März 2011

Synaxon bleibt bei MediaWiki (statt zu Google Sites zu wechseln)


Frank Röbers, Vorstandsvorsitzender der Synaxon AG, hat letzte Woche über eine interessante Entscheidung berichtet. Die Synaxon AG ist eine der ersten Firmen, die genannt wird, wenn man sich nach Beispielen zu Enterprise 2.0-Strukturen in deutschen Unternehmen erkundigt. Bekannt geworden ist Synaxon durch einen Artikel in der brand eins, in dem die Einführung eines unternehmensweiten Wikis beschrieben wird. Dieses Wiki basiert auf MediaWiki, die Software hinter Wikipedia.

In dem Blogbeitrag berichtet Frank Röbers über die Überlegung, statt des internen Wikis zu nutzen auf Google Docs und Google Sites umzusteigen. Die Vorteile sind sehr überzeugend: Im Browser scheinen Anwendungen wie MS Word, MS Excel, und MS PowerPoint zu laufen, zumindest fühlt es sich als Anwender so an. Statt mit einer kruden Wiki-Syntax umgehen zu müssen, arbeitet man mit Google Docs wie mit klassischen Office-Anwendungen, die auf dem eigenen Rechner installiert sind. Und da das ganze webbasiert ist und bei Google liegt, kann man wunderbar gemeinschaftlich an Dokumenten arbeiten.

Aber dennoch hat sich die Synaxon gegen eine Migration des Firmenwikis hin zu Google Sites entschieden. Der Grund liegt in dem hohen Migrationsaufwand. Röbers hat es zwar nicht explizit benannt, aber ich gehe davon aus, dass dieser Aufwand auch in den sehr unterschiedlichen Konzepten des Daten- bzw. Wissensmanagements beider Systeme liegt. Google Sites bildet mit den Google Docs die klassische Datei-Metapher ab: Man editiert mit der Textverarbeitung eine Datei und speichert diese Datei unter einem Namen in Google Sites ab. Ganz wie die Dateien auf der heimischen Festplatte. Dem entgegen steht der Wiki-Ansatz, der erreichen will, dass Informationseinheiten (hier Dateien, dort Wiki-Seiten) miteinander in Beziehung gesetzt werden, in dem man diese auf eine sehr einfache Art und Weise miteinander verlinkt. Diese Verlinkung von Informationen ist die herausragende Eigenschaft des Wiki-Ansatzes, der es beispielsweise ermöglicht, beliebig viele, beliebig unterschiedliche Strukturierungen als Zugangsformen anzubieten. Von diesen Möglichkeiten ist Google noch weit entfernt.

Update: Mit meiner Einschätzung lag ich ziemlich daneben (siehe Kommentar von Frank Röbers). Ich habe Google Docs (aka »Text & Tabellen«) mit Google Sites gleichgesetzt, was nicht richtig ist.

AGG: Falsche Anrede kein Indiz für Diskriminierung


Nach langer Zeit einmal wieder etwas zum AGG: Eine Bewerberin hatte eine Absage erhalten, in der sie mit Sehr geehrter Herr … angeredet worden ist. Sie klagte, weil sie aus der falschen Anrede schloss, dass sie die Absage auf Grund ihres Migrationshintergrundes (sic!) erhalten hatte.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat nun die Klage mit der Begründung abgewiesen, eine Verwechselung der Anrede könne auch ein einfacher Fehler gewesen sein und ist kein Beweis für eine Diskriminierung.

[via lawblog]

Netiquette hilft Mailaufkommen klein zu halten


Sascha Lobo hat im Webciety-Blog beschrieben, wie er sein Mailaufkommen minimiert (obwohl bei ihm nicht klar ist, ab das wirklich sein persönlicher Erfahrungsbericht ist, da er ja selbst sagt, dass er von sich privates nicht im Web veröffenticht): Die Kunst der Mailminimierung – Hermetisches Schreiben. Er listet eine Reihe von klassischen Netiquette-Regelen und persönlichen Tipps auf, mit denen er sein durchschnittliches Mailaufkommen an Werktagen von 800 auf 40 Mails gedrückt hat. Einiges von dem fand ich recht interessant, so dass ich das aufgenommen habe und meine ganz persönlichen Netiquette-Regeln zusammengestellt habe:

  • prägnante Betreffzeile formulieren
  • informell und direkt zur Sache kommen
  • präzise formulieren
  • verständlich zitieren (inline quoting)
  • nicht BRÜLLEN und auf Rechtschreibung achten
  • Text in Absätze (Leerzeile) optisch untergliedern
  • mehrere Themen in mehrere Mails aufsplitten
  • Informationen nach Möglichkeit nicht in Anhängen »verstecken«
  • möglichst zügig antworten
  • möglichst nur an eine Personen schreiben, Cc: nur in Ausnahmefällen
  • persönliche E-Mailadresse ausschließlich für persönliche Kommunikation (keine Newsletter)

Die effiziente Zitierweise des inline quotings ist im Geschäftsleben leider etwas in Vergessenheit geraten, da populäre Mailprogramme diese Form des zitierens nur halbherzig unterstützen. Wikipedia hat dazu einen schönen Artikel namens TOFU, in dem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zitierformen dargestellt werden. Hier im Blog habe ich das eine oder andere Mal auch etwas dazu geschrieben.

Tipps zur Auswahl eines LMS

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Die Advanced Distributed Learning Initiative (ADL) ist eine Einrichtung des amerikanischen Verteidigungsministeriums (DoD) und beispielsweise verantwortlich für den SCORM-Standard.

