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Neu: Newsletter


Vor einiger Zeit hatte ich hier gefragt, ob Interesse an einem Newsletter des E-Learning-Blogs besteht. Natürlich kann das Blog via RSS Full-Feed gelesen werden, aber ich vermute, das viele Leser ein E-Mail-Abonnement begrüßen würden. Bei der hierzu eingerichten Umfrage haben in der Tat 26% dafür gestimmt, einen Newsletter mit anzubieten. Es sind eine Reihe an sehr interessanten Rückmeldungen über Kommentare, Twitter und E-Mail eingegangen. Dafür nochmal ein großes Dankeschön.

Für mich ist dadurch klar geworden, den Newsletter anzubieten. Abonnieren kann man ihn seit kurzem im rechten Menü unter dem Punkt Newsletter. Geplant ist eine monatliche Zustellung mit den vergangenen Blogeinträgen.

Über dieses Blog


Das E-Learning-Blog ist Auffangbecken und Diskussionsplattform für unstrukturierte Gedanken, Ideen und Informationen rund ums Thema E-Learning.

Mittlerweile ist auch ein erstes »Blog im Blog« dazu gekommen: Das Projektblog AGG. Es war ein erster Versuch, ein Projekt, nämlich die Entwicklung eines WBTs zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, mit einem öffentlichen Blog zu begleiten.

E-Learning für den Mittelstand in Schleswig-Holstein


Letzte Woche fand in Kiel die Gründungsveranstaltung des Fachforums E-Learning – Weiterbildung für die schleswig-holsteinische IT-Branche, bei dem ich als E-Learning-Berater Gründungsmitglied bin.

Die Idee dazu stammt von Andreas Seeger von der NetUSE AG, der in mehreren Treffen die Gründung des Fachforums vorangetrieben hat. Ihn beschäftigt schon eine ganze Zeit die Frage, wie man als Unternehmen die IT-Qualifizierung der Mitarbeiter sicherstellen kann. Traditionelle Schulungen sind aus unternehmerischer Sicht nicht immer befriedigend, da Sie für einen Mittelständler beträchtliche Kosten nach sich ziehen können, der Erfolg einer solchen Schulung aber nicht immer nachvollziehbar ist.

Mit Hilfe von E-Learning-Inhalten ist es möglich, solche Schulungsangebote kostengünstig anzunehmen. Es fallen keine Reisekosten an und der Arbeitszeitausfall ist ebenfalls geringer. Arbeitszeitausfall ist übrigens ein Kostenpunkt, den man häufig nicht mit einkalkuliert, obwohl er ein wesentlicher Kalkulationsfaktor sein kann. Neben dem reinen Kostengesichtspunkt bieten E-Learning-Angebote aber einen noch den viel gravierendern Vorteil der permanenten Verfügbarkeit. Bei Bedarf kann jederzeit darauf zugegriffen werden, so dass ein bedarfsorientiertes Lernen möglich ist.

Allerdings ist die Produktion von E-Learning-Inhalten zeitaufwändig und teuer. Als einzelnes mittelständiges Unternehmen wäre E-Learning für die IT-Qualifikation, für die man eigene Inhalte erstellen müsste, zu teuer. Dieses Problem löst das Fachforum, denn dort tun sich die norddeutschen Unternehmen zusammen, um die Kosten der Inhalteentwicklung gemeinsam zu Schultern. Im Forum sind aber nicht nur Unternehmen mit Schulungsbedarf Mitglieder, sondern auch Hochschulen und Anbieter von E-Learning-Dienstleistungen. Die oncampus GmbH stellt beispielsweise die ersten Lerninhalten und die Lernplattform auf Moodle-Basis zur Verfügung. Die Projektleitung liegt bei Gabriela Seyer.

Rechtlich ist das Fachforum E-Learning beim Clustermanagement Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) untergeschlüpft.

Die Pressemitteilung zur Gründung:

Landesweite E-Learning-Plattform für IT-Themen

In Schleswig-Holstein wollen IT-Unternehmen und EDV-Abteilungen weiterer Branchen ihr Personal zukünftig gemeinsam mit E-Learning-Angeboten weiterbilden. Am Donnerstag, 10. Juni wird eine Kooperationsvereinbarung mit dem Verein Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein e.V. (DiWiSH) unterzeichnet, unter dessen Dachmarke die beteiligten Unternehmen die gemeinsame Plattform entwickeln.

