Trends im eLearning

Learning Delphi 2010 ist da


Im Rahmen des MMB-Trendmonitor Learning Delphi 2010 haben 65 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer Online-Befragung ihre Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen im E-Learning-Bereich abgegeben. Wichtigste Formen des E-Learnings werden laut Experteneinschätzung Blended Learning und Web Based Trainings sein, aber Learning Communities und Social Networks in Unternehmen werden schon genauso wichtig angesehen. Micro-Blogging wird übrigens wenig Bedeutung beigemessen.

E-Learning-Dienstleiser schätzen vor allem bei Blended Learning und bei Web Bsed Trainings den kommerziellen Erfolg hoch ein, gefolgt von Simulation und virtuellen Klassenräumen. Wieviel man von solchen Ergbnissen halten kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn bei der Frage, welche drei E-Learning-Themen in den nächsten Jahen am stärksten an Bedeutung verlieren werden, wurden an erster Stelle WBTs und CBTs genannt.

Weiterlesen beim MMB-Institut: MMB-Trandmonitor Learning Delphi 2010 (pdf).

Einsatzmöglichkeiten von (Micro-) Blogging in der Weiterbildung


Ralf Appelt beschreibt in einem Beitrag für das Buch »E-Learning in Hochschule und Weiterbildung« (Holten & Nittel 2010) die Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung, die er im wesentlichen in Ansätzen des informellen Lernens sieht und dazu verschiedene Ansätze skizziert:

  • Blogs als Lerntagebücher (Repräsentation von Wissen erster und zweiter Ordnung)
  • Blogs als Feedbackkanal (Transformation von Informationen in Wissen)
  • Blogs als Medium zum Wissenstransfer (Lernen als aktiver, kollaborativer und selbstgesteuerter Prozess)
  • Persönliche Blogs (Erfahrungsaustausch, bedarfsorientiertes Lernen in einem sozialen Rahmen)

Neben diesen theoretischen Möglichkeiten beschreibt Ralf auch ganz praktische Einsatzszenarien, wie man als Organisation Blogs nutzen kann (spontan fallen mir dazu gerade der Volkshochschulverband Schleswig-Holstein und der Weiterbildungsverbund Segeberg ein, die seit geraumer Zeit Twitter unter @VHS_SH und @WBVSegeberg nutzen). Auch als Lehrender sind Blogs spannend, wenn es geht, versuche ich als Berater und Trainer Blogs und Wikis ebenfalls einzusetzen. Für einen Teilnehmer, als einen Lerner, sind solche Aspekte aber natürlich auch sehr interessant. Gerade die Volkshochschulen könnten davon provitieren, da deren Weiterbildungsangebote nicht so streng formalisiert sind wie beispielsweise IHK-Kurse.

Danke Ralf, dass du deinen Artikel online gestellt hast.

Weiterlesen bei Ralf Appelt: Artikel “Einsatzpotenziale von (Micro-)Blogging in der Weiterbildung” online verfügbar.

Debatte: Ist informelles Lernen nur eine Modeerscheinung?


Der britische E-Learning-Anbieter Epic veranstaltet auch in diesem Jahr wieder eine E-Learning-Debatte. Die These am 6. Dezember 2010 lautet:

This house believes that technology-based informal learning is more style than substance.

Diese These bietet viel Stoff für eine emotinale Debatte. Als Fürsprecherin wird Dr. Allison Rossett, Professor of Educational Technology at San Diego University, auftreten, als Gegensprecher hat sich kein geringerer als Jay Cross angekündigt.

[via Clive on Learning]

Untersuchung: E-Learning in Großunternehmen


Vor über einem Jahr hatte August-Wilhelm Scheer erste Zahlen einer Telefonumfrage zum Einsatz von E-Learning in deutschen Unternehmen präsentiert. Ich hatte mich damals gefreut, dass in den Ergebnissen sich auch Web 2.0-Elemente niedergeschlagen hatten (E-Learning und Web 2.0), gleichzeigt stellte sich bei einer derart plakativen Überschrift (»E-Learning setzt sich durch«) die Frage nach der Methodik. In dem im April veröffentlichten Schlussberichts heißt es dazu:

In der Zeit vom 22. Januar bis 13. Februar 2009 wurden insgesamt 530 Aus- und Weiterbildungsverantwortliche in deutschen Top 500-Unternehmen kontaktiert. 90 dieser Unternehmen waren im Erhebungszeitraum bereit, über die Aus- und Weiterbildung Auskunft zu geben. Von diesen 90 Unternehmen gaben 49 Gesprächspartner an, eLearning einzusetzen und wurden anschließend vertiefend zu weiteren Aspekten des digitalen Lernens befragt.

