e-learning 2.0

Einsatzmöglichkeiten von (Micro-) Blogging in der Weiterbildung


Ralf Appelt beschreibt in einem Beitrag für das Buch »E-Learning in Hochschule und Weiterbildung« (Holten & Nittel 2010) die Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung, die er im wesentlichen in Ansätzen des informellen Lernens sieht und dazu verschiedene Ansätze skizziert:

  • Blogs als Lerntagebücher (Repräsentation von Wissen erster und zweiter Ordnung)
  • Blogs als Feedbackkanal (Transformation von Informationen in Wissen)
  • Blogs als Medium zum Wissenstransfer (Lernen als aktiver, kollaborativer und selbstgesteuerter Prozess)
  • Persönliche Blogs (Erfahrungsaustausch, bedarfsorientiertes Lernen in einem sozialen Rahmen)

Neben diesen theoretischen Möglichkeiten beschreibt Ralf auch ganz praktische Einsatzszenarien, wie man als Organisation Blogs nutzen kann (spontan fallen mir dazu gerade der Volkshochschulverband Schleswig-Holstein und der Weiterbildungsverbund Segeberg ein, die seit geraumer Zeit Twitter unter @VHS_SH und @WBVSegeberg nutzen). Auch als Lehrender sind Blogs spannend, wenn es geht, versuche ich als Berater und Trainer Blogs und Wikis ebenfalls einzusetzen. Für einen Teilnehmer, als einen Lerner, sind solche Aspekte aber natürlich auch sehr interessant. Gerade die Volkshochschulen könnten davon provitieren, da deren Weiterbildungsangebote nicht so streng formalisiert sind wie beispielsweise IHK-Kurse.

Danke Ralf, dass du deinen Artikel online gestellt hast.

Weiterlesen bei Ralf Appelt: Artikel “Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung” online verfügbar.

Debatte: Ist informelles Lernen nur eine Modeerscheinung?


Der britische E-Learning-Anbieter Epic veranstaltet auch in diesem Jahr wieder eine E-Learning-Debatte. Die These am 6. Dezember 2010 lautet:

This house believes that technology-based informal learning is more style than substance.

Diese These bietet viel Stoff für eine emotinale Debatte. Als Fürsprecherin wird Dr. Allison Rossett, Professor of Educational Technology at San Diego University, auftreten, als Gegensprecher hat sich kein geringerer als Jay Cross angekündigt.

[via Clive on Learning]

3. Korb Urheberrecht und Leistungschutzrecht — Online-Lernen könnte damit unmöglich gemacht werden


Wie will man ein Online-Lernen-Projekt aufsetzen, wenn selbst Presseüberschriften in Zukunft nicht mehr zitiert werden dürfen, ohne eine Urheberrechtsverletzung zu begehen? So unwahrscheinlich das im ersten Moment erscheint, so erschreckend nah ist ein solches Urheberrecht, das mit dem sogenannten 3. Korb weiter überarbeitet werden soll. netzpolitik.org ist ein angebliches Strategiepapier der Verlagsbranche mit Gruworten von von Christoph Keese (Springer) und Prof. Robert Schweizer (Burda), zugespielt worden. Es ist nicht klar, ob das Dokument authentisch ist, es würde allerdings zu derzeitigen Debatte nach einem Leistungsschutzrecht passen:

Um einen effektiven Rechtsschutz zu gewährleisten, sollten nicht nur Teile des Presseerzeugnisses wie einzelne Beiträge, Vorspänne, Bilder und Grafiken geschützt werden. Schutzwürdig sind beispielsweise auch Überschriften, Sätze, Satzteile etc., soweit sie einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen.

Weiterlesen bei netzpolitik.org: Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren.

