Facebook: Das Ende des freien Webs?


What Facebook is doing is very different. When it records our activity away from the Facebook site it's a third party to the deal. It doesn't need this data to run its own services. Moreover, Facebook's aggregation and centralisation of data across all our disparate fields of activity is a very different thing from our phone company having our phone data and our bank having our finances. Worst of all, the way Facebook collects and uses our data is both unpredictable and opaque. Its technology and policies move so quickly you'd need to be a technical and legal specialist and spend an inordinate amount of time researching Facebook's activities on an ongoing basis to have any hope of understanding what they're doing with your data.

Adrian Short, „Creative technologist, data analyst, open data activist“, hat für den Guardian sein Unbehagen gegenüber Facebook dargelegt und dabei die Kernpunkte schön zugespitzt formuliert. Nutzer kostenloser Webservices sieht er als „Web Underclass“, denn bei solchen Services ist man schlicht nicht der Kunde sondern man ist das Produkt. Facebooks Produkt sind die Userdaten, verkauft werden diese an die Werbeindustrie. Dieser Datenberg wird mit Open Graph nun noch weiter anwachsen, denn mit Open Graph können andere Websites das Nutzungsverhalten ihrer Nutzer an Facebook übermitteln. Das geschieht über die Einbettung des berühmt-berüchtigten Like-Buttons und ohne dass ein Nutzer davon etwas mit bekommt.

Weiterlesen beim Guardian: Why Facebook's new Open Graph makes us all part of the web underclass.

Linksterrorismus


Wenn nun Politiker eine Linksterrorismusdebatte führen, dann setzen sie damit die linke Gewaltbereitschaft einmal mehr auf eine Stufe mit der rechten. Und das bedeutet auch, dass bestimmte Politiker hier gegenüber dem Rechtsterrorismus beide Augen sehr fest zudrücken, indem sie ihn relativieren.

Historiker Martin Jander im Interview mit der tagesschau: Ein öffentliches Schüren von Hysterie“.

Impulsvortrag Wissensmanagement 2.0: Wikis in Organisationen


Gestern durfte ich via Adobe Connect vor Studentinnen und Studenten der Lehrveranstaltung „Web 2.0 und die Gesellschaft“ an der Beuth Hochschule für Technik Berlin einen Impulsvortrag zum Thema Wissensmanagement 2.0:

Wissensmanagement 2.0 von Ilona Buchem auf Vimeo.

Vielen Dank an Ilona Buchem für die Einladung, es hat mir großen Spaß gemacht.

Weiterlesen:

Moral und Netzneutralität


Das droht bei dem Wirbel um den Bundestrojaner gerade ein wenig unter zu gehen: In Großbritannieren gehen die vier größten ISPs dazu über, Ihren Kunden pornographische Inhalte („sexually explicit websites“) wegzufiltern, wenn diese nicht in einem Opt-In Verfahren explizit angeben, dass sie die Pornoseiten doch sehen wollen. Grundlage dafür ist eine Regierunginitiative zur Eindämmung von Online-Pornographie.

Es geht hier um ganz legale Inhalte, die halt nicht den gängigen Moralvorstellungen entsprechen. Die werden im Mutterland der Demokratie jetzt also standardmäßig weggefiltert.

Der zweite Punkt: Ich bin sicherlich nicht der einzige, der sich fragt, wann die ISPs wohl beginnen werden, für die Möglichkeit des Porno-Abrufs eine Extra-Gebühr zu verlangen. Das ist genau der Grund, warum die großen ISPs die Verpflichtung zur Netzneutralität beerdigt sehen möchten.

Weiterlesen bei The Guardian: Biggest four UK ISPs switching to 'opt-in' system for pornography.

[via fefe]

„Learn IT!“ – E-Learning-Tag der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein


Am 2. November findet in Kiel eine Veranstaltung statt, über die ich mich ganz besonders freue. Denn es wird ein schleswig-holsteinisches E-Learning-Projekt vorgestellt, das das Potenzial hat, ein dauerhafter Erfolg zu werden. Die Idee dahinter ist, Mitgliedsunternehmen langfristigen Zugang zu E-Learning-Inhalten bei sehr geringen Kosten zu gewährleisten.

Ich finde das Projekt nicht nur deswegen großartig, weil ich eines der zehn Unternehmen bin, die hinter PELIT stecken. Es ist vor allem eine große Chance für schleswig-holsteinische Unternehmen, an praxisorientierte und aktuelle E-Learning-Inhalt zu kommen und dabei auch Erfahrungenmit neuen Formen der Weiterbildung sammeln zu können.

Am 2. November hat man Gelegenheit, sich ganz allgemein über E-Learning zu informieren und im speziellen kann man die ersten WBTs des zu IT-Themen ausprobieren.

