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UEFI: Gefahr für offene Systeme durch Secure Boot


Wie ihn UEFI: Der designierte BIOS-Nachfolger bereit Linux Probleme schonmal dargestellt, könnte es in Zukunft schwierig werden, offene Systeme wie Linux oder BSD auf einem normalen Computer zu installieren. Die Gefahr droht dabei von dem UEFI-System, mit dem zukünftig Computer ausgestattet werden sollen, in Kombination mit Windows 8 repeskteive dem Windows 8 Logo-Programm. Die Free Software Foundation hatte als Reaktion schon eine Kampagne gestartet, weitere Veröffentlichungen sind gerade erschienen, wie Heise berichtet: Linux-Größen plädieren für ein offeneres Secure Boot.

Hintergrund ist, dass mit der UEFI Secure Boot sichergestellt werden kann, dass nur signierte Betriebssysteme auf einem Rechner gestartet werden können. Da sich Open Source Systeme sehr schnell entwickeln, wird es nicht möglich sein, hiervür Signaturen bereitzustellen. Von den zu tragenden Kosten einmal ganz abgesehen.

Gefordert wird nun, dass der Anwender die Möglichkeit haben muss, auf seinem Computer Secure Boot zu deaktivieren. Das ist die einzige Möglichkeit, Systeme ohne eingetragene Signatur auf einem UEFI-Rechner starten zu können.

UEFI: Der designierte BIOS-Nachfolger bereit Linux Probleme


Seit einiger Zeit lese ich das Blog des Linux-Entwicklers Matthew Garrett. Er hat eine Reihe interessanter Beiträge zum Thema UEFI geschrieben, in der Fallstricke und Abgründe dieser neuen PC-Technik analysiert.

UEFI ist der designierte Nachfolger des guten alten PC-BIOS, das immer öfter an seine technischen Grenzen stößt. MIt UEFI soll der Boot-Vorgang einfacher werden, d.h. es sollen solche Dinge wie Booten von einem bestimmten Medium sowie Booten eines bestimmten Betriebssystems möglich sein, mit einem nett anzusehen User-Interface. Dafür gibt es umfangreiche technische Dokumentationen und Spezifikationen, so dass es theoretisch möglich sein wird, auf beliebigen UEFI-Systemen verschiedene Betriebssysteme von diversen Medien aus zu booten.

In der Praxis funktioniert das dann aber doch nicht, beispielsweise ist der UEFI-Bootloader aktueller Apple Mac-Rechner so fehlerhaft, dass sich Linux nicht installieren lässt. Auch einige Intel Referenzsysteme bereiten große Probleme, da sich deren UEFI-Systeme nicht an die Spezifikationen halten (und Intel ist die treibende Kraft hinter UEFI). Da UEFI anscheinend so schwer zu implementieren ist, sind die Hardwarehersteller dazu übergegangen, anstatt auf die Einhaltung der Spezifikationen zu achten, einfach ihre Produkte nur noch mit Windows bzw. MacOS X testen. Wenn Windows bootet, ist alles okay. Garrett schreibt dazu lapidar:

Anyone who's been following anything I've written lately may be under the impression that I dislike EFI. They'd be entirely correct. It's an awful thing and I've lost far too much of my life to it. It complicates the process of booting for no real benefit to the OS. The only real advantage we've seen so far is that we can configure boot devices in a vaguely vendor-neutral manner without having to care about BIOS drive numbers. Woo.

UEFI ist also noch eine riesengroße Baustelle, was sich in in laufend neuen Spezifikationen niederschlägt. Leider wird dabei auch mal etwas verschlimmert. So hat man jetzt die Möglichkeit implementiert, dass auf jeden Fall Windows bootet, selbst wenn das UEFI-System fehlerhaft konfiguriert ist. Die Folge ist, dass Hardwaresteller noch weniger darauf achten werden, ein den Spezifikationen entsprechendes System zu produzieren. Denn deren Test-Windows bootet ja einwandfrei.

Das nächste Problem ergibt sich aus dem UEFI secure boot protocol. Damit ist es möglich ein PC-System kryptographisch ähnlich abzusichern wie eine Spielekonsole. Ein solches UEFI-System wird dann nur Software starten, die kryptografisch signiert ist. Und wer das Windows 8-Logo von Microsoft erhalten möchte, muss seine Computer mit UEFI secure boot ausliefern. Prinzipiell ist das kein Problem, die Hersteller könnten ihre UEFI-Systeme so konfigurieren, dass dennoch andere Systeme wie Linux davon booten können. Allerdings hat sich ja gezeigt, dass die Hersteller nur minimalen Aufwand in Sachen Kompatibilität betreiben. Wenn Windows bootet, ist alles in Ordnung.

