blackboard

Immer noch Blackboard


Bei Blackboard scheinen die Leute allmählich Panik zu bekommen. Der Marktführer, der 2005 WebCT übernommen hatte, hat im letzen Jahr ca. 24% seiner Anteile am amerikanschen Markt eingebüßt (von 77% runter auf 59% Marktanteil). Vielleicht erklärt das, warum sie mit allen Mitteln den kanadischen Konkurrenten Desire2Learn bekämpfen. Die zähe Geschichte um das angebliche »E-Learning-Patent« ist immer noch nicht restlos ausgestanden (Michael Feldstein beschreibt die Situation sehr ausführlich in seinem Blogpost »EduPatent Fight As Complicated As Ever«), da hat Blackboard eine weitere Klage gegen den Mitbewerber in Stellung gebracht: Blackboard Files Complaint With U.S. International Trade Commission Seeking to Block Sales of a Competitor's Products.

Stephen Downes schreibt dazu nur noch trocken: »Would the last developer to leave Blackboard please turn out the lights?«

»Blackboard Invented Nothing!«


Vor mehr als zwei Jahren hatte Blackboard ein Softwarepatent zum Thema E-Learning eingereicht und auch (vorläufig) zugesprochen bekommen. Dies hatte in der weltweiten Edu-Szene für viel Aufregung gesorgt und man begann in der englischen Wikipedia die Geschichte der Learning Environments nachzuzeichnen, um so Blackboards Patentanspruch widerlegen zu können. Auf Basis dieses Patents hatte Blackboard relativ schnell seinen direkten Konkurrenten Desire2Learn verklagt. Desire2Learn hat sich in einem zeitraubenden Verfahren dagegen gewehrt und nun ist das Ende erreicht, denn das U.S.-Patentamt hat der Firma Blackboard das vorläufig zugesprochene »E-Learning-Patent« wieder aberkannt. Damit fehlt der Klage jegliche Grundlage.

Das Gezerre ist übrigens exemplarisch für Softwarepatente, die es de jure in Deutschland und Europa gar nicht geben dürfte, aber von einigen Interessensvertretungen immer wieder gefordert werden.

Weiterlesen bei Desire2Learn: Blackboard Invented Nothing!

[via Stephen Downes]

Blackboards E-Learning-Patent jetzt erstmal wieder nichtig


Es geht hin und her: Zunächst ist Blackboard ein E-Learning-Patent zugesprochen worden. Das hat entsprechend heftige Reaktionen ausgelöst. Ziemlich schnell hat Blackboard dann begonnen, den kanadischen Konkurrenten Desire2Learn wegen angeblicher Patentverletzungen zu verklagen. Das weltweite Echo aus dem Educationbereich war so verheerend, dass man sich genötigt sah, ein so genanntes Patent-Pledge abzugeben. Demach sollte nichtkommerzielle Nutzung des E-Learning-Patents erlaubt sein. Und nun berichtet heise, dass das US-Patentamt das E-Learning-Patent für nichtig erklärt hat. Allerdings kann Blackboard gegen diese Entscheidung noch Widespruch einlegen. Das dürfte allerdings nichts an der Schadenersatzforderung an Desire2Learn ändern:

Unklar ist noch, wie sich die Entscheidung auf den laufenden Rechtsstreit zwischen Blackboard und Desire2Learn auswirken wird. Geschworene eines texanischen Gerichts hatten die Kanadier im Februar der Verletzung des Schutzrechts des Konkurrenten für schuldig befunden und zur Zahlung von 3,1 Millionen US-Dollar zum Schadensersatz und zur Vergütung entgangener Lizenzeinnahmen verdonnert. Desire2Learn ist in die Berufung gegangen, hat die eigene Softwaresuite aber abgeändert. Dabei wollen die Kanadier eine Umgehung der umkämpften Patentansprüche in ihr System eingebaut haben. Blackboard wiederum gelobte vor über einem Jahr, das Schutzrecht nicht gegen Open-Source-Anbieter in Stellung bringen zu wollen.

Blackboard hat gewonnen


Nachdem Blackboard das berüchtigte E-Learning-Patent zugesprochen bekommen hatte, verklagte die Firma ziemlich bald einen ersten Mitbewerber auf Patentverletzung: Desire 2 Learn. Blackboard hat gewonnen. Stephen Downes hat die Reaktionen zusammengefasst.

[via Unfrisierte Gedanken]

Neues vom »E-Learning-Patent«


Nach außen hin wird zwar immer behauptet, Patente sind dazu da, um Innovationen voranzubringen. Aber in der ausufernden U.S-Patentpraxis mit ihren Softwarepatenten (die die großen Unternehmen auch gerne in Europa hätten) haben Patente vor allem einen Zweck: Barrieren aufbauen.