Ob Updates der Firmensoftware, Einführung eines neuen Betriebssystems oder Einbindung neuer Kommunikationslösungen, Fachkräfte in EDV-Abteilungen stehen ständig vor neuen Herausforderungen. Aber auch die IT-Unternehmen selbst müssen sich regelmäßig mit neuen Technologien, neuen Protokollen und Programmiersprachen auseinander setzen. „Das Tempo im IT-Umfeld ist extrem hoch. Wir spüren geradezu einen Marktdruck zur Mitarbeiterqualifizierung“, sagt Andreas Seeger, Vorstand der NetUSE AG und einer der Initiatoren der E-Learning-Plattform.

Den Bedarf an regelmäßiger Weiterbildung im IT-Bereich kann nach Ansicht der Unternehmen nicht durch etablierte Weiterbildungsanbieter befriedigt werden – zu groß ist der Grad der Spezialisierung. Zudem sind externe Schulungsmaßnahmen oft mit großen Kosten und erheblichem Aufwand verbunden. Eine Lösung ist E-Learning: Reisen, Übernachtungen, Trainer und Raummieten fallen weg; Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bleiben dem Arbeitsplatz nicht für längere Zeit fern.

„Für einzelne Unternehmen ist die Entwicklung von E-Learning-Angeboten zu teuer“, sagt Sören Mohr, Vorsitzender DiWiSH e.V. „Wir haben unsere Mitgliedern befragt und das Interesse an einer gemeinsamen Plattform war groß!“ Organisiert wird der Aufbau der

E-Learning-Plattform als Fachgruppe im DiWiSH. Alle beteiligten Unternehmen verpflichten, sich einen Jahresbeitrag zu zahlen, der für die Erstellung der Inhalte verwendet wird. Im Gegenzug können sie die Plattform zur Weiterbildung ihres Personals frei nutzen.

„Unsere E-Learning-Plattform für IT-Themen hat das Potential, sich zu einem transparenten Qualitätsstandard für die gesamte Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein und darüber hinaus zu entwickeln“, so Mohr bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen.

Monatliches Unternehmens-Allerlei mit Open Source


Es ist wieder soweit, die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung steht an. Die Umsatzsteuervoranmeldung geschieht auf elektronischem Wege via »ELSTER«, dem Projekt zur elektronischen Steuererklärung. Bei der Projektierung hatte man sich ja mit dem Sicherheitskonzept nicht gerade mit Ruhm bekleckert und auf Grund dieses Konzepts als Betriebssystem für den Elster-Client, also jener Software, die die Daten vom Steuerpflichtigen an die Behörde übermittelt, ausschließlich Windows vorgesehen (die Ironie der Geschichte: die offizielle Elster-Software funktionierte bei einem c't-Test Anfang 2010 unter Windows 7 und Vista nur eingeschränkt). Mittlerweile hat man zwar nachgebessert und eine neue Schnittstelle (Coala, auch Elster 2 genannt) geschaffen, die Finanzämter können allerdings nur sehr wenig darüber abwickeln, glücklicherweise gehört dazu die UStVA.

Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen Unternehmer interessant: Mit Taxbird gibt es ein Open Source-Programm, mit dem man dank Elster 2 als Unternehmer seine Umsatzsteuervoranmeldung auch ohne Windows erledigen kann. Das Programm ist klein und hat wenig weitere Funktionen, tut aber sehr zuverlässig, was es soll: nämlich die Daten ans Finanzamt übermitteln.

Man kann übrigens die Umsatzsteuervoranmeldung ohne Authentifizierung vornehmen. Oder mit anderen Worten: Es ist möglich, beliebige Steuerdaten an das Finanzamt zu übertragen, sofern die Steuernummer des Unternehmen bekannt ist. Erst nachdem die Behörden auf dieses eklatante Sicherheitsproblem aufmerksam gemacht worden sind, haben diese nun die Möglichkeit der sicheren Authentifizierung mittels X.509-Zertifikat im Angebot – allerdings optional.

Die Daten zur Umsatzsteuervoranmeldung kommen bei mir aus einer anderen Software. Ich setze die Finanzbuchhaltung LX-Office ein, eine Client-Server-Anwendung inklusive Warenwirtschaft, auf die mit einem normalen Webbrowser zugegriffen wird. Mittlerweile habe ich damit so viel Erfahrung gesammelt, dass ich andere Unternehmen bei der Einführung bzw. der Migration hin zu LX-Office unterstütze. Anscheinend sind einige Anwender propritärer FiBu-Systeme ziemlich unzufrieden und suchen händeringend nach alternativen Lösungen wie LX-Office.

Newsletter: ja oder nein?