Es gäbe da natürlich eine nette, technisch sehr interessante Alternative zu UEFI

Jonathan Schwarz' Erfahrungen mit Softwarepatenten


Jonathan Schwarz, bis Anfang Februar CEO bei Sun Microsystems, rechnet ein klein wenig mit zwei Großen der Branche in Sachen Softwarepatente ab, indem er von den kleinen, schmutzigen Trick berichtet, mit denen Apple und Microsoft Sun Microsystems ärgern wollten. Steve Jobs und Bill Gates hatten beide versucht, Sun-Produkte mit Hinweis auf Trivialpatente (Softwarepatente) zu ver- bzw. behindern. Jobs störte sich etwa am 3D-Desktop Project Looking Glass, Gates am Office-Paket OpenOffice.

Passend zum Thema zitiert Schwarz mit der Überschrift genüsslich Steve Jobs: »Good Artists Copy, Great Artists Steal«.

Weiterlesen bei Jonathan Schwarz: Good Artists Copy, Great Artists Steal.

OLPC-Laptop: Dreaming Again


Genau vor einer Woche hatte Stephen Downes auf eine Blogbeitrag von Alanna Shaikh hingewiesen, den auch Jochen im Weiterbildungsblog thematisiert hat: One Laptop Per Child - The Dream is Over.

Alanna Shaikhs sieht das OLPC-Projekt als einen Misserfolg an, weil

  • der OLPC mehr als die versprochenen 100 Dollar kostet,
  • die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht worden sind,
  • erst spät auch an NGOs und gemeinnützige Organisationen verkauft worden ist,
  • die Wirkung des OLPC (Bildungs-) Welt überraschend gering sei und
  • lediglich eine Million Laptops verkauft worden.

Daneben hat sie noch einige weiter Punkte angeführt, die aber eher eine Meinung ohne fundierte Begründung darstellen.

Dieser Blogeintrag löste eine ganze Menge an Diskussionen aus. Ich denke, die Diskussionen liegen nicht nur in der einfachen Aussage eines Misserfolgs begründet. Dazu muss man sich die Geschichte des Projekts nochmal genauer ansehen und vor allem, welche Widerstände sich aufgebaut hatten. Intel beispielsweise hatte das Projekt zunächst mit seiner »Unterstützung« beeinträchtigt, und parallel hat man mit dem ClassMate ein direktes Konkurrenzprodukt entwickelt. Auch Microsoft hatte ein wenig mit im Projekt gerührt und laut Presseberichten starken Einfluss genommen und so erreicht, dass die 100-Dollar-Laptops auch mit Windows umgehen können müssen.

Es gab also trotz der wie ich finde großartigen Idee und den innovativen Lösungsansätzen heftigen Gegenwind. Naiver Weise hat man sich wohl zu Beginn des Projekts nicht vorstellen können, wen man mit so einem Laptop alles vor den Kopf stößt und mit welcher Kraft dagegen angegangen werden würde.

Nach solchen Erfahrungen nimmt man dann einen Beitrag wie den von Alanna Shaikh nicht mehr auf die leichte Schulter. Es ist aber interessant zu sehen, welche positiven Rückmeldungen aus Ländern gekommen sind, die den OLPC-X1 im Einsatz haben.

Carlos Rabassa aus Urugay:

The OLPC plan in Uruguay is well and alive, with no plans to disappear.

One important fact: The main opposition candidate in next month presidential elections, has gone to extremes to explain how good the Plan Ceibal is.

danielapapi aus Kambodscha:

Walk into a classroom where we work with and see older students teaching younger students how to read Khmer via the animated Khmer testing program they designed themselves, and you will change your mind a bit. Talk to our computer teachers, young Cambodians who taught themselves how to use the XOs, and yes, they will tell you there is a lot they don't understand, but they are effecting change. You can’t see that from your office, but I can see it here.

