Trends im eLearning

EduCamp 2010 Hamburg - Tag 1


Ich will mal meine ungeordneten Gedanken und Erfahrungen vom ersten Tag zusammentragen, bevor ich es wieder vergesse. Das schöne am EduCamp sind die persönlichen Gespräch mit alten Freunden und Bekannten und das Kennenlernen von neuen Menschen. Es war sehr kurzweilig und anregend und der Abend viel zu schnell erreicht.

An Sessions habe ich folgende aufgesucht:

Learner's Garden Community

Wolfgang Neuhaus hat über deren Portal Learner's Garden berichtet. Die Idee dahinter ist, dass die Teilnehmer Learning Tools empfehlen. Diese Tools, überwiegend Web 2.0-Dienste wie Diigo, Etherpad etc, werden in ihrer Funktionsweise beschrieben und kategoriesiert. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass es für einen Lerner hilfreich wäre, wenn man konkrete Anwendungsbeispiele für die Tools aufzeigt, so dass einem der mögliche Nutzen sofort klar wird.

Microblogging in Education

@mosworld von der RWTH Aachen untersucht in seiner Dissertation die Einsatzmöglichkeiten von Microblogging in der Hochschullehre. Unter anderem haben sie an der RWTH Aachen für zwei Seminare für 31 Tage eine StatusNet-Instsallation zur Verfügung gestellt. Man wollte sehen, wie so ein Microblogging-System von den Lehrenden und Lernenden eingenommen und genutzt wird. Das System wurde den zwei Seminaren zusätzlich zu den anderen internen Services zur Verfügung gestellt, ohne dass auf die Nutzung gedrängt worden ist oder dass dafür besondere Werbung gemacht worden ist. Dafür ist das Ergebnis dann doch ziemlich gut: von den rund 180 Teilnehmern haben 94 den Dienst genutzt und im Schnitt hat jeder von de 94 aktiven Nutzern 6 oder 8 Nachrichten abgesetzt (ich habe mir die genaue Zahl nicht notiert).

(Alternatives) Game Based Learning – Das Spiel – Ein unkonventionelles Bildungsmedium?

Da ging es nicht um ein serious game sondern darum, wie Spiel von den Nutzern weiterentwickelt oder umgedeutet werden (können). Ich habe davon Begriffe und Ideen wie Spielregeln hacken und Refraimng mit nach Hause genommen.

Das eigene soziale Netz – raus aus Facebook & Co.

Zum Ende dann hatte ich eine Session zum Thema »Das eigene soziale Netz -- raus aus Facebook & Co.« vorgeschlagen, in der es um Datenschutz und um die Bewahrung essentieller Infrastruktur durch die Allgemeinheit ging. Es gibt dazu keine Folien, aber ich will mal versuchen, ein paar Stichworte aus meiner Erinnerung zusammen zu tragen:

  • das Internet ist frei in dem Sinne, dass die technischen Spezifikationen offen sind und von jedem implementiert werden dürfen
  • Beispiel Webserver, Beispiel E-Mail - das ist essentielle Infrastruktur, deren Spezifikationen jeder einsehen und in eigener Software umsetzen kann und darf
  • Dienste wie Facebook, Twitter, Xing usw. versuchen ihre Nutzer zu binden, indem sie ihre Services in einem geschlossenen Kontext anbieten – den sogenannten Overnets
  • Infrastruktur muss aber frei sein, gerade Bildungseinrichtungen sollten offene Systeme nutzen
  • rein technisch kann man die meisten Services auch mit freier Software realisieren, Facebook wird meistens einfach dazu genutzt, um zu sehen, was die eigenen Freunde und Bekannte machen
  • über Open Microblogging und das Aufsetzen eines eigenen Dienstes mittels StatusNet gesprochen

Vielleicht fällt ja dem einen oder anderen noch etwas wichtiges ein. Es wurde ziemlich engagiert disktuiert und ich habe nur einen Bruchteil von dem gesagten wiedergegeben.

Top 100 Tools for Learning 2009: The Final List


Jane Hart hat die finale Liste der Top 100 E-Learning-Tools veröffentlicht. Platz 1 geht an Twitter, Delicious auf Platz 2 (hätte ich nicht gedacht), gefolgt von YouTube auf dem dritten Rang.

Weiterlesen:

WissensWert Blog Carnival: Was bringen Wikis?