Seit ein paar Tagen denke ich darüber nach, ob ich zusätzlich zum E-Learning-Blog auch einen Newsletter anbieten sollte. Ich frage mich, ob dieser seine Leser finden wird. Oder ist es doch etwas völlig überflüssiges? Schließlich ist alle Welt mit einer E-Mail-Flut geschlagen und so wunderbare Erfindungen wie RSS lassen einen Websites ähnlich unkompliztiert anzeigen wie E-Mails in der Inbox.

Vielleicht passt es ja zur gerade zur laufenden RSS-Fullfeed-Debatte. Felix Schwenzel hat es dazu in seinem Blog auf den Punkt gebracht:

ich bin dankbar für jeden leser, dankbar für jeden der mir seine aufmerksamkeit schenkt und vielleicht sogar das, was ich mache, schätzt. dafür bin ich bereit einiges zu tun. zum beispiel versuche ich das lesen so einfach wie möglich zu machen. ich biete nicht nur einen rss-feed an, den man einfach in einem feedreader abonnieren kann, prüfe regelmässig dass er in diversen feedreadern einigermassen aussieht, ich versuche auch, meine website so einfach wie möglich zugänglich zu machen, ich achte darauf, dass die seiten (möglichst) schnell laden, biete eine funktionierende suche an, achte darauf, dass suchmaschinen die site gut indexieren können und dass alle einträge eindeutige und auf wunsch kurze urls haben. zumindest technisch versuche ich wirres.net so einfach wie möglich lesbar zu machen.

Für mich wäre der Newsletter nun ein weiterer Kanal, über den ich meine Blogeinträge anbieten kann. Wie Felix Schwenzel bin ich ebenfalls dankbar für jeden Leser, der sich die Zeit nimmt und hier vorbeischaut. Der Newsletter würde nun all jenen das Lesen des Blogs vereinfachen, die keinen RSS-Freedreader benutzen. Und ich vermute, dass das nicht wenige sind.

Die Idee mag zunächst etwas anachronistisch wirken, doch wenn man sich dann auf der Wikipedia den E-Mail-Artikel durchliest, erfährt man, dass E-Mail auch 2010 als der wichtigste und meistgenutze Dienst des Internets angesehen wird. Obwohl Google meint, dass E-Mail im Jahre 2010 eigentlich wie Google Wave aussehen sollte, integrieren populäre Web 2.0-Dienste wie Posterous und Feedburner E-Mail in ihren elementaren Funktionen (Feedburner schickt einem die abonnierten RSS-Feeds auf Wunsch per E-Mail nach Hause).

Dennoch: ich bin mir nicht sicher, ob das Angebot eines Newsletters sinnvoll ist. Darum habe ich mir gedacht, ich frage einfach mal die Leserinnen und Leser dieses Blogs: Würden Sie einen E-Mail-Newsletter des E-Learning-Blogs abonnieren?

Rechts im Menü habe ich dazu eine Umfrage eingerichtet

Sollte zusätzlich zu diesem E-Learning-Blog ein Newsletter angeboten werden?


Ja
26% (7 Stimmen)
Nein
74% (20 Stimmen)
Gesamte Stimmenzahl: 27

Spaß mit Technik


Wenn man sich mit E-Learning und Web 2.0 in Unternehmen beschäftigt, dann kommt man unweigerlich auch mit der Technik in Berührung. Bei mir kommt noch der Spaß hinzu, wenn es erforderlich wird, technischen Problemen auf den Grund zu gehen.

Moment bin ich ein wenig verblüfft über den von mir betriebenen Mailserver. Spam-Mails sind bekanntlich ein großes Problem und darum wird sehr viel Aufwand betrieben, Mailserver so abzusichern, dass sie nicht von Spammern missbraucht werden können. Eine Maßnahme ist beispielsweise, dass man sich als Nutzer authentifizieren muss, damit der Server die Mails für einen verschickt. Wird ein ungültiger Nutzername verwendet, so lehnt der Mailserver die E-Mail einfach ab.

Der von mir bestriebene Mailserver (ein Exim aus Debian Lenny) hat in den letzten 48 Stunden über 120.000 E-Mails für einen nicht vorhandenen User angenommen. Identifiziert hat sich der Spammer über CRAM-MD5 mit dem Usernamen admin, und obwohl dieser Nutzer nicht gültig ist, wurden die Mails von Exim angenommen. Die Ursache des Problems konnte ich bisher nicht ausmachen, als Notlösung habe ich nun einen Nutzer admin mit einem neuen Passwort angelegt und der Spuck ist damit vorerst beendet.