Oscar Becerra vom Peruanischen Bildungsministerium (der Alannas Punkte einzeln widerlegt):

It's amazing how ignorance of what is happening in the real world can be disguised so grossly to attempt to pass for truth what is simply false. I am responsible for the delivery of 300,000 (so far) XO's to Peruvian rural one classroom school children and we will be delivering 300,000 more next year.

Das OLPC-Projekt hat schon viel verändert, aber das wesentliche wird sich erst in 10 Jahren zeigen, wenn die erste Generation die Schulen verlässt. Schon heute lässt sich folgendes sagen:

  • Vor dem OLPC-Projekt gabe es keine günstigen Laptops, die Netbook-Klasse ist eine Folge des 100-Dollar-Laptops.
  • Es sind über eine Million OLPC-Geräte im Einsatz, eine zweite Million ist projektiert.
  • In einem Land, Uruguay, besitzt jetzt jedes Kind einen OLPC-Laptop. Es wird spannend, den Werdegang diese Generation zu verfolgen.
  • Es gibt kein anderes Gerät, das von seiner Bedienphilosophie so konsequent auf Kinder, Bildung und Sprachunabhängigkeit ausgerichtet ist.
  • Es gibt kein anderes Gerät, das für extreme klimatische Region mit geringer Infrastruktur so gut gerüstet ist.

Weiterlesen:

Kollaboratives Arbeiten mit Microsoft Office?


Ich habe leider nicht mehr die Quelle dazu (wahrscheinlich Heise), aber ich meine mich zu erinnern, dass das neue Microsoft Office eine nette neue Funktion bekommt: synchrones, kollaboratives Arbeiten an Dokumenten. Die Idee stammt von Editoren wie Subethaedit, Moonedit und Gobby. Es gibt für so etwas sogar einen kostenlosen Webdienst: Etherpad.com.

Die Möglichkeit zum gemeinsamen Online-Arbeiten in Echtzeit bietet meiner Meinung nach großes Potenzial. Leider sind die bisherigen Ansätze nicht sehr erfolgreich gewesen. Dabei findet man beispielsweise in einigen Messaging-Clients und Grafikprogramme schon lange Whiteboard-Funktionen an. Wenn Microsoft das jetzt tatsächlich in sein neues Office eingeführt hat, dann kann man auf eine gewisse Akzeptanzsteigerung hoffen, die dann wiederum für mehr Dynamik in die Weiterentwicklung der verschiedenen Ansätze sorgen könnte.

Softwarepatente: Microsoft verklagt Linux … äh TomTom


Diese schwappt gerade aus den U.S.A herüber: Microsoft sues TomTom over Linux and other patent claims (TechFlash). Microsoft sieht da Verstöße gegen acht eigene Patente, von denen drei den Linux-Kernel betreffen (in TomTom werkelt Linux). Auf Slashdot gibt es dazu eine interessante Diskussion: Has Microsoft's Patent War Against Linux Begun?

Anscheinend geht es Microsoft vor allem um das FAT32, das allseits bekannte Dateisystem aus Windows 95. Da hat sich Microsoft massiv Patente sichern lassen, die sich seit einigen Jahren auch auszahlen. Denn überall dort, wo heute Speicherkarten zum Einsatz kommen, wird meistens das FAT32-Dateisystem verwendet. In der englischen Wikipedia steht dazu:

Microsoft applied for, and was granted, a series of patents for key parts of the FAT file system in the mid-1990s. Being almost universally compatible and well-understood, FAT is frequently chosen as an interchange format for flash media used in digital cameras and PDAs.

On 2003-12-03 Microsoft announced it would be offering licenses for use of its FAT specification and "associated intellectual property", at the cost of a US$0.25 royalty per unit sold, with a $250,000 maximum royalty per license agreement.

To this end, Microsoft cited four patents on the FAT file system as the basis of its intellectual property claims. All four pertain to long-filename extensions to FAT first seen in Windows 95

Darum dürfte es auch im Fall Microsoft vs. TomTom/ Linux gehen.

[via vowe]

Microsoft gerettet, Bildungsprojekt verloren


Auf TechCrunch ist zu lesen:

On the upside, though, the pain of having to deal with Windows crashes may make some of these kids excellent technical support people over time. They’d just get lazy with Linux being so stable all the time.