Von einem persönliches Reboot der Online-Kommunikation


Ich mag das Internet, ich liebe Open Source und ich finde die neuen Formen der Online-Zusammenarbeit und der Kommunikation einfach großartig. Darum ärgere ich mich natürlich über Kulturpessimisten wie zum Beispiel Schirrmacher, die in der neuen vernetzten Welt den Untergang des Abendlandes sehen. Aber tatsächlich ist das Internet, das Social Web, eine neue Welt, die es zu erkunden gilt, und jeder von uns muss den Umgang damit erlernen und entscheiden, welche Rolle es im eigenen Leben einnehmen soll.

Christian Spannagel hat den Stecker gezogen. Ihm ist die allgegenwärtige Kommunikation, das ständige eingebunden sein, zuviel geworden. Darum hat er sich für einen reboot, für einen Neuanfang seiner Online-Kommunkation entschieden.

Christian Spannagel ist Leiter des Instituts für Datenverarbeitung/Informatik an der PH Heidelberg. Er ist einer der bekanntesten Edu-Blogger im deutschsprachigen Raum, er mag das Internet und er ist (oder war es zumindest) von den Kommunikationsmöglichkeiten im Internet begeistert. Und nun macht er sich rar, hat sich von Twitter, Facebook, XING und noch einigen anderen Netzwerken abgemeldet. Sein Blogpost zu seinem Ausstieg hat ein großes Echo hervorgerufen, so dass er in einem Kommentar seine Beweggründe erläuert hat:

, Ich wollte es eigentlich nicht schreiben, und es kostet mich Überwindung, das jetzt hier hineinzuschreiben, weil es an die Substanz geht. Ich habe sehr intensiv im Netz gelebt und mich dabei über den sozialen Austausch definiert. Dieser Austausch wächst mir nun schon seit längerem über den Kopf. Ich habe mich überfordert. Ich bin ausgezehrt.

Ich habe meine persönliche Einheit, meine Zufriedenheit verloren. Mir fehlt die Tiefe des Lebens. Ich sehne mich nach weniger Komplexität und mehr innerer Ruhe. Ich bin in meinen Grundhaltung erschüttert und muss mich wieder neu sortieren.

Wenn man diese Sätze liest, kann man nachvollziehen, wie notwendig dieser Reboot für Christian ist. Zum Glück hat er sich nicht komplett aus dem Netz verabschiedet, er wird weiterhin bloggen, und er wird weiterhin auf Wikiversity aktiv sein.

Ich wünsche ihm, ich wünsche dir, dass du dich von deinem jahrelangen Online-Experiment erholst und dass du mit deinem Reboot einen neuen, gesunden Weg des (Online-) Miteinanders finden wirst.

Und was ziehe ich persönlich für Schlüsse aus Christians Erfahrung? Eigentlich bestärkt es mich in meinem eigenen Kommunikationsmodell, nämlich mich zu fokussieren. Meine für mich wichtigste Kommunikationsplattform ist meine eigene Website mit Blog und Wiki. Twitter und Identi.ca haben sich zu einem weiteren wichtigen Kommunikationskanal entwickelt. Darum werde ich hier auch demnächst ein eigenes Microblog installieren. Daneben gibt es noch einige kleinere Systeme, auf denen ich unterwegs bin: im IRC, beispielsweise dem E-Learning-Channel auf Freenode, und einigen Mailinglisten.

Auf Facebook und XING bin ich zwar präsent, ich kommuniziere dort allerdings herzlich wenig. Den Account auf Facebook unterhalte ich tatsächlich nur aus professionellem Interesse.

Neben der öffentlichen Kommunikaton gibt es noch eine private. Dafür setze ich ebenfalls auf geschlosseene Wikis und auf Drupal, aber auch auf E-Mail und auf Jabber.

Weiterleseen:

Studie: Mobile Learning auf Smartphones wird anders genutzt als erwartet


Klassische Web Based Trainings auf Smartphones funktionieren nicht. Das kann man aus einer Studie vom Januar der IBM und der Columbia University folgern. Als E-Learning-Entwicker wäre darum eine Orientierung am Beispiel iPhone hilfreich. Vor Apples Smartphone gab es schon viele andere Smartphones, aber erst das iPhone brach mit der bisherigen Bedienungphilosophie, die an klassische Desktop-Computer angelehnt war. Erst mit dem iPhone sind ganz neue Anwendungsformen denkbar geworden.