Im IRC-Channel #exim kam noch der Hinweis, dass dieses Phänomen nicht unbekannt ist:

i'd know or have servers showing the same behaviour... i'd guess the problem is at layer 8, either in being unable to identify which user databases exim uses or somewhere in the config simply allowing anything if some condition matches.

Hat jemand einen Tipp für mich?

zwei mal nein

Published in

Sehr geehrter Herr Schlofeldt,


    Ich habe eben Ihren Blog http://www.tschlotfeldt.de/  besucht und wollte Sie
    fragen, ob Sie Interesse an einem Linktausch hätten. Ich arbeite für eine
    Internet-Agentur und betreue derzeit einen größeren Kunden aus dem Bereich
    Weiterbildung, für welchen ich qualitative Links suche. Der Kunde ist ein
    Dienstleister aus dem Bereich Weiterbildung, weswegen mir Ihr Blog als
    themenrelevant erscheint. Ich garantiere für eine Qualität unseres Links. (
    PR6-Seite, also wirklich etwas mit Mehrwert )

    Ich stelle mir einen Linktausch entweder in Form eines kleinen
    redaktionellen Beitrages ( welchen wir gerne erstellen ) bzw. in Form eines
    Links im Blogroll o.ä. an. Im Gegenzug kann ich Ihnen entweder einen
    Backlink auf einer Themenseite anbieten  bzw. bestände auch die Möglichkeit,
    dass ich Ihnen kostenfrei eine unserer Dienstleistungen anbieten kann.
    Denkbar wären beispielsweise einige manuelle Bookmarks o.ä.

    Ich bitte Sie um eine kurze Rückmeldung und bedanke mich schon jetzt im
    Voraus für Ihre aufgebrachte Zeit,



    Mit freundlichen Grüßen,
    

Nein. Und nein.

Dabei hätte er seinen Kunden auch einfach ohne zu fragen im Wiki auf der Seite E-Learning-Anbieter hinzufügen können.

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Vortrag Kommunizieren im Web 2.0


Gestern war ich zum Weiterbildungsverbund Pinneberg eingeladen, um dort über mögliche Kommunikationsformen für Weiterbildungsträger im Web 2.0 zu diskutieren. Es war ein kurzweiliger Abend, an dem ich vor allem über meine eigenen Erfahrungen berichten konnte und es dabei zu einem interessanten Austausch gekommen ist.

Die Präsentation steht als PDF-Datei im Wiki zur Verfügung (Download). Und auf Twitter hat TwInfoManager den Verlauf der Veranstaltung kommentiert, vielen Dank dafür.

View more documents from Tim Schlotfeldt.

Beitrag Handbuch E-Learning: Wikis in Unternehmen einführen


Für die Januar-Ausgabe des Handbuch E-Learning habe ich einen Beitrag zum Thema Wikieinführung in Unternehmen am Beispiel der Deutschen Werkstätten Hellerau beigesteuert. Die DWH hatte ich bei der Wiki-Einführung beraten.

Besserer Wissenstransfer dank Unternehmenswiki

Wikis sind in Unternehmen angekommen. Während noch vor ein paar Jahren eher technikaffine Arbeitsgruppen oder Abteilungen damit gearbeitet haben, versucht man heute die Vorteile des Wikiprinzips für das ganze Unternehmen zu nutzen. Dieser Beitrag skizziert den Prozess der Einführung und erläutert die heutige Nutzung des Unternehmenswikis bei den Deutschen Werkstätten Hellerau.

Durch Zufall zum Wiki

Dass die Deutschen Werkstätten Hellerau zu einem Wiki gekommen sind, ist, wie so oft, einem kleinen Zufall geschuldet. Bei einem gemeinsamen Termin unterhielt ich mich mit dem Geschäftsführer der DWH, Fritz Straub. Dabei kamen wir auch auf Wikis zu sprechen, was es mit diesem Wikiprinzip auf sich hat, welche Vorteile es mit sich bringt und wie man es in Unternehmen einsetzen kann. Nach kurzer Zeit sagte er, selbst etwas überrascht: »Wenn es tatsächlich so ist wie sie es schildern, dann könnte es die Lösung für eines unserer großen Probleme sein.« Die Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit insgesamt 200 Mitarbeitern in Dresden sowie Tochtergesellschaften und Repräsentanzen in Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien, Frankreich und Spanien, das als Spezialist für den hochwertigen Innenausbau von Villen, Vorstandsetagen und Luxus-Yachten weltweit tätig ist. Die Architekten und Ingenieure arbeiten dabei mit den Fachkräften der eigenen Tischlerei projektbezogen und in ständig wechselnden Teams zusammen. Diese Projekte zeichnen sich durch Einzelanfertigungen mit einem hohen Anteil an Neuentwicklungen aus. Da es kein »Lernen aus der Serie« gibt, in der Regel auch keine Entwicklungen durch Prototypenbau möglich sind und häufig ein hoher Zeit- und Kostendruck herrscht, ist es wichtig, dass es einen einfachen Zugriff auf das notwendige Wissen gibt.

