Bildung

Microsoft gerettet, Bildungsprojekt verloren


Auf TechCrunch ist zu lesen:

On the upside, though, the pain of having to deal with Windows crashes may make some of these kids excellent technical support people over time. They’d just get lazy with Linux being so stable all the time.

Das bezieht sich auf Nicholas Negropontes Bekanntgabe, dass mit Microsoft eine Vereinbarung getroffen worden ist, eine Version des XO-Laptops als Dualboot zu realisieren, mit der man dann sowohl Linux als auch Windows XP booten kann. Ich denke, damit ist das Bildungsprojekt »One Laptop per Child« in eine kritische Lage geraten. Wie ich gerade erst geschrieben hatte, ist es für Microsoft wichtig, erst gar keine Generation von Computernutzern entstehen zu lassen, die nicht mit ihren Produkten groß geworden ist. Nun haben die Redmonder es geschafft, einen Fuß in die Tür des Bildungsprojekts zu bekommen. Sollte diese Windows-Version des XO-Laptops eine größere Verbreitung finden, wäre das Bildungsprojekt in meinen Augen tatsächlich gescheitert.

Die "Initiative Printpresse"


Ball Paradox: Ein Leitmedium des deutschen Print-Journalismus macht sich ein wenig lustig über die "Initiative Printpresse" und unterstellt den Protagonisten Scheinheiligkeit:

Der Kampf gegen die Veränderung, den die an den Hebeln sitzende Klasse dieses Landes im Moment mit vereinten Kräften zu führen scheint, sieht von außen verdächtig nach einem Kampf gegen jene aus, für die das Netz zum Alltag gehört. Wie nur sollen sich die Jungen von einer Politik und einer Presse vertreten fühlen, die sie immer wieder für lesefaul und desinteressiert erklärt? Und das auch noch unter Zuhilfenahme von offensichtlich falschen Argumenten?
Weiterlesen bei Spiegel Online: Lesekompetenz: Wie Deutschlands Jugend dummgeredet wird.

Wort zum Samstag: keine Bombenbauanleitungen mehr im Internet


Das erinnert mich mehr und mehr an Chinas Bemühungen, dem freien Meinungsaustausch Herr zu werden.

Es dürfe keine rechtsfreien, meint: unkontrollierbaren Räume geben, lautet beim Thema Internet das Mantra der Sicherheitspolitik. Das soll nun auch für die nicht digitale Welt gelten. Dummerweise aber lautet ein Grundgesetz der Demokratie, dass genau solche Räume notwendig sind, damit sich freie Meinung und freier Geist entfalten können. Demokratie ist per definitionem unsicher. Ihr Schutz entsteht aus der Überzeugung, dass die demokratischen Kräfte überwiegen und sich – auf demokratischem Wege – durchsetzen. Das aber lässt nur einen Schluss zu: Die derzeitige Sicherheitspolitik ist im Kern antidemokratisch.

Weiterlesen bei der ZEIT: Freiheitskampf im Netz. Von Kai Biermann.

Ich mag das nicht mehr hören. Da harren noch ein paar ganz konkrete Probleme, die gelöst werden wollen: Staatsfinanzen, Rente, Gesundheit, Wirtschaft und Arbeit, Armut. Und natürlich Bildung.

Update: Mittlerweile ist der Entwurf des neuen BKA-Gesetzes an die Öffentlichkeit gedrungen, obwohl anscheinend weder Innen- noch Justizministerium dies beabsichtigt hatten. Da dürfte in den nächsten Tagen auf den diversen Lawblogs so einiges interessantes und besorgniserregendes zu lesen sein.

Piraten, Urheberrecht und Schulbücher


Heute Morgen habe ich während der Autofahrt den Podcast von NerdAlert gehört. In der Sendung vom 14. November war die Piratenpartei zu Gast, die erstmals in Hamburg zur Bürgerschaftswahl antreten will. Es drehte sich, wie sollte es auch anders sein, um das Urheberrecht. Man streifte dabei auch das Thema Bildung, Schule und Schulbücher. Eine Idee, die im Umfeld der Piratenpartei wohl entwickelt worden ist, hat mich dann förmlich elektrisiert, weil ich sie auch für realisierbar halte. – Wenn man den zu erwartenden Widerstand der Buchverlage außen vor lässt. Die Idee ist, Schulbücher einfach in einem Wiki von den Schülern selbst entwickeln und bearbeiten zu lassen. Der Ansatz macht nicht nur aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht Sinn, sondern ist auch aus der didaktischen Warte her hoch interessant. Auf der WikiSym 2007 haben, wie hier schon mal berichtet, Marija Cubric und ganz besonders Renée Fountain mit einem Ansatz aus dem Communal Constructivism ihre Erfahrungen mit Wiki-Konzepten in der Lehre aufgezeigt.

Dieses Konzept der »Schulbuch«-Entwicklung in einem Wiki (ein Schulbuch kann man das ja eigentlich nicht mehr nennen) fügt sich auch sehr gut ein das Konzept einer gemeinnützigen Schüler- und Azubiplattform, dass ich immer noch umsetzen möchte. Ich werde mal den Kontakt zu ein paar Schulen aufnehmen. Jetzt überlege ich mir aber zunächst, welche Inhalte man in einem ersten Schritt ins Auge fassen sollte. Eventuell solche, in denen die Schulbücher eher schwach sind?

Das Konzept ist übrigens hier im Wiki entwickelt worden. Ergänzungen sind herzlich willkommen. Die Inhalte bzw. das Konzept stehen natürlich unter einer freien Creative Commons Lizenz.

»Lernen muss wehtun!«

Published in

Gerade erst wieder gehört.

2007? Pisa? Ideologische Scheuklappen ablegen?

Wer sagt, dass Bildung teuer ist...

Published in

...weiß nicht, was Dummheit kostet.

Leider weiß ich nicht, von wem dieses Zitat stammt.

Inhalt abgleichen