Mai 2009

Jugendschutz: erstmal alles wegfiltern


Es geistert schon ein paar Tage durch die Blogosphäre: Der Jugendschutzfilter JusProg blockiert recht großzügig bekannte Websites und Blogs. Auf Telepolis ist dazu ein Artikel erschienen: Jugendschutz und politische Zensur. Neugierig geworden habe ich mal ein paar Links aus meinem RSS-Reader probiert und war dann doch erstaunt, wieviel davon gesperrt wird:

Die Seite wikio.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.
Die Seite weiterbildungsblog.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.
Die Seite edufuture.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.
Die Seite gabi-reinmann.de ist noch nicht in unserem Filter vorhanden.
Die Seite pontydysgu.org ist noch nicht in unserem Filter vorhanden.
Die Seite scoyo.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Kinderseite' eingestuft.
Die Seite tschlotfeldt.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.

»Control freaks don't get it: the web works best in a free-for-all«


Marcel Weiss hat in seinem Blogbeitrag Gedankenexperimente: Offenheit vs. Kontrolle auf einen Artikel von John Naughton im Guardian aufmerksam gemacht. Unter der Überschrift Control freaks don't get it: the web works best in a free-for-all führt er mit zwei wunderbaren Gedankenspielen von James Boyle die Regulierungswünsche für das Internet ad absurdum (und nebenbei auch ein wenig die Fördermittelpolitik). Die Gedankenspiele stammen aus James Boyles Vorlesungen, einem Jura-Professor und einer der Mitgründer von Creative Commons und Science Commons:

1. Stell dir vor, du bist in den frühen Neunzigern. Das Potential elektronischer Netzwerke wird mittlerweile einigen klar. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten zur flächendeckenden Implementierung: Die erste Variante ist eine Version des französischen Minitel-Systems: von der Regierung kontrollierte Terminals in jeder Wohnung, auf welchen Informationen und Services von ausgesuchten Anbietern erscheinen (Nachrichten von ARD und SPON, Shopping über Quelle und OTTO, etc.). Die andere Variante ist ein Publikationssystem, in dem jeder ohne vorherige Kontrolle alles veröffentlichen kann. Die Frage: Für welche Variante hättest du dich entschieden?

2. Die Aufgabe lautet, die erste globale Enzyklopädie der Welt zu erschaffen. Der erste Vorschlag ist, eine große Unternehmung zu erschaffen, welche als erstes einen Herausgeberrat aus den größten Denkern der Welt bestimmt. Anschließend werden erfahrene Redakteure eingestellt, welche um Artikel von respektierten Autoritäten in deren jeweiligen Themengebieten bitten. Die eingereichten Artikel werden rigoros auf Fakten und Vollständigkeit geprüft, bevor sie veröffentlicht werden. Die Publikation wird alle fünf Jahre aktualisiert. Die Alternative kommt von einem Typ, der vorschlägt: “Wir sollten eine Website online stellen und jeden einladen, dafür zu schreiben.” Wieder die Frage: Für welche Variante hättest du dich entschieden?

(Übersetzung von Marcel Weiss)

Kollaboratives Lernen in der Erwachsenenbildung


Screenshot Titelfolie

Peter Baumgartner hat einen an der Volkshochschule Meidlingen einen Vortrag vor Projektleitern und Direktoren von Volkshochschulen gehalten und dabei Möglichkeiten und Konsquenzen in der praktischen Arbeit der Erwachsenbildung dargestellt. Vieles aus dem Vortrag wie seine Schlussfolgerungen lassen sich nahtlos auf die betriebliche Weiterbildung übertragen:

  • Die Potenziale des Web 2.0 (Social Software) sind (noch) nicht offensichtlich und für Blended Learning noch weitgehend ungenutzt.
  • Lernen ist überwiegend ein sozialer Prozess und benötigt aktive Teilnahme (Verantwortung) -> Web 2.0 & Social Software nutzen!
  • Produktion von speziellen E-Learning Content ist nicht mehr so extrem wichtig. Inhalte können (auch) in kooperativen (Bildungs)-Situationen (Blended Learning Arrangements) erzeugt werden.
  • Wir müssen neben dem Inhalt auch die Kommunikationsstrukturen gestalten und E-Learning bzw. Blended Learning einbeziehen.