Beim 7. WissensWert Blog Carnival sind einmal wieder viele Beiträge zum Einsatz von Wikis herausgekommen. Darunter auch schöne Erfahrungsberichte, unter anderem von Josef Summer (Hirschmann Automotive), Stefan Landwehr (Abacus Alpha GmbH), Natascha Gasser (net logistics GmbH) und der Mitorganisatorin des Blog Carnivals, Andrea Back (Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen).

Weiterlesen bei WissensWert: Beiträge zum 7. Wissenswert Blog Carnival: Was bringen Wikis?

[via Jochen Robes]

Vortrag Voneinander lernen - Online-Zusammenarbeit in Unternehmen


Gestern war ich auf der Messe Zukunft Personal, weil ich im Rahmen des eKnowledgement-Forums einen Vortrag beisteuern durfte. Ich habe mich für das Thema Online-Zusammenarbeit in Unternehmen entschieden und einmal ganz bewusst Schlagworte wie Web 2.0 und Enterprise 2.0 nicht im Titel verwendet (allerdings, im Beschreibungstext mochte ich dann doch nicht darauf verzichten). Der Vortrag richtet sich an Personalentwicker und Entscheider, die sich ein wenig darüber informieren wollen, was denn mit diesem ganzen Web-Dingens in Unternehmen heute möglich ist. Mein zentraler Punkt ist auch nicht die Technik sondern sind die Aspekte des Lernens und des Austauschs, der Kommunikation.

Ich hatte übrigens wieder einige nette Gespräche mit lieben Bekannten aus der Weiterbildungsbranche, über die ich mich sehr gefreut habe. Das passiert irgendwie immer noch viel zu selten.

Am 14. Oktober werde ich den gleichen Vortrag leicht abgewandelt bei der Wirtschaftsagentur Neumünster halten. Da ist dann auch Raum für breitere Diskussionen, die ich leider wegen des engen Zeitfenstern auf der Messe erst gar nicht aufkommen lassen konnte.

Jochen Robes hat übrigens drüben im Weiterbildungsblog seine Eindrücke zur Messe geschildert: Die Zukunft von E-Learning.

Links zum Vortrag (die »Folien«):

Mobilfunk in Afrika


Auf tagesschau.de ist ein kurzer aber interessanter Beitrag zum Aufstieg des Mobilfiunks in Afrika zu lesen:

Seit 2000 stieg die Zahl der Handynutzer von 20 auf 400 Millionen. Und es vergeht kaum ein Monat ohne neue, aufregendere Funktionen. Der Westen staunt.

Mobilfunk ist für den Kontinent ein Segen, denn man muss nicht in jedes einzelne Haus ein Kabel verlegen. Es gab und es gibt deswegen wohl auch einige mobile learning-Initiativen, allerdings weiß ich darüber nicht sehr viel. Gibt es irgendwo eine schöne Übersicht dazu?

Weiterlesen: Der beispiellose Aufstieg des Mobilfunks in Afrika.

OLPC-Laptop: Dreaming Again


Genau vor einer Woche hatte Stephen Downes auf eine Blogbeitrag von Alanna Shaikh hingewiesen, den auch Jochen im Weiterbildungsblog thematisiert hat: One Laptop Per Child - The Dream is Over.

Alanna Shaikhs sieht das OLPC-Projekt als einen Misserfolg an, weil

  • der OLPC mehr als die versprochenen 100 Dollar kostet,
  • die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht worden sind,
  • erst spät auch an NGOs und gemeinnützige Organisationen verkauft worden ist,
  • die Wirkung des OLPC (Bildungs-) Welt überraschend gering sei und
  • lediglich eine Million Laptops verkauft worden.

Daneben hat sie noch einige weiter Punkte angeführt, die aber eher eine Meinung ohne fundierte Begründung darstellen.

Dieser Blogeintrag löste eine ganze Menge an Diskussionen aus. Ich denke, die Diskussionen liegen nicht nur in der einfachen Aussage eines Misserfolgs begründet. Dazu muss man sich die Geschichte des Projekts nochmal genauer ansehen und vor allem, welche Widerstände sich aufgebaut hatten. Intel beispielsweise hatte das Projekt zunächst mit seiner »Unterstützung« beeinträchtigt, und parallel hat man mit dem ClassMate ein direktes Konkurrenzprodukt entwickelt. Auch Microsoft hatte ein wenig mit im Projekt gerührt und laut Presseberichten starken Einfluss genommen und so erreicht, dass die 100-Dollar-Laptops auch mit Windows umgehen können müssen.

Es gab also trotz der wie ich finde großartigen Idee und den innovativen Lösungsansätzen heftigen Gegenwind. Naiver Weise hat man sich wohl zu Beginn des Projekts nicht vorstellen können, wen man mit so einem Laptop alles vor den Kopf stößt und mit welcher Kraft dagegen angegangen werden würde.