Das Rad nicht jedes mal neu erfinden

Was schmerzlich fehlte, war die Möglichkeit des gegenseitigen Lernen aus den Erfahrungen der anderen Projekte. Diese sind natürlich schon immer gut dokumentiert worden. Aber in diesem Bereich wird man schnell mit einem Phänomen konfrontiert, das im angelsächsischen Raum unter dem Begriff »Content Silo Trap« seinen Namen bekommen hat (Rockley/Kostur/Manning 2003): Projektdokumente wie Angebote, Kalkulationen, Pläne und Ergebnisprotokolle werden gesammelt und üblicherweise in Dokumentenmanagementsystemen oder Gruppenlaufwerken abgelegt. Der Zugang zu diesen Informationen ist jedoch beschwerlich, ein beiläufiges Profitieren anderer von den dort dokumentierten Erfahrungen ist eher unwahrscheinlich. Auch bei den Deutschen Werkstätten hatte man die Erfahrung gemacht, dass in den einzelnen Projekten mitunter das Rad neu erfunden worden ist. Denn wie es Projekte so an sich haben, kommt es häufig zur Konfrontation mit unvorhersehbaren Problemen, für die entsprechende Lösungen erarbeitet werden müssen. Ähnliche Probleme tauchen in den verschiedenen Projekten immer mal wieder auf. Da die betroffenen Projektteams von den bereits vorhandenen Lösungsansätzen keine Kenntnis haben, müssen sie unter beträchtlichem Aufwand an ihrer eigenen Lösung arbeiten und so das Rad erneut erfinden.

Der Einführungsprozess

Die Geschäftsleitung befand schnell, dass die Einführung eines Unternehmenswikis einen Versuch wert ist. In einem ersten Schritt wurden darum die Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Einsatz eines Unternehmenswikis abgesteckt und darauf aufbauend ein Einführungskonzept erarbeitet. Die notwendigen Rahmenbedingungen sind leicht zusammen zu fassen: Die Bedeutung des Wikis für das Unternehmen muss von der Geschäftsführung vorgelebt werden. Die Vorteile des Wikis sowohl für das Unternehmen als auch für die Angestellten müssen klar dargestellt und mögliche Bedenken ernst genommen werden.

Die Verlagerung von Informations- und Arbeitsprozessen in das Wiki muss für die Anwender einen echten Nutzen bieten. Für die Einführung von Wikis in Organisationen hat sich ein überschaubarer dreigliedriger Prozess bewährt, der auch in diesem Projekt angewendet wurde:

Analyse ➠ Konzeption ➠ Realisierung.

Die Analysephase dient dazu, die im Unternehmen bestehenden Informationsprozesse und die vorherrschende Unternehmenskultur mit dem Ziel zu untersuchen, einen erfolgversprechenden Ansatz für den Wikieinsatz zu entwickeln. Die daran anschließende Konzeptionsphase beginnt in der Regel mit der Bildung eines Wiki-Teams, zusammengesetzt aus begeisterten Wiki-Nutzern, die sich die Pflege des Wikis auf die Fahnen geschrieben haben (Wikigärtner) und für Kollegen bei Fragen und Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Das Wiki-Team nimmt eine Inhaltsbestimmung vor, in der festgelegt wird, welche Informationen im Wiki stehen sollen und welche Informationsprozesse in Zukunft dort abgebildet werden sollen. Hat man das abgeschlossen, geht es in die Realisationsphase. Da das Einsatzszenario abgesteckt ist, kann ein passendes Wikisystem ausgewählt, installiert und je nach Bedarf in die unternehmensinterne IT-Systemlandschaft integriert werden. Ein entscheidender Punkt fehlt jetzt noch - die frühe und transparente Einbeziehung sämtlicher Mitarbeiter. Es ist sinnvoll, konsequent den Wiki-Weg einzuschlagen und offen darzulegen, was sich dass Unternehmen von der Wikieinführung verspricht und welchen konkreten Nutzen der Anwender haben wird. Der gesamten Prozess sollte mit Schulungen und Workshop, Statusberichten und Demoinstallationen begleitet werden.

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