Früher, als ich noch Student war, habe ich gerne anderen Leuten bei Ihren Computerproblemen geholfen. Bis eines Tages dann der Bekannte eines Bekannten eines Freundes morgens vor meiner Tür stand, seinerseits Selbständiger und mit einem penetranten Computerproblem geschlagen. Der gute Mensch hatte gleich seinen Computer mitgebracht und wollte ihn in meiner Studentenbude aufbauen, damit ich mir das »mal eben« ansehen. Er wollt mir sogar 50 Mark dafür zahlen. An jenem Tag war dann erst mal Schluss mit meiner uneingeschränkten Menschenfreude.
1998 hatte ich mich dann mit Tux, dem Linux-Maskottchen angefreundet. Seit dem Zeitpunkt bin ich eigentlich nur noch blutiger Laie, was Windows-Installation angeht. Berufsbedingt habe ich auch gar nicht mehr die Zeit, anderen Leuten bei deren Rechnerproblemen zu helfen. Aber ab und zu helfe ich gerne Freunden oder in der Verwandschaft aus.
So auch wieder letztes Wochenende. Eine Familie, liebe Freunde, hatten sich einen neuen Computer gekauft. Die Familie, das sind stolze Eltern mit ihren vier Kindern, darunter eine just mit 2. Staatsexemanen besiegelte Juristin und eine angehende Tiermedizinerin. Diese gebildeten Menschen sahen sich außerstande, einen neuen Rechner so mit Software zu bestücken und zu konfigurieren, dass sie mit dem Computer arbeiten können.
Warum ich das erzähle? Nun, manchmal sind es diese kleinen Erfahrungen, die für den notwendigen Realitätsabgleich sorgen, wenn z.B. mal wieder von nebulösen Dingen wie dem »Information Worker« oder der Zukunft der Bildung die Rede ist.
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