Man muss die Zahlen zum E-Learning-Einsatz in Großunternhmen also mit ein wenig Vorsicht genießen. Aber sie können dennoch einen Indiez liefern, wie verbreitet E-Learning in Unternehmen ist. Zum Beispiel die gefühlt korrekte Annahme, dass ungefähr die Hälfte aller Großunternehmen kein E-Learning einsetzt:

Kreisdiagramm zur Verteilung: 46% kein E-Learning, 38% E-Learning im gesamten Unternehmen, E-Learning in einigen Unternehmensbereichen

Richtig spannend finde ich ja die Ausgabenverteilung. Wenn ich die Zahlen richtig deute, dann geht auch heute noch der mit Abstand größte Batzen des E-Learning-Budgets für Learning Management Systeme und weitere Softwaresysteme drauf. Lediglich 23% der Ausgaben fließen in die eigentlichen Inhalte:

Kreisdiagramm zu den Ausgaben: 51% Software, 23% Lerninhalte, 20% Softwareanpassungen, 5% Hardware, 1% Beratung

Die weniger als 1% für Beratung mögen auch erklären, warum sich die großen Unternehmensberatungen noch nicht auf diesen Bereich gestürzt haben.

[via Jochen Robes]

FAZ-Interview mit Sandra Siebert: "Viele Führungskräfte sind zu alt für Social Media"


Holger Schmidt von der FAZ hat Sandra Siebert zu Ihrer Befragung von Unternehmen zum Thema Social Media interviewt. Siebert, Professorin für Informationssysteme an der IESE Business School in Barcelona, hatte im Auftrag von Cisco Unternehmen nach ihren Erfahrungen mit Social Media befragt:

Soziale Medien werden aber nicht wegen, sondern trotz des Managements eingesetzt. Die Entscheidungsträger, mit denen wir gesprochen haben, reagierten meist nur auf Initiativen engagierter Mitarbeiter, die hinter ihrem Rücken damit begonnen haben. Hätten sich die Mitarbeiter an die Hierarchie gehalten, wären die Projekte vielleicht gar nicht zustande gekommen. Social Media wird eigentlich nie von der traditionellen Firmenstruktur initiiert.

Am Ende sehen die befragten Unternehmen dann doch die Vorteile. Das Management sollte halt nur nicht zu früh in die Social Web-Initiativen und -Projekte steuernd eingreifen. Und, als parallele zur Einführung von E-Learning in Unternehmen, bedarf es eines internen Strukturwandels. Da dürfte der eine oder andere Manager mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenzucken.

Weiterlesen im FAZ-Blog Netzökonom: "Viele Führungskräfte sind zu alt für Social Media".

Studie: Microblogging innerhalb und außerhalb von Unternehmen


Eine interessante Studie haben Kate Ehrlich und N. Sadat Shami von der IBM veröffentlicht. Bei der IBM wird ein internes Microblogging-System verwendet, das BlueTwit. Viele Nutzer des internen System nutzen auch gleichzeitig Twitter. Das haben sich die Auotren der Studie zunutze gemacht und verglichen, ob und wie sich die internen Postings auf BlueTwit von den öffentlichen Postings auf Twitter unterscheiden.

Für die Untersuchung haben sich die Autoren eine Kategorisierung der Inhalte vorgenommen. Unterschieden werden folgende Typen:

  • Status: Typische Statusmeldungen, was man gerade macht, denkt oder wo man sich befindet
  • Information: Eine Informations- oder Meinungsäußerung
  • Retweet: Retweet als eine wichtige Funktion des Crowd Sourcing
  • Fragestellung: Fragen mit der Intention, Antworten zu erhalten
  • Direkte Informationen: Informationen, die an jemanden direkt gerichtet sind
  • Direkte Fragen: Fragen, die an jemanden direkt gerichtet sind

Allerdings ist die Zahl der untersuchten Microblogging-Nutzer mit 34 relativ klein. Dennoch sind die Ergebnisse interessant:

Chart Typenverteilung Microblogging-Posts
Datenquelle: Kate Ehrlich, N. Sadat Shami: Microblogging Inside and Outside the Workplace. 2010.

Im qualitativen Teil haben die Autoren festgestellt, dass keiner der untersuchten Personen Probleme mit dem Umgang unternehmensinterne Informationen hatte. Und auch hier findet sich ein Indiz dafür, dass man mit Microblogging Grundbedürfnisse der menschlichen Kommunikation befriedigt:

Even though there is no explicit ‘friending’ model as there is in social network sites, there is a level of familiarity that comes from reading posts even from strangers or people who are not well known. Several people commented on the sense of connectedness that came with participation in microblogging. A typical comment,
I feel like I know these people. When it does come a time when I meet them or I might need to engage with them on something there has been an element of rapport established… we don't actually know each other but we do, from the interactions we’ve had in that space.

Weiterlesen: Kate Ehrlich, N. Sadat Shami: Microblogging Inside and Outside the Workplace (PDF).