Baumgartner geht davon aus, dass sich die Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen und Öffentlichkeit aufweichen werden. Eine Aufweichung der Grenzen zwischen Bildungseinrichtungen wird ja auch von anderen vorausgesagt bzw. gefordert. Ganz praktisch bedeutet dies, dass die inselartigen Portallösungen der Vergangenheit gehören und man statt dessen ein Geschäftsmodell entwickeln muss, dass auf offene Standards wie beispielsweise OpenSocial und OpenMicroBlogging setzt. Denn als Lerner will man sich nicht auf vielen verschiedenen Portalen mit jeweils eigenen sozialen Welten einloggen, man will einfach ein soziales Netz haben, nämlich das eigene.

Weiterlesen:

Blitz und Feuer


Gestern Abend gab es auch hier in Bordesholm ein heftiges Gewitter, bei dem ein Blitz im Nachbarhof einschlug und sich daraufhin im Dachstuhl Glut entwickelte. Zum Glück hatte der Landwirt den Blitzeinschlag und die Brandgefahr sofort bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die innerhalb weniger Minuten anrückte und den Ausbruch des Feuers verhindern konnte. Weder Mensch noch Tier wurden verletzt und der Schaden am Gebäude ist relativ gering. – Alles ist gut.

Der Blitz scheint auch die Telefonleitungen getroffen zu haben, denn bei einigen Nachbarn sind Telefonanlagen oder Computer defekt gegangen. Bei mir hat es eine PCI-Netzwerkkarte erwischt, die an das DSL-Modem angeschlossen war. Mit dieser Karte im PCI-Slot weigert sich der Computer zu booten und gibt dabei nichtmal eine POST-Fehlermeldung ab. Nachdem ich die Netzwerkkarte ausgetauscht hatte fuhr der Rechner dann wieder (fast) normal hoch, allerdings musste ich mich doch noch mit udev und dessen Regelwerken auseinandersetzen, damit es die alte Netzwerkkarte vergessen konnte.

Wenn ich den im Chipsatz des Motherboards integrierten Ethernet-Anschluss verwendet hätte, wäre wohl das ganze Motherboard hinüber gewesen, aber so hat es lediglich eine austauschbare 5-Euro-Komponente getroffen. Interessant ist noch, dass zwar die Ethernet-Karte kaputt gegangen ist, nicht aber die davor gelagerten Geräte NTBA, Splitter und DSL-Modem.

BarCamp Kiel: Ein erster Entwurf für das Logo


Thorsten Panknin hat sich erbarmt und meiner laienhaften BarCamp Kiel-Grafik eine professionelle Arbeit zur Seite gestellt:

Logo BarCamp Kiel Entwurf

Vielen Dank für die Mitarbeit am BarCamp, Thorsten!

Hier geht es zum BarCamp-Wiki: de.barcampkiel.wikia.com.

Spaß mit Wolfram Alpha


Medienkompetenz: 1998 - 2009


Dieser Bericht liest sich (wie auch vergangene Berichte) toll, und zumindest ich frage mich: was muss endlich geschehen, damit dies nicht nur auf Ministeriumspapier gedruckt wird, sondern auch in die Lehrerbildung direkt einfliesst?

Bei diesem Kommentar vom Mandy Schiefner zum »Bericht der Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung« – Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur viel mir wieder eine Bundestagsdrucksache aus dem Jahr 1998 ein: Schlußbericht der Enquete-Kommission Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft – Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft.

