Juli 2011

iPad im Unterricht ist wie Kinobestuhlung im Workshop


Den Trend hin zum Tabled PC („iPad“) und zum Smartpone („iPhone“) empfinde ich für den Bildungsbereich ja als Rückschritt, weit weg von den Möglichkeiten eines klassischen Computers. Schöner als Jörn Seemann kann man das gar nicht formulieren, seine Einschätzung:

Zum Schluß noch eine Kritik für die kein Tablet etwas kann: Tablets sind der feuchte Traum der Unterhaltungs-Industrie, weil es die Couch-Potatoes wieder an die Couch bindet. Es ist ein Gerät zum passiven Konsum, wie ein Fernseher der Neuzeit. Es berieselt, es unterhält, aber selbst etwas damit auf die Beine stellen ist, im Gegensatz zu einen PC oder Notebook, kaum möglich.

Online Schools: State of the Internet 2011


State of the Internet 2011
Created by: Online Schools

Digitale Heimat


Eigentlich ist „Digitale Heimat“ kein passender Begriff für das, was ich vorhin bei wirres gelesen habe. Es geht um die eigene Internetpräsenz, das eigene, virtuelle Zuhause und wie dieses mit der Zeit für einen immer wichtiger wird. So ist tschlotfeldt.de meine digitale Heimat, der Ort, auf dem und über den ich kommuniziere, mich mitteile und meine Gedanken und Meinungen veröffentliche. Es ist der Ort, über den ich Kundenprojekte begleite und versuche, potenzielle Kunden für mich zu gewinnen. Wie wichtig einem ein solcher Ort ist, wird man häufig erst dann gewahr, wenn diese eigene Webpräsenz ganz plötzlich weg ist, beispielsweise wegen eines technischen Defekts.

Eine solche Heimat baut man auf sicherem Grund auf, mit der größtmöglichen Verfügungsgewalt. Keine gummiartigen AGBs sollten einem die eigene Präsenz, die digitale Identität nehmen können, genauso wenig der wirtschaftliche Niedergang eines Unternehmens. Oder, wie ix es so schön beschreibt:

einerseits ist diese site meine heimat. in den fast 10 jahren in denen diese website existert sind unzählige andere heimaten einfach verschwunden oder eingeschlafen, geocities, AOL, myspace — alle weg oder eingeschlafen. auf einer eigenen domain kann mir (fast) niemand seine AGB um die ohren schlagen und sich eine neue business-strategie überlegen und dich einfach so vertreiben oder aufhören den müll wegzubringen.

Facebook benutze ich eher widerwillig, ich fühle mich dort wie in einer fremden Welt und der Gnade der Erbauern dieser Welt ausgeliefert. Mit Twitter geht es mir ähnlich, darum entstehen auch meine Tweets auf einem eigenen Microblog, das die Tweet dann nach Twitter rüberkopiert.

Dieser meiner Server ist mir ganz schön ans Herz gewachsen, er ist eben ein Teil meiner Identität. Und vieles von dem, was ich hier treibe, könnte ich gar nicht über Facebook, Google+ oder ähnlichem abbilden. Und ich wollte es auch gar nicht, weil es mir mehr als recht ist, dass ich Herr über meine Identität und meine Kommunikation bin.

Siehe auch John Scalzi: Mastering One’s Own Domain, and No, This is Not a Seinfeld Reference.

Video: A little town festival