltweit einzuführen. H.264 (aka MPEG-4 AVC) ist ITU-Standard und das State-of-the-Art Videoformat für hocheffiziente Videokompression.

Das Dumme an H.264 ist nur, dass bei diesem Standard ein Strauß an patentierten Verfahren genutzt werden, die einem Pool von derzeit 26 Unternehmen wie Apple gehören, darunter beispielsweise Fraunhofer, France Télécom, Microsoft, Robort Bosch und Sony. Aus praktischen Gründen übernimmt die Rechteverwaltung dieser Patente eine eigene Organisation, das MPEG LA. Von dort muss man sich eine Lizenz besorgen, wenn man einen H.264-Codec vertreiben will oder wenn man Videos im H.264-Format verbreiten möchte. Allerdings kann man nicht sagen, wie hoch die Lizenzkosten in Zukunft sein werden, denn das MPEG LA entscheidet darüber in verschiedenen Perioden jeweils neu. Die erste Lizenzperiode läuft Januar 2011 aus, ab dann sollten ursprünglich Lizenzkosten für das freie Internet-Streaming anfallen. Aber allem Anschein nach will man sich das Geschäft mit den aufstrebenden Videoportalen nicht gleich mit überzogenen Forderungen verderben. Darum wird es noch bis 2016 im Rahmen einer Ausnahmeregelung möglich sein, freie Internet-Streaming-Angebote lizenzkostenfrei anbieten zu können. Mit diesem Schritt hält man zudem die Open Source-Konkurrenz in Form von Ogg Theora noch bis 2016 auf Abstand.

Allerdings wird Google ebenfalls noch eine wichtige Rolle spielen, denn dort hat man kürzlich den Codec-Hersteller On2 gekauft (On2 hatte den ursprünglichen Codec hinter Ogg Theora entwickelt und später der Open Source-Gemeinde zur Verfügung gestellt). On2 besitzt weitere alternative Codecs, die H.264 ebenbürtig sein sollen. Thomas Richter schreibt dazu auf Telepolis:

Möglich wäre, dass Googles strategischer Kauf dazu dient, nicht nur YouTube von zukünftigen (möglicherweise enormen) Lizenzzahlungen für H.264 zu befreien (oder zumindest bei möglichen Verhandlungen einen starken Hebel zu haben), sondern den Sourcecode von VP6 (bzw. den noch in Entwicklung befindlichen Nachfolgern VP7/VP8) offen zulegen und standardisieren zu lassen. Damit wäre der Weg frei, den Codec ohne Bedenken auf Patentverletzungen oder drohende Lizenzeinzahlungen in die nächste Browsergeneration zu integrieren und damit einen neuen, freien Videostandard im Netz zu schaffen - ganz im Sinne der Firma Google, die als Dienstleister von offenen Standards im Netz nur profitieren kann.

Update: Die Free Software Foundation hat einen offenen Brief an Google geschrieben, in dem das Unternehmen aufgefordert wird, auf Flash und H.264 zu verzichten und statt dessen VP8 als Open Source frei zugeben und das Format bei YouTube zu benutzen (Heise-Meldung).

whitehouse.gov wird jetzt auch von Drupal angetrieben


Hinter der Website des Weißen Hauses werkelt seit einigen Tagen eine Drupal-Installation. Installiert wurde Drupal von dem Start-Up Acquia, hinter der unter anderem Drupal-Erfinder Dries Buytaert steht. Über Acquia lohnt es sich bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag zu schreiben, gilt das Unternehmen doch in den U.S.A momentan als eines der ganz heißen Web 2.0-Start-Ups.

Mehr dazu unter anderem bei Huffington Post, t3n, Golem und taz.

We're Linux


Die Linux-Foundation hatte einen Video-Wettbewerb ausgerufen. Thema: »We're Linux«.