Im Expertenbericht des BMBF zur Medienbildung heißt es 2009:

Diese Kompetenzen sind im Folgenden nach vier Themen- und Aufgabenfeldern gegliedert:

  1. Information und Wissen
  2. Kommunikation und Kooperation
  3. Identitätssuche und Orientierung
  4. Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln

Und im Bericht der damaligen Enquete-Kommission 1998:

Daraus lassen sich folgende Kompetenzen ableiten, die für die Zukunft der Gesellschaft von großer Bedeutung sind:

  • Technische Kompetenz,
  • Kompetenz zum Wissensmanagement,
  • Soziale Kompetenz,
  • Kompetenz zur persönlichen Entscheidungsfindung,
  • Demokratische Kompetenz.

Michael Kerres und Jochen Robes haben ebenfalls was zum Thema geschrieben.

Nach 11 Jahren könnte man ja eigentlich erwarten, dass die jetztigen Autoren mit ein wenig der 1998 geforderten Medienkompetenz an den Start gegangen sind. Aber es ist immer noch die Rede von der »Jugend« (hehe).

Online-Petition gegen Internet-Zensur auf Checkpoint E-Learning


Lore Reß hat es geschafft, dass das Thema Internet-Zensur auch Thema des letzten Checkpoint E-Learning Newsletters geworden ist, in dem auch auf die »Online-Petition Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten« verwiesen wird. Die Petition gilt als die bisher erfolgreichste Petition mit über 50.000 Unterzeichnern in weniger als vier Tagen. Derzeit peilt man die Zahl von mindestens 100.000 Unterzeichnern bis zum 16. Juni an, um der Politik damit zeigen zu können, wie wichtig dieses Thema vielen Menschen ist.

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Die Diskussion zum Thema wird derzeit heiß geführt, es ist halt Wahlkampf und anscheinend hat man unter anderem im Wirtschaftsministerium keine wichtigeren Probleme zu lösen.


Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.

Weiterlesen:

Untersuchung zu E-Learning in kleinen und mittleren Unternehmen an der Hochschule Heilbronn

Published in

Ziel einer aktuellen Projektstudie im Studiengang Electronic Business ist es, die Möglichkeiten des elektronischen Lernens in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken repräsentativ zu untersuchen. Die Analyse soll anhand aussagekräftiger Daten und Fakten für die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken unter anderem verdeutlichen, wie groß der Anteil der KMU in der Region Heilbronn-Franken ist, der E-Learning bereits aktiv nutzt. Zudem sollen die Ergebnisse der Studie Aufschlüsse über die Art und den Umfang der Nutzung dieser Lernmethode in den Unternehmen geben und individuelle Motive erfassen. Außerdem soll untersucht werden, ob Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von E-Learning in den KMU mit der Unternehmensgröße (Anzahl Mitarbeiter) oder einer bestimmten Branche existieren. Ein weiteres Ziel dieser Untersuchung besteht darin, die Hauptbarrieren und Widerstände bei denjenigen KMU zu identifizieren, die E-Learning noch nicht aktiv einsetzen.

Vielleicht nehmen ja noch ein paar KMUs dran teil, das Ergebnis könnte jedenfalls ganz interessant werden. In der Pressemitteilung wird ein Ansprechpartner genannt, an den man sich wenden kann, wenn man einen Fragebogen ausfüllen möchte.

Zur Pressemitteilung >

Webmontag: BarCamp Kiel


Heute war wieder Kieler Webmontag, auf dem wir die Idee eines BarCamps in hier im Norden besprochen haben. Ich mag ja BarCamps und habe schon ein paar Mal darüber berichtet. Und nun wollen wir es einmal in Kiel probieren, das Interesse sollte eigentlich groß genug sein. Die Resonanz auf dem Webmontag war schonmal sehr vielversprechend.

Screenshot Vortrag BarCamp Kiel

Die Organisation des BarCamp Kiel erfolgt im eigenen Wiki unter der Adresse de.barcampkiel.wikia.com, als Tag für Social-Bookmarking-Dienste und Microblogging verwenden wir #bcki.