[via FASTForward Blog]

CeBIT-Erfahrungen


Zu dem Blogbeitrag eben passt ganz gut mein CeBIT-Tag in diesem Jahr. Ich war zu zwei Podiumsdiskussionsrunden eingeladen, Lernende Organisationen und E-Learning für Vertrieb & Partner. Die erste Runde morgens war trotz der Uhrzeit recht gut besucht und ich fand die Diskussion sehr interessant. Irgendwie hatten wir alle ähnliche Erfahrungen in Unternehmen gemacht, was Stolpersteine und erfolgsversprechende Vorgehensweisen bei der Einführung von Social Web-Systemen in Organisationen angeht. Da es um lernende Organisationen ging, schwang das Thema »Unternehmenskultur« immer mit – bei diesem Stichwort zuckt das Management in aller Regel gehörig zusammen, und darum vermeide ich diesen Ausdruck nach Möglichkeit in meinen Gesprächen.

Die zweite Diskussionsrunde war am Ende des Tages und ebenfalls gut besucht. Ich weiß nicht, ob der Messetag für mich zu lang gewesen ist, jedenfalls hatte ich nicht so recht Lust, mich an der Diskussion zum Thema Zielgruppe zu beteiligen. Natürlich darf man nicht an einer Zielgruppe vorbeientwickeln, aber das ist das Einmaleins der Didaktik. Um mal Daniel Willingham zu einem ähnlichen Thema zu zitieren:

Good teaching is good teaching. And teachers don't need to adjust there teaching to individual students learning styles.

Technology Review zu Enterprise 2.0


Es gibt in Technology Review einen Artikel zum Thema Web 2.0 in Unternehmen: Soziale Betriebswirtschaft von Christian Buck. Der Autor hat dazu mit einigen Experten gesprochen und stellt Beispiele aus der Praxis vor.

Willms Buhse, der sich als Enterprise 2.0-Berater selbständig gemacht hat, wird zum Thema Blogs in Unternehmen zitiert, wie auch Michael Koch von der Universität der Bundeswehr in München. In dem Artikel heißt es, dass neben Blogs vor allem Wikis in Unternehmen weit verbreitet sind – eine missverständliche Formulierung. Meiner Erfahrung nach sind in Unternehmen Blogs bei weitem nicht so verbreitet wie Wikis. Blogs sind wichtig, aber um ein Blog zu betreiben, muss man Lust zum Schreiben und zur Selbstoffenbarung haben, während man Wikis für die Dokumentation unternehmenstypische Vorgänge nutzt und so weniger selbstoffenbarend agieren muss.

Als Wiki-Beispiel werden Alcate-Lucent und die Deutsche Presse-Agentur genannt. Über die Erfahrungen bei der dpa berichtet Meinolf Ellers:

Wir mussten in kurzer Zeit eine Innovationsstrategie und ein gemeinsames Verständnis für das Projekt entwickeln. Das ist uns mithilfe eines Wikis sehr gut gelungen: Durch das kollektive Erstellen der Inhalte konnte das Team schnell Meilensteine und Schwerpunkte der künftigen Arbeit definieren.

Im letzten Drittel des Artikels werden dann die Probleme bei der Einführung von Social Web-Prinzipien in Unternehmen besprochen. Willms Buhse spricht eine Erfahrung an, die man auch schon bei der Einführung von klassischem E-Learning seit Ende der 90-er Jahre gemacht hat:

Als ein Nadelöhr bei der Einführung von Enterprise 2.0 erweist sich allerdings oft das mittlere Management, das einerseits von den Mitarbeitern und andererseits vom Top-Management unter Druck gesetzt wird.

Berichte von der Didacta


Leider fahre ich dieses Jahr nicht zur Didacta, aber so richtig traurig bin ich deswegen nicht. Denn wirklich Neues wird man dort eher nicht erleben und E-Learning spielt nach meiner Erfahrung … nun, eigentlich gar keine Rolle.

Einige Blogger haben nun von Ihren diesjährigen Didacta-Erfahrungen berichtet: Gabi Reinmann, Joachim Wedeking und Tamara Bianco.

Praxisbeispiele Social Media in Unternehmen


Bisher gibt es nicht viele Erfahrungsberichte über den Einsatz von Social Software in Unternehmen. Jane Hart hat sich die Mühe gemacht und veröffentliche Praxisberichte, vor allem solche mit einem Fokus auf Weiterbildung, zu sammeln.

Bisher hat Jane 20 Beispiele zusammengetragen, so erfährt man, dass Agilent Technologies bei der Führungskräfteentwicklung auf Blended Learning mit Wikis als tragende Rolle setzt und dass OCÉ Microblogging für den internen informellen Wissensaustausch nutzt.

Weiterlesen:

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