Jochen Robes macht auf die Konsequenzen aufmerksam, die man bei der IBM daraus gezogen hat:

Zum Schluss noch der Hinweis auf die Konsequenzen, die IBM aus diesen Ergebnissen zieht: “As a result of the study, IBM has shifted its focus for mobile learning from delivering formal learning modules to just-in-time performance support systems.”

Weiterlesen: Nabeel Ahmad und Peter Orton: Smartphones Make IBM Smarter, But Not As Expected. Training & Development, Januar 2010 (BNET).

Studie: Noch kein Web 2.0 in Unternehmen


Diese Woche ging die Studie »Web 2.0 in Unternehmen« durch die Blogoshpäre. Auch "Netzökonom" Holger Schmidt von der FAZ hat einen lesenswerten Artikel dazu geschrieben: Unternehmen tasten sich langsam an das Web 2.0 heran. Wie man schon erahnt, wurde mit einer Umfrage unter ca. 350 Unternehmen festgestellt, dass sich Unternehmen noch sehr schwer tun mit diesem Web 2.0:

Balkendiagramm
Quelle: Daten stammen aus der Studie »Web 2.0 in Unternehmen«

Allerdings kann man an den Fragen auch erkennen, an was die Autoren der Studie interessiert hat: Marketing und Kundenkommunikation. Aber wie die folgende Grafik zeigt, scheinen Unternehmen auch eher auf Social Media fürs Verkaufen Wert zulegen denn auf die interne Kommunikation und das eigene Wissensmanagement:

Digital Restrictions Management funktioniert nicht - Beispiel Kindle


Selbst die Musikindustrie, die nicht gerade als Hort innovativer Geschäftsideen bekannt ist, hat mittlerweile eingesehen, dass Digital Restricted Manamagement (DRM) für Kunden ein Grund ist, Musik nicht zu kaufen. Darum wird Musik mittlerweile wieder ohne DRM-Fesseln angeboten.

Amazon liefert nun ein schönes Beispiel, warum man seinem E-Book-Reader (in diesem Fall Kindle) nicht trauen kann: via Funknetzanbindung sind zwei Bücher von allen Kindles gelöscht worden. Anscheinend hatte der Verlag, der die E-Books zur Verfügung gestellt hatte, nicht die dafür notwendigen Verwertungsrechte. Dennoch, das Problem fasst Peter Sennhauser auf netzwertig.com treffend zusammen:

Was nichts an der orwellschen Horrorvision ändert, dass einem ein Verkäufer Waren, die man gekauft hat, unter irgendwelchen Begründungen nachts wieder aus dem Haus holt und einen Scheck über den Kaufpreis hinterlegt.

Did You Know 3.0


Nach Did You Know 2.0 jetzt 3.0:

Enterprise 2.0 und zwischenmenschliche Nähe


Ich sitze gerade an eine Präsentation zum Thema Enterprise 2.0. Dabei gehe ich auch ein wenig auf die Bedeutung von zwischenmenschlicher Kommunikation und dem Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Näher und Vertrautheit ein. So richtig schön verständlich wird das dank eines Zitats von Torsten Albig, dem neuen Oberbürgermeister von Kiel, der als twitternder OB-Kandidat für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Gesagt hatte er das als Key Note-Sprecher bei einem netten Symposium der FH Kiel.

Als einen der Gründe für seinen Sieg nannte er die Benutzung von Twitter, weil es nur so möglich war, sein Wahlkampfteam von 30 Personen laufend anzusprechen und so ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit herzustellen. Und das ist für Engagement und Leidenschaft notwendig gewesen.

Ich hatte einfach des bessere, das motiviertere und engagiertere Team!

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