AgendaLogo PELIT – Projekt E-Learning für die IT-Branche

14.30 Uhr Empfang

15.00 Uhr Grußwort Dr. Bettina Bonde,
Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein

15.10 Uhr Keynote „1.0, 2.0, mobile, social: Alte und neue Möglichkeiten des Online-Lernens“
Dr. Jochen Robes, Senior Consultant, HQ Interaktive Mediensysteme GmbH

16.00 Uhr “E-Learning-Plattform der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein – eine Einführung”
Gabriela Seyer, DiWiSH-Fachgruppenleiterin E-Learning

16.15 Uhr Kaffeepause & im Foyer alle Kurse zum Ausprobieren

16.45 Uhr „Zum Kennenlernen: Die Kurse der E-Learning-Plattform“
Autoren und Team der oncampus GmbH

Panel 1: IT an der Anwendung

  • Basiswissen Linux
  • TYPO3 für Redakteure


Panel 2: IT in der Entwicklung

  • Grundlagen der Datenbank mySQL
  • Einführung in die objektorientierte Programmierung


Panel 3: Soft Skills für IT-Mitarbeiter/-innen

  • Datenschutz im Unternehmen
  • Präsentationstechniken


17.30 Uhr „E-Learning in der Praxis – ein Bericht aus dem unternehmerischen Alltag“,
Dr. Jörg Posewang, NetUSE AG

17:45 Uhr Networking beim Catering

Anmeldung

Weitere informationen zur Veranstaltung und das Anmeldeformular befinden sich auf der Website der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein.

UEFI: Der designierte BIOS-Nachfolger bereit Linux Probleme


Seit einiger Zeit lese ich das Blog des Linux-Entwicklers Matthew Garrett. Er hat eine Reihe interessanter Beiträge zum Thema UEFI geschrieben, in der Fallstricke und Abgründe dieser neuen PC-Technik analysiert.

UEFI ist der designierte Nachfolger des guten alten PC-BIOS, das immer öfter an seine technischen Grenzen stößt. MIt UEFI soll der Boot-Vorgang einfacher werden, d.h. es sollen solche Dinge wie Booten von einem bestimmten Medium sowie Booten eines bestimmten Betriebssystems möglich sein, mit einem nett anzusehen User-Interface. Dafür gibt es umfangreiche technische Dokumentationen und Spezifikationen, so dass es theoretisch möglich sein wird, auf beliebigen UEFI-Systemen verschiedene Betriebssysteme von diversen Medien aus zu booten.

In der Praxis funktioniert das dann aber doch nicht, beispielsweise ist der UEFI-Bootloader aktueller Apple Mac-Rechner so fehlerhaft, dass sich Linux nicht installieren lässt. Auch einige Intel Referenzsysteme bereiten große Probleme, da sich deren UEFI-Systeme nicht an die Spezifikationen halten (und Intel ist die treibende Kraft hinter UEFI). Da UEFI anscheinend so schwer zu implementieren ist, sind die Hardwarehersteller dazu übergegangen, anstatt auf die Einhaltung der Spezifikationen zu achten, einfach ihre Produkte nur noch mit Windows bzw. MacOS X testen. Wenn Windows bootet, ist alles okay. Garrett schreibt dazu lapidar:

Anyone who's been following anything I've written lately may be under the impression that I dislike EFI. They'd be entirely correct. It's an awful thing and I've lost far too much of my life to it. It complicates the process of booting for no real benefit to the OS. The only real advantage we've seen so far is that we can configure boot devices in a vaguely vendor-neutral manner without having to care about BIOS drive numbers. Woo.

UEFI ist also noch eine riesengroße Baustelle, was sich in in laufend neuen Spezifikationen niederschlägt. Leider wird dabei auch mal etwas verschlimmert. So hat man jetzt die Möglichkeit implementiert, dass auf jeden Fall Windows bootet, selbst wenn das UEFI-System fehlerhaft konfiguriert ist. Die Folge ist, dass Hardwaresteller noch weniger darauf achten werden, ein den Spezifikationen entsprechendes System zu produzieren. Denn deren Test-Windows bootet ja einwandfrei.

Das nächste Problem ergibt sich aus dem UEFI secure boot protocol. Damit ist es möglich ein PC-System kryptographisch ähnlich abzusichern wie eine Spielekonsole. Ein solches UEFI-System wird dann nur Software starten, die kryptografisch signiert ist. Und wer das Windows 8-Logo von Microsoft erhalten möchte, muss seine Computer mit UEFI secure boot ausliefern. Prinzipiell ist das kein Problem, die Hersteller könnten ihre UEFI-Systeme so konfigurieren, dass dennoch andere Systeme wie Linux davon booten können. Allerdings hat sich ja gezeigt, dass die Hersteller nur minimalen Aufwand in Sachen Kompatibilität betreiben. Wenn Windows bootet, ist alles in Ordnung.

Es gäbe da natürlich eine nette, technisch sehr interessante Alternative zu UEFI

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