Microblogging

Social Media: so vergänglich


Ausschließlich in Social Media publizieren ist wie Zeichen in den Flugsand schreiben. Wer gerne bleibende Spuren hinterlässt und wiederkehrende Leser schätzt, ist mit einem Blog besser dran.

Claudia Klinger hat eine fast schon amüsante Geschichte aus dem Web 2.0: Ein aktiver Micro-Blogger mit rund 17.000 Followern stellt fest, dass seit ca. vier Wochen keines seiner Posts veröffentlicht wurde – und niemanden ist es aufgefallen! Weder seinen 17.000 Followern noch ihm selbst. Das hat ihn geschockt:

It makes me feel like everything I’ve posted over the past four years on Twitter, Jaiku, Friendfeed, Plurk, Pownce, and, yes, Google Buzz, has been an immense waste of time. I was shouting into a vast echo chamber where no one could hear me because they were too busy shouting themselves. All this time I’ve been pumping content into the void like some chatterbox Onan. How humiliating. How demoralizing.

Weiterlesen:

Internes Microblogging verbessert die Teamarbeit beim t3n Magazin


In einem kurzen Artikel klärt Jan Tißler über den Einsatz von Yammer, einer Unternehmenslösung, bei t3n auf:

Mit einer klaren Zielstellung, eindeutigen Rahmenbedingungen und einer konsequenten Umsetzung kann ein internes Microblogging-Tool viel zur Verbesserung der Kommunikation beitragen und sogar eine Eigendynamik entfalten. Bei uns jedenfalls ist schon so manche Diskussion direkt in Yammer entstanden, ohne dass dafür das gesamte Team von der Arbeit abgehalten worden wäre. Jeder trägt seine Meinung und seine Informationen und Sichtweisen bei. Wenn das dann am Ende auch noch Spaß macht, anstatt als lästige Pflicht empfunden zu werden, hat das Unternehmen eine Menge gewonnen.

Die vielen Kommentare zu diesem Artikel sind fast noch wertvoller als der Artikel selbst.

Unbedingt lesen: Erfahrungsbericht: Wie internes Microblogging die Team-Kommunikation bei t3n verbessert.

Studie: Microblogging innerhalb und außerhalb von Unternehmen


Eine interessante Studie haben Kate Ehrlich und N. Sadat Shami von der IBM veröffentlicht. Bei der IBM wird ein internes Microblogging-System verwendet, das BlueTwit. Viele Nutzer des internen System nutzen auch gleichzeitig Twitter. Das haben sich die Auotren der Studie zunutze gemacht und verglichen, ob und wie sich die internen Postings auf BlueTwit von den öffentlichen Postings auf Twitter unterscheiden.

Für die Untersuchung haben sich die Autoren eine Kategorisierung der Inhalte vorgenommen. Unterschieden werden folgende Typen:

  • Status: Typische Statusmeldungen, was man gerade macht, denkt oder wo man sich befindet
  • Information: Eine Informations- oder Meinungsäußerung
  • Retweet: Retweet als eine wichtige Funktion des Crowd Sourcing
  • Fragestellung: Fragen mit der Intention, Antworten zu erhalten
  • Direkte Informationen: Informationen, die an jemanden direkt gerichtet sind
  • Direkte Fragen: Fragen, die an jemanden direkt gerichtet sind

Allerdings ist die Zahl der untersuchten Microblogging-Nutzer mit 34 relativ klein. Dennoch sind die Ergebnisse interessant:

Chart Typenverteilung Microblogging-Posts
Datenquelle: Kate Ehrlich, N. Sadat Shami: Microblogging Inside and Outside the Workplace. 2010.

Im qualitativen Teil haben die Autoren festgestellt, dass keiner der untersuchten Personen Probleme mit dem Umgang unternehmensinterne Informationen hatte. Und auch hier findet sich ein Indiz dafür, dass man mit Microblogging Grundbedürfnisse der menschlichen Kommunikation befriedigt:

Even though there is no explicit ‘friending’ model as there is in social network sites, there is a level of familiarity that comes from reading posts even from strangers or people who are not well known. Several people commented on the sense of connectedness that came with participation in microblogging. A typical comment,
I feel like I know these people. When it does come a time when I meet them or I might need to engage with them on something there has been an element of rapport established… we don't actually know each other but we do, from the interactions we’ve had in that space.

Weiterlesen: Kate Ehrlich, N. Sadat Shami: Microblogging Inside and Outside the Workplace (PDF).

[via FASTForward Blog]

Praxisbeispiele Social Media in Unternehmen


Bisher gibt es nicht viele Erfahrungsberichte über den Einsatz von Social Software in Unternehmen. Jane Hart hat sich die Mühe gemacht und veröffentliche Praxisberichte, vor allem solche mit einem Fokus auf Weiterbildung, zu sammeln.

Bisher hat Jane 20 Beispiele zusammengetragen, so erfährt man, dass Agilent Technologies bei der Führungskräfteentwicklung auf Blended Learning mit Wikis als tragende Rolle setzt und dass OCÉ Microblogging für den internen informellen Wissensaustausch nutzt.

Weiterlesen:

Twitter-Account gesperrt: #twitter #fail


Update: Es hat sich etwas getan. Siehe Textende.

