Web 2.0

Typografie: WIRED auf dem iPad


Im Fontblog schreibt Jürgen Siebert geradezu hymnisch über die erste Wired-Ausgabe für das iPad: WIRED Screen vs. WIRED Print. Die Macher des Magazins haben sich alle Mühe gegeben, ein nahezu perfektes Layout auf dem Apple-Gerät zu erzielen. Allerdings erfährt man in den kritischen Kommentaren zum Blogeintrag einige technische Hintergründe sowie die Vermutung, dass der gezeigte Aufwand nicht zu halten sein wird.

Weitere interessante Meinungen zu Wired auf dem iPad bei praegnanz.de und iA.

Meinungen zum iPad im Unterricht


Das iPad stellt im Grunde einen Rückschritt dar, was die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Informationen angeht. Darum glaube ich auch nicht, dass es die Medienwelt revolutionieren wird.

Was aber sagen andere Edublogger zum Thema iPad? David Hopkins von der Business School at Bournemouth University hat in seinem Blog eine Reihe von Stimmen gesammelt. Vorweg stellt er allerdings eine Frage:

I’ll start with my final words (!) and they are simply how can we be sure that the iPad will be any good if we’ve literally only just got it […]?

Weiterlesen bei Don't Waste Your Time: iPad – is it any good for the classroom or learning?

[via Stephen's Web]

FAZ über Virtual Classrooms


Falls die Frisur von Managementdozentin Iris Wunder einmal nicht sitzt, hat sie trotzdem kein Problem damit, vor ihre Studenten zu treten. „Wenn ich einen Bad Hair Day habe, schalte ich einfach die Kamera aus“, sagt Wunder.

Bei der FAZ gibt es einen Artikel zum Thema Virtual Classroom. An sich werden darin auf eine einfache Art und Weise die Vorteile einer solchen Online-Zusammenarbeit beschrieben. Allerdings hat es schon ein wenig Überwindung gekostet, nach der oben zitierten Einleitung doch noch weiter zu lesen.

Weiterlesen bei FAZ.net: E-Learning: Das virtuelle Seminar.

iPad-Fieber


Zum Verkaufsstart des iPads möchte ich nicht zurückstehen und ebenfalls einen kleinen Beitrag zum Wünsch-O-Mat der Verlagswelt schreiben. Aber ich mache es mir einfach und zitiere nur den Lumma:

Das iPad wird ein tolles Produkt. Aber für die Verlage bedeutet es eine weitere Abhängigkeit, stärkere Konkurrenz auf der Plattform und weniger Relevanz für die Printerzeugnisse. In 5 Jahren werden die Ereignisse beim Jalag zur Normalität werden. Währenddessen verdient Apple als Inhalte-Distributor ganz wunderbar mit und ermöglicht zudem transaktions-basierte Werbemodelle, die andere Marktteilnehmer nicht bieten können.

Technology Review zu Enterprise 2.0


Es gibt in Technology Review einen Artikel zum Thema Web 2.0 in Unternehmen: Soziale Betriebswirtschaft von Christian Buck. Der Autor hat dazu mit einigen Experten gesprochen und stellt Beispiele aus der Praxis vor.

Willms Buhse, der sich als Enterprise 2.0-Berater selbständig gemacht hat, wird zum Thema Blogs in Unternehmen zitiert, wie auch Michael Koch von der Universität der Bundeswehr in München. In dem Artikel heißt es, dass neben Blogs vor allem Wikis in Unternehmen weit verbreitet sind – eine missverständliche Formulierung. Meiner Erfahrung nach sind in Unternehmen Blogs bei weitem nicht so verbreitet wie Wikis. Blogs sind wichtig, aber um ein Blog zu betreiben, muss man Lust zum Schreiben und zur Selbstoffenbarung haben, während man Wikis für die Dokumentation unternehmenstypische Vorgänge nutzt und so weniger selbstoffenbarend agieren muss.

Als Wiki-Beispiel werden Alcate-Lucent und die Deutsche Presse-Agentur genannt. Über die Erfahrungen bei der dpa berichtet Meinolf Ellers:

Wir mussten in kurzer Zeit eine Innovationsstrategie und ein gemeinsames Verständnis für das Projekt entwickeln. Das ist uns mithilfe eines Wikis sehr gut gelungen: Durch das kollektive Erstellen der Inhalte konnte das Team schnell Meilensteine und Schwerpunkte der künftigen Arbeit definieren.

Im letzten Drittel des Artikels werden dann die Probleme bei der Einführung von Social Web-Prinzipien in Unternehmen besprochen. Willms Buhse spricht eine Erfahrung an, die man auch schon bei der Einführung von klassischem E-Learning seit Ende der 90-er Jahre gemacht hat:

Als ein Nadelöhr bei der Einführung von Enterprise 2.0 erweist sich allerdings oft das mittlere Management, das einerseits von den Mitarbeitern und andererseits vom Top-Management unter Druck gesetzt wird.