Die Resonanz war überwältigend, fast 100 Videos wurden eingericht. Die Werke könnnen sich hier angesehen werden. Die Spannweite ist sehr weit, vom sehr ästhetischen »The Origin« von Augustin Eguia:

… bis zum witzigen »Challanges at the Office« von Ksplice:

And the winner is …

Hausmitteilung: Auf Wiedersehen und herzlich Willkommen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen heute, weil ich Sie über eine für mich sehr positive Veränderung zum 1.04.09 informieren möchte. Durch unsere Kontakte kennen Sie vielleicht schon meine Leidenschaft für alles Neue rund ums Web 2.0. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, ein neue berufliche Herausforderung in diesem Bereich anzunehmen und meinen Weg als selbständiger Berater zu gehen.

Damit haben wir diese Woche die Nitorkunden über meinen Schritt informiert.

Für mich bedeutet das für die Übergangszeit erstmal viel Arbeit, dann aber auch sehr viel Spaß. Ich glaube, ich bin seit 1995 online. Seit der Zeit ist mir das virtuelle Zusammensein, die Kommunikation und das gemeinschaftliche Zusammentragen von Informationen und Wissen immer sehr wichtig gewesen. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass da ein riesengroßes Potenzial für Organisationen unter anderem in den Bereichen Innovations- und Wissensmanagement schlummert. Darum will ich mich als unabhängiger Berater und E-Learning-Spezialist meinen Fokus auf diesen Bereich legen.

Ich bin auch ein großer Fan von Open Source. Das hat zum einen etwas mit dem Geist zu tun, der hinter der Open Source-Idee steckt. Aber Open Source bietet für Unternehmen eben auch ganz handfeste Vorteile: Neben einem unschlagbaren Kostenvorteil ist da natürlich der Sicherheitsaspekt. Aber gerade in dem Entwicklungsmodell von Open Source liegt auch eine große Change für Unternehmen, diese können sich nämlich an der Weiterentwicklung beteiligen und so auch die Richtung mitgestalten, in der sich die Software entwickelt.

Weltgrößte Desktop-Virtualisierung in Brasilien mit Linux


Userful PR Photo

Eben bei KoopTech gelesen:

Das Unternehmen Userful hat gestern eine Pressemitteilung veröffentlicht, wonach es im Auftrag das brasilianischen Bildungsministeriums alle Schulen in allen 5560 Gemeinden mit 356.800 virtualisierten Computer-Arbeitsplätzen auf Linux-Basis ausstatten wird. Damit sollen die 2,7 Mio. Schulkinder in Brasilien Zugang zu einem PC erhalten. Das soll damit die weltweit größte virtuelle Desktop-Installation sowie der weltweit größte Linux-Desktop-Einsatz sein.

Die Pressemitteilung bei Userful: Userful and ThinNetworks Announce the World's Largest Desktop Virtualization Deployment - 356,800 Green Workstations.

SCORM in der Schule und die Zukunft von SCORM


Screenshot WeLOAD

Am letzen Webmontag hatte Frank Bartels über die »digitale Schultasche« des IQSH berichtet. Im Grunde ist das ein USB-Stick mit den gängigsten Programmen in einer portablen Version (d.h. sie laufen komplett vom USB-Stick und benötigen keinen Schreibzugriff auf Festplatte oder Windows-Registry). Das besondere ist hier, dass daneben auch ein Webserver mit der Anwendung »WeLOAD« läuft. Der Name ist eine Anlehnung an ReLOAD, einem Metadaten-Editor und Content-Packager, der Inhalte als SCORM- oder IMS-Content-Pakete publizieren kann. Mit WeLOAD geht das über ein Web-Interface. Dabei werden Lerninhalte, in der Regel Dateien, mittels Drag & Drop arrangiert. Daraus baut WeLOAD dann die Content Packages.

Beim SCORM-Standard stehen die Räder auch nicht still. Mit »SCORM 2004« hatte sich schon vieles gegenüber »SCORM 1.2« verbessert. Nun wird aber auch schon fleißig an »SCORM 2.0« gewerkelt, während gerade eine überarbeitete Version von SCORM 2004 veröffentlicht worden ist. An der Zeitlinie kann man schon erkennen, dass der Standardisierungsprozess im Verhältnis zum allgemeinen Entwicklungstempo im Web eher gemächlich voranschreitet. Darum gibt es Überlegungen, neben dem nächsten offiziellen SCORM-Standard auch eine etwas freie Variante zu entwickeln, in dann kurzfristig an aktuelle Entwicklungen angepasst werden kann.