Die letzten Jahre haben uns viele interessante neue Anwendungsmöglichkeiten im Web und Internet beschert. Neue Services sind entstanden, einige haben sich nicht lange halten können, andere nehmen dafür immer größere Fahrt auf. Facebook hat die Marke mit 300 Millionen Nutzern geknackt und Twitter wächst ebenfalls weiter, in Deutschland zuletzt um 20%. Allerdings habe ich mit gerade diesen Diensten ein Problem, das sich leicht in einem Begriff fassen lässt: Walled Garden. Man ist in diesen Diensten schlicht gefangen. Facebook stellt sozusagen ein Web im Web dar, das man sich nur erschließen kann, wenn man sich dort registriert. Zu Twitter gibt es dagegen Alternativen, aber wenn das eigene Soziale Netzwerk nicht mit zu diesen Alternativen wechselt, bleibt man in diesem goldenen Käfig gefangen.

Es gibt noch einen weiteren Nachteil, den ich häufiger so ausgedrückt habe: »Kritische Infrastruktur gehört in öffentliche Hand«. E-Mail ist deswegen so erfolgreich, weil es ein offender Standard ist, den jeder Programmierer selbst umsetzen kann und darf. Und jeder, der einen Internetzugang hat, hat auch die Möglichkeit, seinen eigenen Mailserver aufzusetzen. Das Gleiche gilt natürlich für das Word Wide Web: ein offener Standard, den man kostenlos einsehen kann (was ja bei anderen Industrienormen nicht selbstverständlich ist) und den man selbst umsetzen kann, ohne irgend welche Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Wer einen Internetzugang hat, kann seinen eigenen Webserver aufsetzen und sich so von Einschränkungen bei Providern unabhängig machen.

Meine Plädoyer für mehr Unabhängigkeit in der persönlichen Infrastrukur ist am Wochenende nun von ganz unerwarteter Seite untermauert worden. Nämlich von Twitter selbst. Beziehungsweise deren Spam-Erkennungs-und Verhinderungssystem. Denn es hat mir meinen Twitter-Account deaktiviert.

Screenshot: Twitter Account Suspended

25 E-Mails bis zum ersten Unternehmens-Tweet


Wenn Unternehmen twittern, kann laut Trendopfer vor dem ersten Tweet auch schonmal ein intensiver interner Austausch über 25 E-Mails erforderlich sein:

Twitter Abteilung X Freigabe, Tweet #1

Freitag, 12:45 Uhr

Sehr geehrter Herr M.,

im Zuge der neuen Social Media Strategie unseren Unternehmens und als direkte Konsequenz unseres Workshops vom letzten Mai, hat sich die Abteilung X einen twitter-Account zugelegt und wird ab sofort twittern. Ich habe Ihnen den ersten tweet (siehe Worddokument) zur Freigabe geschickt. Herr K. hat aus Sicht der Pressestelle keine Bedenken.

Mit freundlichen Grüßen F.

Warum twitterst du?


Eigentlich ist das ja eine saublöde Frage, die da 5. WissensWert Blog Carnival gestellt worden ist ;-) Denn genauso gut kann man auch zwei Menschen an einer Bushaltestelle oder in der Teeküche fragen, warum sie sich ausgerechnet hier unterhalten würden … Was ich damit sagen will, ist, dass Kommunikation für uns Menschen ein Grundbedürfnis ist. Wir Menschen kommunizieren gerne und wir kommunizieren in der Regel ständig. Denn Kommunikation erfüllt einen wichtigen Zweck: »Den weitaus größeren Teil dieses Wissens und Könnens gewinnt er [der Mensch] aus den Erfahrungen, die andere Menschen bereits gemacht haben. Medium dieses Erfahrungstransfers sind alle Formen der verbalen und nonverbalen Kommunikation.«

Wir kommunizieren besonders dort, wo es einfach ist und die Chance groß ist, dass sich eine Kommunikation ergeben wird. Twitter ist ein solcher Ort, der einem Kommunikation mit vielen anderen Menschen auf eine sehr einfache Form ermöglicht. Als ich mit der Twitterei 1997 anfing, war ich allerdings zunächst ratlos, was ich mit diesem Dienst eigentlich machen soll. Ich denke aber, dass sich die Sinnfrage nach Twitter und anderen Microblogging-Diensten jedem stellt, der anfängt sich damit zu beschäftigen. Die Frage stellt sich erst dann nicht mehr, wenn man die ersten Kommuniktionserfahrungen mit anderen gesammelt hat.

Heute läuft mein Twitter-Client den ganzen Tag im Hintergrund. Ab und zu werfe ich einen Blick auf die durchlaufenden Beiträge. Und ab und zu bleibe ich dann hängen und vertiefe mich in einen Austausch. Neben Twitter benutze ich noch viel lieber Identi.ca, ein auf Open Source-Software basierender Dienst, geschaffen von einem unglaublich sympathischen Menschen aus Kanada.

Time Magazin über Twitter


Titelseite Time Magazin

Das Time Magazin hat Twitter eine Titelstory gewidmet: How Twitter Will Change the Way We Live.

Twitter im Business English-Unterricht


Bruce Spears berichtet, wie er Twitter an der Berlin Business School im Fach »Business English« eingesetzt hat: How We Twitter. Sein Fazit:

What made our use of Twitter interesting and a success, I believe, was both the intense sociability associated with it and the fact that for most it did not come easily and so had to be shown by example and use governed by intelligibility and acceptance among peers. It was almost a parallel universe, because we certainly could not talk about it in class, but by the end of the term the answer to the question of “what are you doing” was answered in your terms: you were answering and asking questions, offering and responding to expressions of mood or feeling, and offering and thanking for links and other resources: you “owned” your Twitter, as we say.

[via Stephen Downes]

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