Vor kurzem hat die ADL ein Dokument herausgebracht, dass bei der Auswahl eines Learning Management Systems (LMS) unterstützen möchte: Choosing a Learning Management System (PDF). Man merkt dem Text zwar an, dass er nicht für europäische oder deutsche Gegebenheiten geschrieben worden ist (sondern eher für das DoD), es bietet aber beispielsweise eine grobe Klassifikation von Learning Management Systemen an.

Screenshot PDF-Datei

Is Blogging Dead? Of Course Not!


Die Bedeutung von Weblogs scheint stark zurückgegangen zu sein. Naja, in Deutschland war das betreiben eines eigenens Blogs eh nie so populär wie beispielsweise in Frankreich oder im Iran. Schließlich haben sich viel spätestens mit dem Aufkommen von Facebook und Twitter die Frage gestellt, warum man noch ein eigenes Blog führen sollte … Die Antwort darauf gibt Luis Suarez in einem schönen Blogpost:

Where else would you be sharing lengthier ideas or thoughts that have been crossing your mind and that you would want to revisit again at some point in time? Where else are you going to host your own hard worked and earned content, ready to be shared across openly? What’s your own domain? How are you going to build a sustainable, stronger over time, endurable, reliable and effective personal brand? How are you going to keep up with your living, organic CV? Where else are you going to go when sites like Facebook, Twitter, LinkedIn, etc. etc. disappear into thin air? Because, you know, they eventually will disappear. How are you going to keep up with your informal learning activities, as well as that powerful Personal Knowledge Management tool you have built up, with lots of hard work and energy, over the course of the years? Where else are you going to host conversations of stuff that matters to you and your community where you would want to own it and facilitate it with your various social networks? Of course, in your personal business / corporate blog! Where else? Just think about it. Where else could you possibly go trying to answer all of those questions?

Luis spricht zwei wichtige Punkte an, die Form des Informationsaustausches und die Hoheit über das eigene Know-How. Facebook ist ein Service, über den man eine beiläufige Kommunikation abbilden kann, es wird einem wunderbar leicht gemacht, Links und Fotos zu teilen, zu kommentieren und zu diskutieren. Aber Facebook ist, zumdindest derzeitig, nicht der Ort für einen längeren Text oder eine Gemeinschaftsarbeit. Viel schwerer wiegt aber, dass sich Facebook (und andere Anbieter) großzügige Rechte an den Informationen seiner Nutzerinnen und Nutzer einräumt. Dieses Wissen ist jedoch Teil der eigenen Persönlichkeit und darum ist es beispielsweise mir wichtig, all das, was ich veröffentlicht habe, an einem Ort zentral sammeln zu können. Diesem hier.

Apropos, Zapp, das Medienmagazin des NDR, hatte gestern einen kritischen Facebook-Beitrag gesendet: Facebook: Undurchsichtiger Umgang mit Daten.

Medienkompetenz: Der Fisch stinkt vom Kopf her


Wie im letzten Blogposting schon erwähnt, beschäftige ich mich gerade wieder etwas intensiver mit dem Thema Medienkompetenz. Ein schwieriges aber wichtiges Feld, dann das Internet verändert gerade unsere Welt nachhaltig. Doch wie darauf eingehen, wo beginnen? Vor allem muss man immer wieder betonen, dass Medienkompetenz nicht nur ein Thema für Kinder und Schüler ist. Gerade haben das wieder Guttenbergs Doktorväter bestätigt, wenn auch unfreiwillig:

Zudem war die Erkennung von Plagiaten 2006 mit den seinerzeit vorhandenen technischen Mitteln kaum möglich. Plagiatsoftware sowie auch andere Methoden waren damals keineswegs so weit entwickelt wie heute. Selbst Google wies noch nicht die fein justierte Suchmethode wie heute auf.

Einen Nachholbedarf in Sachen Medienkompetenz haben nicht nur (Hochschul-) Lehrer sondern auch Unternehmer und Politiker. Denn ohne einen gewissen Grad an Medienkompetenz und Medienaffinität kann man an entscheidender Stelle die Möglichkeiten der Vernetzung und ihre Folgen nicht abschätzen. Und so etwas führt dann häufig zu unschönen Entscheidungen.

[via netzpolitik.org]

Wolfgang Blau widerspricht den sieben Branchenmythen des Journalismus


Da ich mich gerade mit Medienkompetenz und gesellschaftlicher Teilhabe beschäftige und ich mich sowieso über die Bestrebungen zur Einführung eines Leistungsschutzrechts ärgere, kommt mir die Anhörung des Medienausschusses des Bundestages zu Qualitätsjournalismus gerade recht. Dort widespricht Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online, den sieben großen Branchenmythen des Journalismus:

Wolfgang Blau: Die sieben Branchenmythen zum Zustand des Journalismus von Carta auf Vimeo.

[via Carta und Annalist]

Versprochen: kein eLearning!

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Ist der Begriff E-Learning doch verbrannt? Gestern bin ich an diesem Aufsteller in einem Bürohochhaus vorbeigekommen:

Foto Werbungaufsteller Ausbildung zum Systemadministrator: kein eLearning!

Webciety: E-Learning 2.0


Gestern war ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema E-Learning 2.0. Moderiert von Axel Wolpert (D-ELAN) haben wir uns, d.h. Thea Payome (Checkpoint E-Learning), Martin Lindner (wissmuth), Stephan Bayer (sofatutor) und ich, schwerpunktmäßig über die Vor- und Nachteile von Social Software in Unternehmen ausgetauscht. Davon gibt es eine Aufzeichnung, die man über das Webciety-Archiv aufrufen kann. Alternativ sollte auch dieser Direktlink zumindest kurzfristig funktionieren.

Screenshot