Information Worker

Lesestoff vom Schulmeister


Rolf Schulmeister scheint einen Nerv getroffen zu haben. Auch bei mir, denn die Diskussion um den Information Worker aka Digital Native aka die Generation Net hatte mich auch irritiert. Nun denn, Schulmeister hat dazu etwas veröffentlicht: Gibt es eine »Net Generation«? Ich freue mich darauf, den Aufsatz zu lesen. Denn Schulmeister hat seinen Spaß daran, zu polarisieren.

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»Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität«


Dass die Online-Durchsuchung in Nordrhein-Westfalen keinen Bestand haben wird, war nach den öffentlichen Experten-Anhörungen schnell klar. Überraschend ist eher, dass die Herren am Bundesverfassungsgericht die Tragweite der technologischen Entwicklungen erkannt haben und dann konsequenter Weise die Grundrechte auf diesen Bereich übertragen haben:

§ 5 Abs. 2 Nr. 11 Satz 1 Alt. 2 VSG, der den heimlichen Zugriff auf informationstechnische Systeme regelt ("Online-Durchsuchung"), verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht in seiner besonderen Ausprägung als Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme und ist nichtig.

Das ist doch nach all den negativen Erfahrungen mit der Legislativen eine schöne Meldung.

Auf Spiegel Online ist dazu mittlerweile eine erste Analyse erschienen: Richter erfinden das Computer-Grundrecht.

Wikis, RSS und andere Dinge in Unternehmen


Das Jahr beginnt mit einem Haufen Arbeit. Was ja nicht schlecht ist. Unter anderem hatten wir am 17. Januar unseren Kunden-Workshop zum Thema »Wikis in Unternehmen einführen«. Diesmal war auch ein lieber Bloggerkollege mit dabei: Stephan List, der das Blog Interessante Zeiten und das Toolblog betreibt. Stephan hat mich mit seinen Überlegungen zu unserem Wiki-Workshop dazu hingerissen, nochmal selbst ein paar Gedanken um das Thema Wikis in Unternehmen kreisen zu lassen.

E-Learning im Allgemeinen kann gerade dann seine Vorteile im Unternehmensalltag ausspielen, wenn den Mitarbeitern gewisse Freiheitsgrade im Arbeitsalltag ermöglicht werden. Und das gilt noch viel mehr für die Gestaltung von informellen Lernprozessen, beispielsweise mit Hilfe von Social Software. Allerdings lässt sich so etwas nicht über Nacht und auch nicht auf Knopfdruck realisieren. Wede auf struktureller noch auf menschlicher Ebene (das ist schließlich der Grund, warum es Menschen wie mich gibt, die Unternehmen in diesen Dingen unterstützen).

Was man als Blogger, Early Adopter, Information Worker oder begeisterter Onliner auf jeden Fall nicht übersehen sollte: Außerhalb des eigenen Elfenbeinturms haben die Menschen in Unternehmen durchaus etwas besseres zu tun, als neueste Anwendungen, Dienste und sozialen Netzwerke auszuprobieren. RSS ist auch nur einem Bruchteil der Studenten auf StudiVZ ein Begriff. In Unternehmen sieht es damit selbstverständlich nicht anders.

Die Diskussion um RSS hat mich auf die Idee gebracht, eine neue Umfrage zu starten: RSS in Unternehmen. Die Umfrage ist auch über das rechte Menü hier auf tschlotfeldt.de erreichbar.

Elitären Ballast abwerfen


Das Wort zum Freitag heute von acw im eduFutureBlog:

Was mich beim Betrachten der visualisierten Milieustruktur nachdenklich stimmt: Wir sinnieren hier, wie modernes, ansprechendes und menschengerechtes Lehren/Lernen möglich werden kann – derweil reflektieren wir nur über den Zugang zu einem Bruchteil der (bundesdeutschen) Gesellschaft.

Amen.

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Wikis, yeah


Wir hatten letztes Jahr ein paar schöne kleine Projekte zur Einführung von Wikis in Unternehmen. Deswegen hatten wir uns auch schon eine Folgeveranstaltung unseres Wiki-Workshops vorgenommen. Auf der Learntec war das dann auch immer wieder Gesprächsthema. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da es mir ein wenig Sicherheit gibt, dass wir mit unserem Angebot und unserer Kompetenz richtig liegen.

Einführung von Wikis in Organisationen klingt ja zunächst einmal recht banal. Technisch ist es ja auch, gerade das macht den Charme ja aus. Doch darum geht es auch gar nicht. Die Technik ist schnell installiert. Ähnlich wie bei der Einführung von E-Learning geht es hier letzten Endes um die Menschen, die damit arbeiten sollen. Und da muss man dann schonmal ein wenig genauer hingucken: welche Informationen, welche Prozesse eignen sich für eine Überführung ins Wiki. Aber das allerwichtigste bei diesen technikgetriebenen Projekten ist die Medienaffinität. Ohne diese wird es mit ansonsten perfekten Rahmenbedingungen nicht funktionieren.

Mit meiner Kollegin Kristina Eggers habe ich übrigens zum Jahreswechsel dann noch ein schönes Web 2.0-Konzept entwickelt, das sich gerade für die Vermittlung von Nitor-Themen (Konflikt-Kompetenz, Kommunikation, Moderation, Präsentation, E-Tutoring...) in Unternehmen eignet. In ersten Kundengesprächen haben wir dafür viele positive Rückmeldungen erhalten.