Das bezieht sich auf Nicholas Negropontes Bekanntgabe, dass mit Microsoft eine Vereinbarung getroffen worden ist, eine Version des XO-Laptops als Dualboot zu realisieren, mit der man dann sowohl Linux als auch Windows XP booten kann. Ich denke, damit ist das Bildungsprojekt »One Laptop per Child« in eine kritische Lage geraten. Wie ich gerade erst geschrieben hatte, ist es für Microsoft wichtig, erst gar keine Generation von Computernutzern entstehen zu lassen, die nicht mit ihren Produkten groß geworden ist. Nun haben die Redmonder es geschafft, einen Fuß in die Tür des Bildungsprojekts zu bekommen. Sollte diese Windows-Version des XO-Laptops eine größere Verbreitung finden, wäre das Bildungsprojekt in meinen Augen tatsächlich gescheitert.

Wer braucht eigentlich Windows XP auf auf dem XO-Laptop?


Das OLPC-Projekt ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Die Entwicklung eines äußerst robusten Laptops zu einem so niedrigen Preis hatte vorher noch niemand gewagt und eine Benutzeroberlfäche wie Sugar mit dem dahinterliegenden didaktischen Konzept hat es auch auch noch nicht gegeben. Darüber hinaus sind die didaktischen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen nur schwer überschaubar. Das OLPC-Projekt ist nun, da das Notebook fast fertig ist und es um bildungspolitische Großprojekte geht, in unruhiges Fahrwasser geraten. Intel hat versucht Einfluss zu nehmen und seitdem auch Microsoft mitmischen will, ist die Diskussion um die Lauffähigkeit von Windows XP auf dem XO-Laptop voll entbrannt. Gaurav Chachra hat dazu in einem Gastbeitrag sehr schön seine Sichtweise der Diskussion dargestellt:

I gave my little cousin XO to play with. She was excited and took minutes to learn & enjoy it. And now, she doesn't think Windows XP is a good idea. But people need XP on OLPC. People who have been using Windows for years. People who also form the part of the government to decide on approving or rejecting OLPC. People who are not the target of OLPC.

[via OLDaily]

OLPC: Das Ende für die Benutzerobfläche "Sugar" durch Microsofts Einstieg?


*seufz* Da berichte ich mal voller Begeisterung vom Projekt "One Laptop per Child", schon kommt mir Microsoft in die Quere:

Letdown Nummer 2: Der "XO" wird auch Windows beherrschen. Der Plan, den Rechner gänzlich im Open-Source-Gedanken und auf Linux-Basis umzusetzen, scheint durch Lobbyarbeit seitens Redmond torpediert worden zu sein. Nun kann man natürlich sagen, die "XO"-Oberfläche "Sugar" sei sowieso viel zu neuartig gewesen - sie hatte sich tatsächlich recht deutlich von grundlegenden Bedienkonzepten aktueller PCs entfernt. Aber genau das war ja die Innovation.

Wenn nun tatsächlich alternativ Windows auf den "XO" aufgespielt werden kann und Microsoft einen guten Preis macht (davon ist angesichts der Bedeutung des Projektes auszugehen), kann man das auf Red Hat Linux aufsetzende "Sugar" quasi knicken. Dabei hätte auch das Open-Source-Betriebssystem mit Ubuntu & Co. interessante "normale" Desktop-Oberflächen anbieten können. Da es in freier Software inzwischen nahezu alles gibt, was ein Lernwilliger braucht, wäre das sicher nicht die schlechteste Idee gewesen - eine Einführung in übliche Desktop-Technologien inklusive.

Ausgerechnet "Sugar" ist aus didaktischer Sicht ein höchst interessantes Element des Projekts. Nun da Microsoft dazwischengefunkt hat kann man nur hoffen, dass Sugar auf Linux-Desktops überleben wird.

Update: Oh, da gibt es noch einige andere harsche Kommentare zu dieser Geschichte:

Update: Sehr merkwürdig, nun also ein halbes Dementi: Heise: 100-Dollar-Laptop doch nicht fit für Windows. So etwas nennt man dann wohl ein PR-Debakel.

Panik oder FUD? "Ballmer: Linux users owe Microsoft"


Ich tippe auf einen gut gemachten FUD:

In comments confirming the open-source community's suspicions, Microsoft CEO Steve Ballmer Thursday declared his belief that the Linux operating system infringes on Microsoft's intellectual property.

Dazu hat sich fefe übrigens eine nette Überschrift ausgedacht: "Ballmer SCOt".

Weiterlesen:

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