In der Auseinandersetzung um das so genannte »E-Learning-Patent« hat Michael Feldstein über die Beweggründe von Blackboard berichtet:

Also, Blackboard’s communications with its PR firm apparently say that, while the public story around the patent is that they are protecting their intellectual property, the “real” purpose was to “contain and control” D2L. So the goal is to distract the #2 vendor in the LMS space with a costly lawsuit.

Und darum sind Softwarepatente einfach nur böse™. Mehr zum Thema findet man in diesem Blog übrigens unter dem Tag »softwarepatente«.

[via Stephen Downes]

BlackBoards Patent-Versprechen (Patent-Pledge)


BlackBoard bekommt ein wenig nasse Füsse, da deren E-Learning-Patent erneut überprüft wird. Wahrscheinlich um zu retten, was noch zu retten ist, will die Firma im Rahmen eines »Patent-Gelöbnisses« (Patent-Plege) das Patent zur Nutzung freigeben. Denn wie es aussieht, hat das Patent bei der Neuüberprüfung wegen »prior art« nur geringe Chancen (wenn man die im Patent beschriebene Technik als nicht neu nachweist, wird das Patent aberkannt, deswegen wurde auch die Wikipedia-Seite »History of virtual learning environments« aufgebaut).

Ärgerlich an BlackBoards Angebot ist zudem, dass es nicht ohne Hintertüren daherkommt, wie Heise Online berichtet:

So sorge der Passus, dass das Versprechen nicht gelte, wenn Open-Source-Software mit proprietären Lösungen gebündelt werde, eher für Verwirrung. Blackboard selbst aber meint zu dem inkriminierten Passus, dabei gehe es lediglich um solche Anbieter, die Open Source so mit proprietärer Software bündelten, dass diese nur als Gesamtpaket funktioniere oder lizenziert werden könne. Lediglich diese Anbieter wären dann nicht von Patentansprüchen ausgenommen.

Weiterlesen:

Neuüberprüfung des "E-Learning-Patents"


Heise meldet gerade, dass das amerikanische Patentamt Blackboards E-Learning-Patent noch mal überprüfen wird.

Weiterlesen bei heise online: Open-Source-Anwälte erreichen Neuüberprüfung des "E-Learning-Patents".

Überprüfung und Zurückweisung des Blackboard-Patents gefordert


Blackboard ist zum fünften Mal seit 2000 (immerhin) in den Heise News:

Das Software Freedom Law Center (SFLC) hat im Auftrag von drei Softwareherstellern beim US-amerikanischen Patentamt die Überprüfung und Zurückweisung des so genannten E-Learning-Patents der US-Firma Blackboard beantragt. Die Experten des Anfang vorigen Jahres gegründeten Zentrums für Rechtsfragen rund um Open Source meinen, es gebe ausreichend Belege dafür, dass die in dem Patent beschriebene Technik bereits verwendet wurde, bevor Blackboard im Juni 2000 das Patent einreichte ("prior art").

Weiterlesen bei Heise News: Open-Source-Anwälte beantragen Aufhebung von E-Learning-Patent.

Blackboard weiter im Fokus


Die Blackboard-Patent-Story ist nun bei Tim O'Reilly angekommen. Während wir in Europa noch den Anfängen der Softwarepatente wehren können, versucht man in den U.S.A wenigstens aus dem Education-Bereich die Patentinhaber und die Patent-Trolle herauszudrängen:

See also the Wikipedia entry offering a plain language translation of the patent. It's a great example of someone using clear and ordinary language to illustrate just how far patent filings have come from their original intent of instructing people about how a purported invention works, and how far they go to obscure by legal language the appropriate prior art.

In seinem Blogeintrag führt Tim O'Reilly einige weitere interessante Links auf:

Weiterlesen im O'Reilly Radar: Blackboard E-Learning Patent.

Softwarepatent: Der zweite Schritt


Das hat nicht lange gedauert: Nachdem Blackboard ein ziemlich weitreichendes Softwarepatent zugesprochen bekommen hat, verklagt man sogleich einen aufstrebenden Mitbewerber:

I was wrong: Blackboard's intentions are predatory, not defensive. It plans to use the patent weapon Soprano-style to crush competition and ruthlessly stifle all innovation in the elearning space. As soon as the ink was dry on the patent grant, Blackboard immediately filed a patent infringement claim against Desire2Learn, a small Canadian competitor which was just beginning to make modest inroads in the learning management space. Blackboard (with the recent "acquisition" of WebCT) now commands more than seventy-five percent of the market share for LMSs in US higher education. D2L was beginning to creep up past six and seven percent.

Weiterlesen bei Alfred Essa: Why Blackboard Is Truly Evil.

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