Nach solchen Erfahrungen nimmt man dann einen Beitrag wie den von Alanna Shaikh nicht mehr auf die leichte Schulter. Es ist aber interessant zu sehen, welche positiven Rückmeldungen aus Ländern gekommen sind, die den OLPC-X1 im Einsatz haben.

Carlos Rabassa aus Urugay:

The OLPC plan in Uruguay is well and alive, with no plans to disappear.

One important fact: The main opposition candidate in next month presidential elections, has gone to extremes to explain how good the Plan Ceibal is.

danielapapi aus Kambodscha:

Walk into a classroom where we work with and see older students teaching younger students how to read Khmer via the animated Khmer testing program they designed themselves, and you will change your mind a bit. Talk to our computer teachers, young Cambodians who taught themselves how to use the XOs, and yes, they will tell you there is a lot they don't understand, but they are effecting change. You can’t see that from your office, but I can see it here.

Oscar Becerra vom Peruanischen Bildungsministerium (der Alannas Punkte einzeln widerlegt):

It's amazing how ignorance of what is happening in the real world can be disguised so grossly to attempt to pass for truth what is simply false. I am responsible for the delivery of 300,000 (so far) XO's to Peruvian rural one classroom school children and we will be delivering 300,000 more next year.

Das OLPC-Projekt hat schon viel verändert, aber das wesentliche wird sich erst in 10 Jahren zeigen, wenn die erste Generation die Schulen verlässt. Schon heute lässt sich folgendes sagen:

  • Vor dem OLPC-Projekt gabe es keine günstigen Laptops, die Netbook-Klasse ist eine Folge des 100-Dollar-Laptops.
  • Es sind über eine Million OLPC-Geräte im Einsatz, eine zweite Million ist projektiert.
  • In einem Land, Uruguay, besitzt jetzt jedes Kind einen OLPC-Laptop. Es wird spannend, den Werdegang diese Generation zu verfolgen.
  • Es gibt kein anderes Gerät, das von seiner Bedienphilosophie so konsequent auf Kinder, Bildung und Sprachunabhängigkeit ausgerichtet ist.
  • Es gibt kein anderes Gerät, das für extreme klimatische Region mit geringer Infrastruktur so gut gerüstet ist.

Weiterlesen:

Das Internet ist kein Paralleluniversum


Zur Bedeutung des Internets. Und nicht vergessen, die jungen Menschen werden genau dieses Internet auch in ihrer Arbeitswelt haben wollen.

[via Indiskretion Ehrensache: Kapuzenträger]

Did You Know 3.0


Nach Did You Know 2.0 jetzt 3.0:

Kollaboratives Lernen in der Erwachsenenbildung


Screenshot Titelfolie

Peter Baumgartner hat einen an der Volkshochschule Meidlingen einen Vortrag vor Projektleitern und Direktoren von Volkshochschulen gehalten und dabei Möglichkeiten und Konsquenzen in der praktischen Arbeit der Erwachsenbildung dargestellt. Vieles aus dem Vortrag wie seine Schlussfolgerungen lassen sich nahtlos auf die betriebliche Weiterbildung übertragen:

  • Die Potenziale des Web 2.0 (Social Software) sind (noch) nicht offensichtlich und für Blended Learning noch weitgehend ungenutzt.
  • Lernen ist überwiegend ein sozialer Prozess und benötigt aktive Teilnahme (Verantwortung) -> Web 2.0 & Social Software nutzen!
  • Produktion von speziellen E-Learning Content ist nicht mehr so extrem wichtig. Inhalte können (auch) in kooperativen (Bildungs)-Situationen (Blended Learning Arrangements) erzeugt werden.
  • Wir müssen neben dem Inhalt auch die Kommunikationsstrukturen gestalten und E-Learning bzw. Blended Learning einbeziehen.

Baumgartner geht davon aus, dass sich die Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen und Öffentlichkeit aufweichen werden. Eine Aufweichung der Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen wird ja auch von anderen vorausgesagt bzw. gefordert. Ganz praktisch bedeutet dies, dass die inselartigen Portallösungen der Vergangenheit gehören und man statt dessen ein Geschäftsmodell entwickeln muss, dass auf offene Standards wie beispielsweise OpenSocial und OpenMicroBlogging setzt. Denn als Lerner will man sich nicht auf vielen verschiedenen Portalen mit jeweils eigenen sozialen Welten einloggen, man will einfach ein soziales Netz haben, nämlich das eigene.

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