Beim lesen des Blogeintrags SCORM 2.0 and beyond LETSI seminar (via Stephen Downes) ist mir dann aber doch etwas unwohl geworden. Die Idee dahinter ist zunächst einleuchtend: auf der einen Seite den wohldurchdachten, allseits abgestimmten Standard, auf der anderen Seite der sich ständig im Fluss befindliche Orientierungsrahmen, innerhalb dessen man Content Packages entwickeln kann. Das erinnert mich an das Entwicklungsmodell bei Debian. Die langen Entwicklungszyklen bei Debian sind berühmt-berüchtigt und man hat sich damit abgefunden, dass man, wenn man eine relativ aktuelle Software-Distribution haben möchte, einfach den unstable-Zweig von Debian verwendet. Man akzeptiert damit quasi eine unfertige, mit großen Risiken behaftete Softwaredistribution. Gleichzeitig sinkt die Notwendigkeit, ein halbwegs aktuelles Stable-Release zu veröffentlichen. Und das ist das weniger schöne an diesem Konzept.

Reduzierung des IT-Budgets um 70% mit Open Source


Screenshot Präsentation Kosten Einsparungen OpenOffice.org Open Source-Software wird in Unternehmen gerne eingesetzt, zumindest wenn es um die Server geht. Im Desktop-Bereich sieht es dagegen schwieriger aus, hier trauen sich große Organisationen nicht so recht, den Schritt Richtung Open Source zu gehen. Darüber hinaus kommt so ein Schwenk hin zu Open Source auch einem Politikum gleich. Darum gestaltet es sich als recht schwierig, konkrete Zahlen zu bekommen.

Umso interessanter, dass der österreichische Standard über das Migrationsprojekt der französischen Gendamerie berichten kann. Laut einer Präsentation von Lieutenant-Colonel Xavier Guimard bei der Nederland Open in Verbinding (NOiV) konnten seit 2004 alleine 50 Mio. Euro an Lizenzkosten für Microsoft Office eingespart werden. Mittlerweile werden alle neuen Rechner mit Ubuntu ausgestattet. Höhere Schulungsaufwände waren dabei nicht notwendig, »… den größten Unterschied würden die BenutzerInnen an den Icons und den Spielen ausmachen.«

[via netzpolitik.org]

Linus Torvalds über Git


Bei den E-Learning-Projekten, die ich betreue, setze ich, wenn es möglich ist, Git ein. Git ist ein ziemlich geniales Stück Software zur Versionsverwaltung. Was es so einzigartig macht, sind aus meiner Sicht vier Dinge:

  • Git ist ein »Distributed Source Control Management System« (bei Wikipedia unter Versionsverwaltung zu finden) und erleichtert die Arbeit im Team ungemein
  • Git ist sehr schnell, schneller als alles vergleichbare
  • Git gewährleistet die Unverfälschbarkeit der Daten
  • Git ist sehr einfach in der täglichen Anwendung

Linus Torvalds hatte vor einigen Jahren die Entwicklung von Git angestoßen. In diesem Vortrag bei Google beschreibt er pointiert und mit seinen Erfahrungen als Maintainer des Mega-Projekts Linux-Kernel die Vorzüge von Git:

[via fefe]

Microblogging und Open Source


Zwei großartige Meldungen aus der Microblogging-Welt:

Linux ist schlecht für unsere Kinder


Aus der E-Mail einer entrüsteten Lehrerin:

At this point, I am not sure what you are doing is legal. No software is free and spreading that misconception is harmful. These children look up to adults for guidance and discipline. I will research this as time allows and I want to assure you, if you are doing anything illegal, I will pursue charges as the law allows. Mr. Starks, I along with many others tried Linux during college and I assure you, the claims you make are grossly over-stated and hinge on falsehoods. I admire your attempts in getting computers in the hands of disadvantaged people but putting linux on these machines is holding our kids back.

Weiterlesen im Blog of helios: Stop holding our kids back.

[via fefe]

Update: Kris hat in einem Update zur Geschichte auf den guten™ Ausgang hingewiesen: Echtes Heldentum und ein spontaner Ausbruch gesunden Menschenverstandes.

Inhalt abgleichen