Wider dem Begriff Information Worker


Ich habe ja schon das eine oder andere Mal kritische Worte gegen den elitären Begriff des Information Workers anklingen lassen. Da das Buch zur Microlearning-Konferenz 2006 erschienen ist, hat Gabi Reinmann dazu jetzt ihre Gedanken geäußert (da fällt mir ein, ich glaube Gabi Reinmann war es auch, die mal sagte: »Web 2.0 ist nur was für die Bildungselite.«):

Die Herausforderung für die kommenden Jahre besteht darin, dass wir uns nicht nur innerhalb der E-Learning-, Blended Learning-, Microlearning-, E-Learning 2.0 etc.-Community gegenseitig auf die Schulter klopfen und uns tolle Geschichten erzählen und Visionen haben. Wir müssen endlich auch all die "ganz normalen" Schulen, Hochschulen und Weiterbildungsinstitutionen erreichen, an denen der Gr0ßteil der Bevölkerung lernt. Dazu werden wir aber zum einen eine andere Spreche brauchen, die auch von "Nicht-Insidern" verstandne wird, und wir werden zum anderen unsere Ziele anschlussfähiger an den Ist-Zustand machen müssen. DAS sind aus meiner Sicht die zentralen Aufgaben, wenn wir wollen, dass man uns auch außerhalb des geschützten Raums der Blogosphäre und der netten Tagungen ernst nimmt.

Wie recht sie hat.

Weiterlesen bei Gabi Reinmann: Buch zur Microlearning-Konferenz 2006 und was mir dazu durch den Kopf geht.

Information Worker 2006


Früher, als ich noch Student war, habe ich gerne anderen Leuten bei Ihren Computerproblemen geholfen. Bis eines Tages dann der Bekannte eines Bekannten eines Freundes morgens vor meiner Tür stand, seinerseits Selbständiger und mit einem penetranten Computerproblem geschlagen. Der gute Mensch hatte gleich seinen Computer mitgebracht und wollte ihn in meiner Studentenbude aufbauen, damit ich mir das »mal eben« ansehen. Er wollt mir sogar 50 Mark dafür zahlen. An jenem Tag war dann erst mal Schluss mit meiner uneingeschränkten Menschenfreude.

1998 hatte ich mich dann mit Tux, dem Linux-Maskottchen angefreundet. Seit dem Zeitpunkt bin ich eigentlich nur noch blutiger Laie, was Windows-Installation angeht. Berufsbedingt habe ich auch gar nicht mehr die Zeit, anderen Leuten bei deren Rechnerproblemen zu helfen. Aber ab und zu helfe ich gerne Freunden oder in der Verwandschaft aus.

So auch wieder letztes Wochenende. Eine Familie, liebe Freunde, hatten sich einen neuen Computer gekauft. Die Familie, das sind stolze Eltern mit ihren vier Kindern, darunter eine just mit 2. Staatsexemanen besiegelte Juristin und eine angehende Tiermedizinerin. Diese gebildeten Menschen sahen sich außerstande, einen neuen Rechner so mit Software zu bestücken und zu konfigurieren, dass sie mit dem Computer arbeiten können.

Warum ich das erzähle? Nun, manchmal sind es diese kleinen Erfahrungen, die für den notwendigen Realitätsabgleich sorgen, wenn z.B. mal wieder von nebulösen Dingen wie dem »Information Worker« oder der Zukunft der Bildung die Rede ist.

Knowledge Worker


Daniel Lemire, Wissenschaftler an den Universitäten Quebec und New Brunswick, hat auf Grund eines Beintrags von Harold Jarche eine kleine Gegenüberstellung von klassischen und modernen "Knowledge Workern" vorgenommen. Die Liste ist keine wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung, bietet aber einen guten Einblick in die Art und Weise eines funktionierenden individuellen Wissensmanagements zur Kompetenzentwicklung:

old school worker IT-empower worker
I can't find anything. I can find most things.
I get what I need more effectively from conversations. I get most of what I need from general written conversations and specific oral conversations - online (though I still like face-to-face discussions).
Knowledge gathering isn't the best use of my time. Knowledge gathering is a good use of some of my time because I've developed a few efficient processes.
I prefer private knowledge stocks that I don't trust others enough to share. still keep some private knowledge stocks, but use the public ones more often.
I mostly use commercial software installed and maintained by someone else. I find and manage my own software, mostly free software.
Most software application I use are desktop applications: I spend 97% of my time in Microsoft Office. Most software I use is Web-based.
I'm getting nervous when people suggest we use a Wiki: what's wrong with Microsoft Word? I run my own wikis.
A blog? I've got nothing to say and I prefer to preserve my privacy. My blog is one of my key knowledge management tools.
My projects are mostly with nearby colleagues. My office is the worldwide though I work from my basement.

Weiterlesen bei Daniel Lemire: Are you an IT-empower worker or an old school worker?

Informelles Lernen in Unternehmen


[Logo] E-Learning Tux
Martin Röll fragt: Wie unterstützen Unternehmen heute informelles Lernen? Sind sich die Weiterbildungsabteilungen über seine Wichtigkeit bewusst?

Hintergrund ist die Diskussion, dass E-Learning bisher viel zu technologiezentriert gewesen ist gepaart mit einem Paradigma der klassischen Lehrveranstaltung (aka Präsenzveranstaltung, Frontalunterricht, classroom learning ...). Das heißt, wenn in der Weiterbildung moderne Technolgoien eingesetzt werden, dann meist auf Basis von didaktischen Konzepten, die für einen ganz anderen Anwendungsfall entwickelt worden sind: Der Präsenzveranstaltung. Unter diesen Rahmenbedingungen kann E-Learning aus didatkischer Sicht natürlich nicht das leisten, was erwartet worden ist. Die damit einhergegangenen Enttäuschungen haben – natürlich – die Begeisterung für E-Learning etwas abkühlen lassen.

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