Praxisbeispiele Social Media in Unternehmen


Bisher gibt es nicht viele Erfahrungsberichte über den Einsatz von Social Software in Unternehmen. Jane Hart hat sich die Mühe gemacht und veröffentliche Praxisberichte, vor allem solche mit einem Fokus auf Weiterbildung, zu sammeln.

Bisher hat Jane 20 Beispiele zusammengetragen, so erfährt man, dass Agilent Technologies bei der Führungskräfteentwicklung auf Blended Learning mit Wikis als tragende Rolle setzt und dass OCÉ Microblogging für den internen informellen Wissensaustausch nutzt.

Weiterlesen:

E-Learning-Entwickler sollten sich langsam von Flash verabschieden


Okay, für eingefleischte Flash-Entwickler mag das ein wenig frustrierend oder gar ketzerisch klingen, aber ich glaube, dass die Tage von Flash gezählt sind. Im Moment erlebt Flash seine beste Zeit, die Zukunft gehört aber HTML5.

Flash ist eine Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer und interaktiver Programme (Inhalte). Die Programme laufen, ähnlich wie bei Java oder .NET, in einer Sandbox-artigen Umgebung ab, dem Flash-Player. Als Entwickler produziert man ein Flash-Programm (auch Flash-Film genannt), das dann auf verschiedensten System abgespielt werden kann, sofern dort ein Flash-Player verfügbar ist.

In Webbrowsern ist zwar schon fast von Anbeginn JavaScript eingebaut, womit man ebenfalls interaktive Webseiten entwickeln kann. Allerdings war es zu Zeiten des großen Browserkriegs nur mit Kopfschmerzen möglich, eine interaktive Webseite zu entwickeln, die in möglichst jedem JavaScript-fähigen Browser gleich gut funktionierte. Mit Flash ging das sehr viel einfacher, da für die Darstellung von Flashinhalten nicht der Webbrowser sondern der Flash-Player zuständig ist. Zudem kam Flash der damaligen Vorstellung entgegen, dass Webseiten, in Analogie zum Print-Bereich, in beliebigen Webbrowsern auf unterschiedlichen System immer gleich aussehen sollten.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Flash ist das Abspielen von Audios und Videos. Erst seit HTML5 können Webbrowser ohne Hilfsprogramme Videos abspielen. Davor gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten, um Audio- und Videointegration in Webseiten einigermaßen systemunabhängig hinzubekommen: Real oder Flash, wobei aber Flash als echte Entwicklungsumgebungen weit mehr Möglichkeiten bot als der reine Videoplayer von Real.

Allerdings ist auch die Verwendung von Flash nicht ganz schmerzfrei. Als Anwender merkt man wohl als erstes den Ressourcenbedarf des Flash-Players (was wohl der wesentliche Grund von Apple ist, Flash weder auf iPhone noch auf iPad zuzulassen), weniger bekannt sind dagegen die Privacy-Probleme (Flash kennt beispielsweise Cookies-ähnliche Dateien namens Local Shared Objects). Unternehmen dagegen müssen vor allem mit den immer mal wieder auftauchenden Sicherheitsproblemen kämpfen (allerdings, wenn man jahrelang sein Unternehmen vor den Sicherheitslücken eines Internet Explorer 6 schützen musste, ist man solchen Kummer wohl gewöhnt).

Und trotz des Versprechens: Funktionsumfang und Art der Integration des Flash-Players können von System zu System anders sein. Unter unixoiden Betriebssystemen hat der Flash-Player beispielsweise die nervige Eigenart, sich immer in den Vordergrund zu drängeln und sich über alle anderen Ebenen zu positionieren.

Mit dem zukünftigen Standard HTML5, der von Apple Safari, Google Chrome, Mozilla Firefox und Opera schon zu großen Teilen unterstützt wird, sind die meisten Dinge, für die man Flash benötigt hat, nun im Webbrowser nativ möglich. Mit Chrome und Safari kann man beispielsweise auf Youtube schon Videos im H.264-Format ohne Flashplayer ansehen. Flash wird man in Zukunft für die allermeisten Dinge nicht mehr benötigen. Adobe sieht es wohl ähnlich, denn derzeit werden Stimmen laut, die dem Flash-Hersteller vorwerfen, den Standardisierungsprozess von HTML5 bewusst zu behindern.

Es wird aber sicherlich noch ein paar Jahre dauern, bis sich HTML5 durchgesetzt hat. Wenn man als Unternehmen also gerade daran ist, seine internen E-Learning-Entwicklungsprozesse neu zu designen, kann man sicherlich noch auf Flash setzen. Für E-Learning-Dienstleister heißt es dagegen, sich allmählich auf die neuen Möglichkeiten der Webbrowser mit HTML5 einzustellen. Und dabei auch das leidige Thema H.264-Lizenzen nicht außer Acht zu lassen.

Jonathan Schwarz' Erfahrungen mit Softwarepatenten


Jonathan Schwarz, bis Anfang Februar CEO bei Sun Microsystems, rechnet ein klein wenig mit zwei Großen der Branche in Sachen Softwarepatente ab, indem er von den kleinen, schmutzigen Trick berichtet, mit denen Apple und Microsoft Sun Microsystems ärgern wollten. Steve Jobs und Bill Gates hatten beide versucht, Sun-Produkte mit Hinweis auf Trivialpatente (Softwarepatente) zu ver- bzw. behindern. Jobs störte sich etwa am 3D-Desktop Project Looking Glass, Gates am Office-Paket OpenOffice.

Passend zum Thema zitiert Schwarz mit der Überschrift genüsslich Steve Jobs: »Good Artists Copy, Great Artists Steal«.

Weiterlesen bei Jonathan Schwarz: Good Artists Copy, Great Artists Steal.

»No one could do to Disney Disney did Brothers Grimm«


In einem sehr unterhaltsamen Talk hat Lawrence Lessig bei TEDxNYED über eine Kultur des Remixens gesprochen, die Disney groß gemacht hat, über den Respekt der Konservativen gegenüber dem Urheber (nicht Verwerter) und den Einfluss von Hollywood auf die Demokraten.

[via ix, netzpolitik.org]

Videocodec H.264 und Lizenzen


Im E-Learning hat die Einbettung von Videos ein lange Tradtion, da Werkzeuge wie Director die Erstellung von CBTs mit Videoelementen ermöglichten. Allerdings war Video dann mit dem Wechsel auf WBTs ein Problem. Es fehlten zum Einen die hochkomprimierten Videoformate und und zum Anderen standardisierte Videoplayer. Der RealPlayer stellte die einzige Mehrplattformlösung dar, konnte sich allerdings nicht gegen Microsoft und Apple durchsetzen. Erst 2007 kam es zu einer nennenswerten Verbesserung der Situation, als Adobe den Flash Player in der Version 9.0.115 veröffentlichte. In einer von Adobe als notwendiges Sicherheitsupdate für eine kritische Lücke bezeichneten Aktion hatte es das Unternehmen geschafft, innerhalb von kurzer Zeit einen universellen Videoplayer mit einem H.264-Codec weltweit einzuführen. H.264 (aka MPEG-4 AVC) ist ITU-Standard und das State-of-the-Art Videoformat für hocheffiziente Videokompression.

Das Dumme an H.264 ist nur, dass bei diesem Standard ein Strauß an patentierten Verfahren genutzt werden, die einem Pool von derzeit 26 Unternehmen wie Apple gehören, darunter beispielsweise Fraunhofer, France Télécom, Microsoft, Robort Bosch und Sony. Aus praktischen Gründen übernimmt die Rechteverwaltung dieser Patente eine eigene Organisation, das MPEG LA. Von dort muss man sich eine Lizenz besorgen, wenn man einen H.264-Codec vertreiben will oder wenn man Videos im H.264-Format verbreiten möchte. Allerdings kann man nicht sagen, wie hoch die Lizenzkosten in Zukunft sein werden, denn das MPEG LA entscheidet darüber in verschiedenen Perioden jeweils neu. Die erste Lizenzperiode läuft Januar 2011 aus, ab dann sollten ursprünglich Lizenzkosten für das freie Internet-Streaming anfallen. Aber allem Anschein nach will man sich das Geschäft mit den aufstrebenden Videoportalen nicht gleich mit überzogenen Forderungen verderben. Darum wird es noch bis 2016 im Rahmen einer Ausnahmeregelung möglich sein, freie Internet-Streaming-Angebote lizenzkostenfrei anbieten zu können. Mit diesem Schritt hält man zudem die Open Source-Konkurrenz in Form von Ogg Theora noch bis 2016 auf Abstand.

Allerdings wird Google ebenfalls noch eine wichtige Rolle spielen, denn dort hat man kürzlich den Codec-Hersteller On2 gekauft (On2 hatte den ursprünglichen Codec hinter Ogg Theora entwickelt und später der Open Source-Gemeinde zur Verfügung gestellt). On2 besitzt weitere alternative Codecs, die H.264 ebenbürtig sein sollen. Thomas Richter schreibt dazu auf Telepolis:

Möglich wäre, dass Googles strategischer Kauf dazu dient, nicht nur YouTube von zukünftigen (möglicherweise enormen) Lizenzzahlungen für H.264 zu befreien (oder zumindest bei möglichen Verhandlungen einen starken Hebel zu haben), sondern den Sourcecode von VP6 (bzw. den noch in Entwicklung befindlichen Nachfolgern VP7/VP8) offen zulegen und standardisieren zu lassen. Damit wäre der Weg frei, den Codec ohne Bedenken auf Patentverletzungen oder drohende Lizenzeinzahlungen in die nächste Browsergeneration zu integrieren und damit einen neuen, freien Videostandard im Netz zu schaffen - ganz im Sinne der Firma Google, die als Dienstleister von offenen Standards im Netz nur profitieren kann.

Update: Die Free Software Foundation hat einen offenen Brief an Google geschrieben, in dem das Unternehmen aufgefordert wird, auf Flash und H.264 zu verzichten und statt dessen VP8 als Open Source frei zugeben und das Format bei YouTube zu benutzen (Heise-Meldung).

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